Konzert

08.10.2014

Mit Trommeln und Orgel

Papa Amoukhala Sambé (links) und Organist Peter Schnur stimmten per Blickkontakt ihre Improvisationen in St. Felizitas aufeinander ab.
Bild: Ingeborg Anderson

Das Finale des 13. Bobinger Musiksommers bietet ein Experiment

Der Bobinger Musiksommer, der nunmehr seit 13 Jahren Juwelen der Kirchenmusik mit ausgezeichneten Interpreten präsentiert, unternimmt in jedem Jahr auch ein Experiment – etwas Besonderes, Spannendes, bisher kaum Gehörtes. In diesem Jahr war es ein interkulturelles Konzert in der ungewöhnlichen Kombination von Orgel und afrikanischer Djembe, das in St. Felizitas die Konzertbesucher in den Bann zog. Peter Schnur, Kirchenmusiker in Friedberg, und Papa Amoukhala Sambé aus dem Senegal ließen in freien, spontanen Improvisationen das Zusammenspiel von „Herz und Atem“ auf packende Weise hörbar werden.

Tobias Burann-Drixler, der Organisator und künstlerische Leiter des Musiksommers, erklärte eingangs: „Das Herz wird symbolisiert durch den Puls der Trommel – der Atem durch die Orgel, die mit der Luft des Blasebalgs Töne erzeugt.“ Experimentell waren an diesem Konzert nicht nur die Kombination der Instrumente, sondern auch die Musikrichtungen, die hier miteinander in Dialog traten, das Zusammenspiel afrikanischer und europäischer religiöser Musik.

Mächtig und archaisch mit dem „Uratem“ an der Orgel beginnend, in den sich bald der Puls des Erwachens und Wachsens einwob, als rhythmische Frequenz des Lebens: Djembe und Orgel, Herz und Atem in Auseinandersetzung und Zusammenspiel, sich gegenseitig steigernd, befeuernd oder auch beruhigend, befriedend. Es waren Klänge voller Kraft und Lebendigkeit. Wie etwa bei dem von Papa Amoukhala Sambé auf dem Balafon gespielten „Freudentanz“, auf den das Orgelsolo „Innere Einkehr“ folgte. Oder beinahe ekstatisch jubelnd im abschließenden „Dank an den Schöpfer“. So ungewöhnlich und packend war jede der Improvisationen, dass die etwa hundert Zuhörer – entgegen den Gepflogenheiten bei Kirchenkonzerten – nach den Stücken heftig applaudierten und die Musiker am Ende nicht ohne Zugabe gehen ließen.

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