1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Schwimmkurse kosten die Stadt mehr Geld

Königsbrunn

08.05.2019

Schwimmkurse kosten die Stadt mehr Geld

Über 88 000 Euro fordert das Landratsamt von der Stadt Königsbrunn als deren Anteil an den Betriebskosten des Schwimmbads am Gymnasium im Jahr 2018, dem ersten vollen Betriebsjahr.
Bild: Hermann Schmid

Weil die Wassertechnik im Bad des Gymnasiums in den ersten Monaten nicht korrekt funktionierte, liefen deutlich höhere Kosten auf. Einige Stadträte wollen das nicht einfach hinnehmen.

Mit dieser Rechnung hatte im Rathaus niemand gerechnet: Ende März forderte das Landratsamt als Aufwandsträger des Gymnasiums von der Stadt Königsbrunn 88 141,54 Euro. Das sei deren Anteil an den Betriebskosten des Schwimmbads im Gymnasium im Jahr 2018, dem ersten vollen Betriebsjahr. Die Höhe des Anteils von knapp 46 Prozent ergibt sich aus der gesamten Belegung des Bades. Die Stadt hatte dafür im Haushalt 2019 (mangels Erfahrungswerte) nur 50 000 Euro eingestellt. Weil in 2019 auch die Abschlagszahlungen entsprechend steigen, klafft bei diesem Budget nun eine Lücke von rund 115 000 Euro. Der Hauptausschuss des Stadtrates musste das so akzeptieren und stimmte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung zu, diese Kosten mit Mehreinnahmen aus den Schlüsselzuweisungen des Bundes abzudecken.

Die Stadt vermutet Baumängel als Ursache

In der Aussprache wurde angeregt, die Stadt solle beim Landratsamt nachhaken, ob der unerwartete Mehraufwand nicht auf Mängel in der neuen Schwimmbadtechnik beruhe und folglich über Gewährleistung der Planer oder Gerätelieferanten ausgeglichen werden könne. Das Schwimmbad war im Zug der Sanierung des Gymnasiums ab 2013 komplett erneuert worden. Wegen Mängeln bei Fliesenleger-Arbeiten hatte sich die Fertigstellung lange verzögert. Erst im September 2017 konnte es wieder benutzt werden.

Damals schlossen Landkreis und Stadt auch eine Vereinbarung über die Aufteilung der Betriebskosten entsprechend der Nutzungsstunden. Für 2018 addieren sich diese laut Aufstellung des Landratsamtes auf knapp 225 000 Euro. Rund 39 000 Euro entfielen dabei auf Fernwärme, knapp 30 000 Euro auf Strom, 29 000 Euro auf Personalkosten. 33 000 Euro wurden als Einnahmen für die Nutzung durch Schulen und Bereitschaftspolizei verbucht. Davon zahlte die Stadt 3 840 Euro (17,50 Euro je Stunde) für ihre Schulen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Künftig dürfte es billiger werden

Nach Erhalt der Rechnung hatte Klaus Förster, Leiter des Sachgebiets Sport im Rathaus, im Landratsamt die Gründe für die hohen Kosten nachgefragt. Ihm sei gesagt worden, dass es 2018 öfters Probleme mit der Wassertechnik und folglich den Werten des Wassers gab. „Es musste sehr oft das Wasser ausgelassen und wieder neu eingelassen werden.“ Für das wiederholte Erwärmen war viel Energie nötig. Der Mangel in der Technik sei jetzt nachgerüstet, so Förster, das sollte sich in der Abrechnung für 2019 niederschlagen.

„Die Wassertechnik ist doch neu erstellt worden, das sind doch Gewährleistungsmängel“, merkte Jürgen Raab (Freie Wähler) an. Florian Kubsch (SPD) kündigte an, er wolle hierzu im Bauausschuss des Kreistags nachhaken. „Vielleicht lässt sich die Summe reduzieren.“ Norbert Krix (CSU) meinte, hier müsse eine Planer-Haftung greifen. Er wies darauf hin, dass die Stadt jede Schwimmstunde mit fast 90 Euro subventioniere, „das ist natürlich sehr viel“.

"Die Schulen sind gut eingestiegen"

Ingrid Gärtner (CSU) kommentierte die Nutzungszahlen der städtischen Schulen. „Die sind gut eingestiegen, das wollten wir ja.“ Dass die Grundschule Süd doppelt so viele Schwimmstunden wie die anderen Schulen aufweise, liege zum einen an der hohen Schülerzahl sowie daran, dass die Ganztagsklassen häufiger schwimmen gehen.

Alwin Jung (Grüne) wollte wissen, ob man die Zeiten für das öffentliche Schwimmen – mittwochs von 17.30 bis 21 Uhr und freitags von 17 bis 21 Uhr – nicht noch ausweiten könne?

Das Problem hierbei sei, Personen zu finden, die in den vorgeschriebenen Abständen die Wasserproben ziehen, und die Aufsicht führen. Er sei dafür seit langem auf der Suche, ohne Erfolg. Jetzt wolle ihn das Landratsamt hierbei unterstützen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren