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Schwabmünchen

04.03.2020

Schwabmünchner will Tempo 30 in der ganzen Stadt verhindern

Initiator Siegfried Schubert stellt mit seiner Bürgerinitiative die Sinnhaftigkeit der städtischen Pläne zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf großen Zufahrtsstraßen, wie hier die Mindelheimer Straße, infrage.
Bild: Uwe Bolten

Plus Ein Schwabmünchner hat eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne einer Tempo-30-Zone ins Leben gerufen. Noch ist aber nichts Konkretes beschlossen worden.

Siegfried Schubert fährt jeden Morgen mit dem Auto von der Lerchenstraße im Südwesten der Stadt in sein Büro an der nördlichen Fuggerstraße. Er könnte das Fahrrad nutzen, seine Tätigkeit als selbstständiger Finanzberater fordert jedoch hohe Flexibilität. „Ich betreue Kunden, die hauptsächlich außerhalb der Stadt angesiedelt sind. Ich bin auf mein Auto angewiesen“, sagt der 56-Jährige und kann in keiner Weise die Verkehrspolitik der Kommune nachvollziehen, das Stadtgebiet in eine „einzige Tempo-30-Zone“ zu verwandeln, wie dies auf den Veranstaltungen zum Nahmobilitätskonzept vorgestellt wurde. Deshalb hat er mit einigen Mitstreitern eine Bürgerinitiative gegründet, die gegen diese seiner Ansicht nach „widersinnige Maßnahme“ mobil macht.

In mehreren Geschäften der Innenstadt liegen die Unterschriftenlisten aus, in der sich Bürger eintragen können. „Meine Absicht ist es, der Verwaltung und den kommunalpolitischen Verantwortungsträgern deutlich zu machen, dass ihre Pläne nicht von allen mitgetragen werden“, sagt er kämpferisch.

Braucht Schwabmünchen Hauptverkehrsachsen ohne Beschränkung?

Gegen die Reduktion der Geschwindigkeit in reinen Wohngebieten habe er gar nichts einzuwenden, diese unterstütze er sogar. „Der Sinn einer Geschwindigkeitsreduzierung aus der Innenstadt beispielsweise über die Augsburger Straße nach Norden, der Kaufbeurer Straße nach Süden, der Mindelheimer- und Giromagny-Straße nach Westen oder der Lechfelder Straße in östlicher Richtung erschließt sich mir in keiner Weise“, sagt er und sieht diese Strecken als Lebensadern der Stadt, die Menschen und Waren in den Stadtkern transportieren.

Schwabmünchner will Tempo 30 in der ganzen Stadt verhindern

„Gerade für die immer propagierte Rolle als Einkaufsstadt braucht Schwabmünchen diese Wege ohne Beschränkungen“, stellt er fest und sieht die Maßnahmen, die Innenstadt und die Anfahrt dorthin für Autos unattraktiv zu machen, als kontraproduktiv für die weitere Entwicklung von Handel und Gewerbe im Kerngebiet sowie behindernd für die dort beschäftigten Menschen. Weiterhin erwartet er, dass sich bei den geplanten Geschwindigkeitsbeschränkungen mehr Verkehr in der Stadt aufhält. „Die Fahrzeuge bewegen sich langsamer, und damit steigt die Verweildauer“, argumentiert er. Besser wäre es, dem Lastkraftverkehr, natürlich unter Zulassung der Lieferanten, die Zufahrt zu unterbinden.

Unterschriftenaktion hat gerade erst begonnen

Auch die psychologische Wirkung der Einschränkung seien seiner Ansicht nach nicht zu unterschätzen. „Wer langsam fahren muss, obwohl die Strecke frei ist, neigt zu Aggressionen“, sagt er weiter. Schuberts Unterschriftenaktion hat gerade erst begonnen, er selbst hofft auf 500 bis 800 Bürger, die seine Ansicht teilen. „Dann werden wir den Stadtrat damit konfrontieren. Ich bin nicht auf Streit aus, eine Lösung im Sinne aller Interessen wäre wünschenswert“, sagte er und unterstreicht seine Vermutung, dass mit einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 die Stadt schneller aussterbe.

Auch Bürgermeister Lorenz Müller hat die Unterschriftenlisten gesehen und stellte am Dienstagabend in der Sitzung des Stadtrates klar: „Es gibt noch gar keinen Beschluss dazu.“ Bislang wurde lediglich das Nahmobilitätskonzept vorgestellt, in dem allerdings durchaus einige zusätzliche 30er-Zonen vorgesehen sind. Dieses Konzept wird momentan vom Verkehrsplanungsbüro Büro Kaulen ausgewertet, und erst dann entscheidet der Stadtrat, ob und wo zusätzliche Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet kommen.

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