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Königsbrunn

05.10.2018

Kulturpreis Königsbrunn: Konzert statt Dankesrede

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Kulturpreisträger Christoph Teichner dirigiert lieber, statt Reden zu halten. Deswegen eröffnete er mit dem Königsbrunner Kammerorchester die Veranstaltung ihm zu Ehren.
Bild: Regina Elias

Diesmal wird der Musiker, Dirigent und Komponist Christoph Teichner ausgezeichnet. Die Jury berät zehn Minuten und die Stadt plant für die nächsten 60 Jahre.

Christoph Teichner ist ein Mann der Musik, die Reden überlässt er anderen. So passte es hervorragend, dass er die Preisverleihung zu seinen Ehren mit einem Allegro in D-Dur von Johann Christian Bach eröffnete. Etwa 300 Gäste kamen zur jüngsten Kulturpreisverleihung in den voll besetzten Saal des Evangelischen Gemeindezentrums St. Johannes und hörten gespannt, wie Christoph Teichner „sein“ Königsbrunner Kammerorchester (KKO) dirigierte.

Dass der Musiker, Dirigent, Komponist und Musiklehrer Teichner den Kulturpreis 2017 erhalten soll, war der Jury, nach Aussage von Bürgermeister Franz Feigl, sofort klar. „Wir brauchten diesmal keine zehn Minuten Beratung“, verriet Feigl unmittelbar vor der Preisübergabe und führte an, aus welchen Teilen der Kulturpreis besteht. Neben einer Dotierung von 1500 Euro und einer Urkunde erhält der Preisträger auch eine etwa zehn Kilogramm schwere Miniatur der „Brunnenkönigin“ des ukrainischen Bildhauers Gregor Kruk. Das Original ziert den Brunnen vor dem Rathaus.

Die kleine Figur wurde diesmal erstmals in Italien angefertigt, nachdem der Vorrat nach der letzten Kulturpreisverleihung aufgebraucht worden war. „In ganz Deutschland kann die kaum jemand herstellen“, so Feigl.

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Nun habe man in Italien endlich jemanden gefunden und gleich „für 60 Jahre Statuen geordert“. Damit steht weiteren Kulturpreisverleihungen, gestiftet vom Sponsor Augusta-Bank Raiffeisen-Volksbank, also nichts im Wege, da auch deren Vertreter, Heinrich Stumpf und Wolfgang Hengst, versicherten, sie wollten weiterhin „die Kultur in unserer Region unterstützen“.

Dies dürfte auch im Sinne von Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher sein. Sie würdigte den diesmaligen Preisträger Teichner in ihrer Laudatio als einen „Menschen von hoher musikalischer und menschlicher Qualität“, weshalb der Lobredner „mit Bedacht gewählt“ worden sei. Die Wahl fiel auf Wolfgang Scherer, der im Jahr 2000 den Königsbrunner Kulturpreis erhielt und inzwischen mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Päpstlichen Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Scherer gelang es in seiner Laudatio auf humorvolle und äußerst lebendige Weise, ein umfassendes Bild des Kulturpreisträgers Teichner zu zeichnen, der sich im persönlichen Gespräch stets sympathisch und bescheiden zeigt. Doch die umfangreiche Vita des 40-Jährigen begründet, dass Bescheidenheit eigentlich nicht angebracht ist. Teichner ist als Dozent an der Städtischen Musikschule Königsbrunn und an der Universität Augsburg tätig.

Daneben spielt und singt der Vollblutmusiker bei vielen Konzerten und Veranstaltungen, darunter im Ensemble Café Arrabbiata, als Leiter des KKO, im Lech-Wertach-Orchester, in diversen Chören - ja, seine Konzertreisen führen ihn sogar nach Katar, wo er im Qatar Philharmonic Orchestra regelmäßig als Cembalist engagiert wird.

Dies alles war ausschlaggebend dafür, dass Teichner für den Kulturpreis 2017 auserkoren wurde. Nachdem Scherer seine anerkennende Laudatio auf den Preisträger mit dem Wunsch beendet hatte, dass dieser hoffentlich „mit Leib und Seele weiterhin Königsbrunner“ bleiben möge, leitete das KKO mit einem furiosen Rondeau von James Hook für Klavier und Bläser zur Preisverleihung über.

Teichner, der seinen Dank statt einer Rede lieber durch Musik ausdrückte, ließ die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Orchester mit selbst arrangierten Stücken aus dem Barock und der Klassik ausklingen.

Einen kleinen Ausreißer stellte das Finale dar: Hier erhielt Teichner Unterstützung durch die Sängerin Agnes Reiter, die zusammen mit dem Orchester aus dem Repertoire des Ensembles Café Arrabbiata das Stück „Puttin’ on the Ritz“ aus dem Jahr 1929 darbot, das – wie sollte es anders sein? – Teichner auch selbst arrangiert hatte.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch klang der Abend bei einem Büfett mit Stehempfang aus.

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