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31.07.2010

Lust auf Politik und Karriere bekommen

Mit 100 Auszubildenden des Andreas-Schmid-Logistikunternehmens diskutieren Miriam Gruß (Mitte) und Simone Strohmayr (rechts). Mit dabei war Gianluca Crestani, Vorstandsmitglied bei der Logistikfirma. Foto: Marcus Merk
Bild: Marcus Merk

Gersthofen/Landkreis Mehr Eigeninitiative und Einmischung statt Meckern und Jammern wünscht sich die Landtagsabgeordnete der SPD, Simone Strohmayr, von den Jugendlichen. Sie und die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß diskutierten mit 100 Auszubildenden des Andreas-Schmid-Logistikunternehmens. Ziel: Politik näherbringen und vor allem Frauen zur Führung ermutigen.

Gianluca Crestani, Vorstandsmitglied des Unternehmens, moderierte die Veranstaltung. Ausbildungsleiterin Eva Baur will den jungen Leuten Förderung auch in Bereichen ermöglichen, die nicht immer auf dem Lehrplan stehen. Als Eva Bauer die Azubis fragte: "Wer interessiert sich eigentlich für Politik?", gingen nur sehr vereinzelte Arme in die Höhe. "Nicht nur die Politiker haben ein großes Glaubwürdigkeitsproblem, sondern die Gesellschaft im Allgemeinen", sagte sie. Wenn einen etwas störe, sollte jeder mitmachen und mitbestimmen.

Besonders Jugendliche könnten sich engagieren: in Verbänden der Parteien oder auch in überparteilichen Organisationen (NGOs), wie beispielsweise dem Bund Naturschutz. Strohmayr plädierte für mehr "Demokratie üben" an den Schulen. Politik finde dort viel zu wenig Platz. Demokratische Strukturen, durch welche den Jugendlichen das Mitbestimmen und das Gestalten des Schullebens ermöglicht wird, fehle häufig. Doch vor allem den Mangel an weiblichem Führungspersonal in der Politik wie auch in der Wirtschaft sehen die Politikerinnen als großes Problem.

Es seien nur 33 Prozent Frauen in politischen Ämtern bei der SPD und "in den Spitzenpositionen sind es sehr viel weniger", betont Strohmayr. In der Wirtschaft befürwortet sie eine Quote, um Frauen an die Spitze zu bekommen. Miriam Gruß stimmte ihr zu: "Kinder und Jugendliche brauchen beide Rollenvorbilder." Das einseitige, weibliche Bildungssystem müsse verändert werden.

Doch immer noch seien es Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die vor allem die Frauen vor höheren Positionen abhalten. Genügend Betreuungsplätze für Kleinkinder seien da nicht das einzige Problem, sagt Gruß.

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