Bobingen

10.07.2017

Schulkinder machen Pommes

Die leckeren Pommes werden am Ende verkostet. Bäuerin Anja Fischer teilt die selbst gemachten Kartoffelstäbchen an die Kinder aus.
Bild: Fischer

Der Bäurle-Hof in Bobingen ist Teil des bayernweiten Lernprogramms „Erlebnis Bauernhof“. Den Kindern wird gezeigt, wie viel Arbeit hinter einem fertigen Produkt steckt.

Eifrig schälen die Kinder ihre Kartoffeln. „Ich bin schon fertig“, ruft eines stolz. „Was muss ich jetzt machen?“ Bäuerin Anja Fischer hilft gerne weiter. „Jetzt kommt die Kartoffel in den Pommesschneider. Und dann sind unsere selbst gemachten Pommes fast fertig.“ Es ist Unterrichtszeit auf dem Bäurle-Hof in Bobingen. Mit dem Landesprogramm „Erlebnis Bauernhof“ lernen die Schüler dort, wie lange es dauert und wie viele Verarbeitungsschritte tatsächlich nötig sind, bis aus einer Kartoffel eine Mahlzeit wird.

In Bobingen startete die Aktion zusammen mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Augsburg jetzt auf dem Bäurle-Hof der Familie Fischer. Knapp zweihundert Kinder werden dort in diesen Wochen zu Besuch sein. Bäuerin Anja Fischer unterrichtet die Kinder gerne in dem Betrieb: „Ich finde es wichtig, den Kindern zu zeigen, woher unsere Lebensmittel kommen und wie hart dafür gearbeitet werden muss, bis man das fertige Produkt im Laden kaufen kann“, erklärt sie. „Obwohl wir hier im Ort noch eher ländlich geprägt sind, wissen viele Kinder nicht, woher die Lebensmittel kommen, die sie so gerne essen oder was nötig ist, um sie zu produzieren. Das ist manchmal sehr erschreckend.“

Angebote sind auf den Lehrplan abgestimmt

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Genau deshalb öffnen viele Bauernhöfe ihre Türen und laden zum Kühe füttern, Getreide mahlen, Brot backen oder Gemüse ernten ein. Die Angebote sind auf den Lehrplan abgestimmt und sollen die Kinder animieren, durch aktives Mitmachen lehrreiche Erfahrungen zu sammeln. Auf dem Bäurle-Hof erarbeiten die Kinder deshalb ein Kartoffelbuch mit Arbeitsblättern zur Kartoffelpflanze, den Inhaltsstoffen der Kartoffel und der industriellen Produktion von Pommes. Außerdem gestalten sie mit Kartoffeldruck kleine Kunstwerke und machen Pommes selbst. „Das sind die besten Pommes, die ich je gegessen habe“, heißt es dann oft.

Behördenleiter Wolfgang Sailer freute sich beim Eröffnungstag über das große Interesse an den Angeboten des Erlebnis-Bauernhofs. „Seit Beginn des Programms 2012 haben über 140000 Schüler und über 7000 Klassen auf aktuell 550 Betrieben daran teilgenommen“, sagt er und dankte Anja sowie Marcus Fischer für ihren Einsatz. „Es ist toll, dass sie sich für unsere Kinder einsetzen und das Programm hier anbieten“, sagt er. Auch Bobingens Zweiter Bürgermeister Klaus Förster war zum offiziellen Startschuss gekommen. Er erinnert sich selbst noch an einige Erlebnisse, die er in seiner Kindheit auf dem benachbarten Bauernhof erfahren hat. „Ich wünsche den Kindern hier deshalb eine tolle Zeit und bin froh, dass wir in Bobingen ein solches Angebot haben“, so Förster.

Mindestens ein Unterrichtstag auf einem Bauernhof

Jedes Schulkind soll mindestens einen Unterrichtstag auf einem aktiven Bauernhof verbringen – das ist die Intention des Programms. Die dabei gewonnenen Erfahrungen seien von unschätzbarem Wert für die Kinder, so Landwirtschaftsminister Brunner. Der Einblick verbessere die Wertschätzung für Lebensmittel und den Respekt vor den Leistungen der Landwirtschaft. Deshalb ist der Besuch für Schüler der 3. und 4. Jahrgangsstufen der Grundschulen und aller Jahrgangsstufen der Förderschule einmal kostenfrei.

Informationen zu den Projektwochen und zu dem Projekt „Erlebnis Bauernhof“ gibt es bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie im Internet unter www.erlebnis-bauerhof.bayern.de

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