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Kriminalität

25.08.2020

Polizei entdeckt nach Familienstreit Waffenlager

Beim Einsatz wegen eines Familienstreits auf dem Lechfeld entdeckte die Polizei ein ganzes Arsenal an sogenannten Softairwaffen und dazugehörige Schutzausrüstung. Jetzt wird geprüft, ob die Waffensammlung einen Verstoß gegen das Waffenrecht darstellt.
Bild: Polizei Schwabmünchen

In einer Lechfeldgemeinde geraten zwei Brüder in Streit, einer hantiert mit einem Messer. Als die Polizei eintrifft, macht sie eine interessante Entdeckung

Zu einem größeren Polizeieinsatz kam es in der Nacht zum Sonntag auf dem Lechfeld. Wie die Polizei mitteilt, gerieten zwei Brüder in Streit. Vor Ort entdeckten die herbeigerufenen Beamten dann noch ein größeres Waffenlager.

Kurz vor 23 Uhr hatte ein 26-Jähriger am Samstag den Notruf der Polizei angerufen und berichtet, dass er mit seinem 24 Jahre alten Bruder in Streit geraten sei und dieser wohl mit den Nerven am Ende sei. In welcher Lechfeldgemeinde sich die Tat ereignete, wollte die Polizei nicht sagen.

Im Laufe des Streits nahm sich der 24-Jährige ein Küchenmesser, weshalb sein Bruder und seine Mutter sich im Obergeschoss des Hauses im Zimmer des 26-Jährigen verbarrikadierten. Die Polizei rückte mit fünf Streifenbesatzungen an, weil man direkt nach Eingang des Notrufs Unterstützung angefordert hatte. Bevor die Polizeistreife eintraf, stieß der jüngere Bruder das Messer in die Zimmertür. Die Beamten umstellten das Haus und nahmen Kontakt mit dem 24-Jährigen auf. Der versuchte, unbemerkt aus dem Haus zu gelangen, was aber misslang. Anschließend ließ er sich widerstandslos festnehmen. Der Mann wurde, weil er eine Gefahr für andere darstellen könnte, in ein Bezirkskrankenhaus gebracht.

Während des Einsatzes entdeckten die Beamten in dem Haus zufällig ein Waffenarsenal mit Softairwaffen und der dazugehörigen Schutzausstattung. Wie die Ermittlungen ergaben, gehörten die Sachen dem 26-Jährigen, der die Polizei verständigt hatte.

Die Polizisten stellten die Waffen sicher. Nun wird geprüft, ob der ältere der beiden Brüder gegen das Waffenrecht verstoßen hat, denn Softairwaffen dürfen nur teilweise ohne Erlaubnis genutzt werden. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Noch ist laut einem Polizeisprecher unklar, ob der Bruder und die Mutter des 24-Jährigen bedroht worden sind. Dies soll im Laufe der weiteren Ermittlungen geklärt werden. Ein Richter wird dann entscheiden, wie es mit dem 24-Jährigen, der in der Psychiatrie ist, und dem 26-Jährigen, dem die Waffen gehören, weitergeht.

Aufgefallen waren die beiden Brüder der Polizei bislang nicht: „Das ist keine polizeibekannte Familie, wo wir immer wieder zu Streitigkeiten gerufen worden sind“, so der Polizeisprecher.

Erst vor wenigen Tagen erschütterte eine Bluttat eine Gemeinde im Lechfeld. In der Wohnung eines Mehrfamilienhauses wurde am 5.August in Graben eine 66-jährige Frau nach aktuellem Ermittlungsstand von ihrem Ex-Mann getötet. Anschließend fuhr der mutmaßliche Täter nach Gersthofen und versuchte, sich in einem Hotel das Leben zu nehmen. Ein Hotelgast entdeckte den 69 Jahre alten Mann mit schweren Verletzungen auf der Herrentoilette.

Noch immer sind viele Fragen offen, vor allem zum Motiv der Bluttat. Hier hielt sich die Staatsanwaltschaft auch am Montag noch bedeckt: „Die Ermittlungen dauern an und zum jetzigen Zeitpunkt wollen wir noch keine weiteren Details nennen“, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg.

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