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24.07.2010

Seit 60 Jahren ist er für die Menschen da

Prälat Erich Lidel feiert ein besonderes Jubiläum. Foto: Williams-Fuhr
Bild: Williams-Fuhr

Graben "Der liebe Gott hat mich gut geführt", sagt Prälat Erich Lidel. Das Leben sei wie ein Gebirge, mit vielen Gipfeln nebeneinander. "Natürlich gibt es zwischendurch auch harte Strecken. Es geht aber immer aufwärts, man darf nur nicht gleich aufgeben", meint der 85-Jährige.

Dem Herrn sei er dankbar, "für mich und die anderen um mich herum", dass er ihm helfe, die Dinge positiv zu sehen. Vor 60 Jahren, am 30. Juli 1950, wurde Erich Lidel in München zum Priester geweiht. Das Priesterjubiläum des Grabener Ehrenbürgers wird am Sonntag, 25. Juli, mit einem Pfarrfest gefeiert. Prälat Dr. Norbert Maginot und Lidels Bruder Pfarrer Lothar Lidel werden um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Ulrich und Afra eine Messe zelebrieren, die Predigt wird Lidel selbst halten. Nach dem Festgottesdienst gibt es auf dem Rathausplatz einen Empfang mit vielen Ehrengästen, Lidels Familie, ehemaligen Mitarbeitern, Freunden und Wegbegleitern. "Ich freue mich darauf", sagt der Geistliche.

"Ich bin unendlich dankbar für die vielen lieben Menschen, die mir der liebe Gott immer zur rechten Zeit geschickt hat", sagt er. An viele Ereignisse könne er zurückblicken, an traurige, etwa wenn er nächtelang bei Sterbenden saß, aber auch an freudige, etwa wenn er Rückmeldungen von Menschen bekam, denen er in Nöten geholfen hatte. "Das war die Bestätigung, dass ich den richtigen Weg gemacht habe."

Für den Priesterberuf würde sich Erich Lidel sofort wieder entscheiden: Er wollte schon als junger Mann "etwas tun, womit man den Menschen helfen kann" und entweder Medizin oder Theologie studieren. "Als Priester kann ich die Menschen mehr begleiten", sagt er. Sein Leben sei in jeder Hinsicht erfüllt gewesen. Jetzt möchte er noch "viel Luft schnaufen", damit er im Himmel "mit den Engeln kräftig das Halleluja singen kann".

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Dass er keine eigene Familie hat, bedauert Lidel. "Man ist viel alleine", meint er. "Vor allem an den Festtagen." Der Monsignore wohnt seit 21 Jahren in Graben, war 15 Jahre lang Pfarrer der Kirchengemeinde. Wegen einer schweren Erkrankung musste er sich im Vorjahr von seiner Arbeit zurückziehen. Gesundheitlich gehe es ihm jetzt wieder einigermaßen gut, "aber es geht alles langsam und schwer, das Alter bremst halt".

Nach der Priesterweihe trat Lidel seine erste Stelle als Kaplan in Penzberg an. Nach weiteren Stationen in Neuburg an der Donau und Babenhausen war er 35 Jahre Pfarrer in Tiefenbach und Religionslehrer an der Berufsschule Illertissen. Später wurde er Seelsorger für die Diözese Augsburg und gleichzeitig Pfarrer der Gemeinde Graben.

Bewegt hat der Theologe viel: Er hat unter anderem das Heimatmuseum in Illertissen aufgebaut, als langjähriger Vorsitzender des Bayerischen Krippenvereins das alte Brauchtum der Krippen wieder ins Leben gerufen, viele Veröffentlichungen geschrieben und unzähligen Menschen Kraft und Trost gespendet.

In Grabens Kirche St. Ulrich und Afra wurde auf seine Initiative hin der Volksaltar erstellt, das Gotteshaus saniert und zu Ehren seiner Geburtstage sind Bäume an öffentlichen Plätzen gepflanzt worden.

Für sein Engagement wurde Erich Lidel vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Bayerischen Verdienstorden, dem Goldenen Ehrenring des Landkreises Augsburg, der Bürgermedaille von Illertissen sowie der Ehrenbürgerschaft von Graben. 2004 ernannte ihn der Papst zum "Ehrenprälaten Seiner Heiligkeit".

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