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Bobingen

20.07.2020

Sogar ein saudischer Prinz fährt auf die Bobo-Busse ab

Der Außenlift bringt Rollstuhlfahrer sicher ins Innere des Busses – ganz ohne Treppen.
Bild: Anja Fischer

Plus Z-Mobility und Erdgas Schwaben stellen Süddeutschlands modernsten behindertengerechten Reisebus vor. Er hatte schon prominente Fahrgäste.

Süddeutschlands modernster behindertengerechter Reisebus kommt aus Bobingen: Er heißt „Bobo III“ und bietet viele Annehmlichkeiten. Beispielsweise bringt sein Außenlift Rollstuhlfahrer und Menschen, denen das Treppensteigen schwerfällt, bequem ins Innere des Busses. Dort schweben sie mit einem Innenlift zu ihrem Sitzplatz. Sind Reisende gar nicht mobil, können sie auch in ihrem Rollstuhl in der Sitzreihe sicher verankert werden. Die behindertengerechte Toilette an Bord sorgt in diesem Bereich zusätzlich für größten Komfort. Den weiß auch ein saudischer Prinz zu schätzen.

„Einer unserer Kunden war ein saudischer Prinz“, berichtete Werner Ziegelmeier von Z-Mobility bei der Vorstellung des neuen Fahrzeugs – es ist bereits das siebte dieser Art in Bobingen. Der Prominente, dessen Namen Werner Ziegelmeier nicht verrät, buchte den behindertengerechten Reisebus für eine Deutschlandtour. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen ließen sich zahlreiche Sitze ausbauen, was mehr Platz für den Prinzen bedeutete. Zum anderen ging es um ein ganz menschliches Bedürfnis. In Saudi-Arabien sei es wichtig, dass sich ein Prinz nie kleiner mache als seine Untergebenen. Auch auf der Toilette nicht. Das Problem: Bei den meisten Bussen befinden sich die Toiletten unten am Einstieg. „Bei diesem Bus sind die Toiletten oben auf einer Ebene und so war dieses Problem gelöst“, erinnert sich Ziegelmeier.

Bobinger Unternehmer hofft, dass bald wieder Busausflüge möglich sind

Er wünschte dem neuen Fahrzeug, dass es möglichst bald auf die Straße kommt und bald wieder Reisen und Busausflüge möglich sind. Ziegelmeier freute sich, dass den beiden ersten Bussen nun „Bobo III“ folgt. Er plauderte auch aus dem Nähkästchen über die Zusammenarbeit mit Erdgas Schwaben. „Wenn ich zurückdenke an die Anfangszeit“, verriet er, „dann ist es spannend, dass der Marketingchef von Erdgas Schwaben, Dr. Christian Blümm, am Anfang gar nicht so sehr von der Idee eines gemeinsamen Busses überzeugt war.“ Später aber sei die Partnerseite so begeistert gewesen, dass man bald Pläne für einen zweiten Bus geschmiedet und diese auch bald umgesetzt habe. Nun folgt der dritte Bus, der Menschen mit Handicap an ihr Ziel bringen soll.

Seit 2006 arbeiten die beiden Unternehmen zusammen. Über 500 Fahrten wurden bereits verschenkt, über 28.000 Menschen befördert. Mit einem behindertengerechten Reisebus komplettiert die Partnerschaft von Z-Mobility und Erdgas Schwaben nun das Bustrio.

Gutschein für eine Tagesfahrt

Markus Last, Geschäftsführer von Erdgas Schwaben, betonte, dass sein Unternehmen regional unterwegs sein und dabei auch eine soziale Verantwortung übernehmen wolle. „Wir sind in Deutschland noch weit davon entfernt, dass gehandicapte Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können“, erklärte er und führte dabei Beispiele aus seinem eigenen Umfeld an. Mit dem behindertengerechten Bus wolle man in dieser Richtung ein Stück weit Abhilfe schaffen und einem Personenkreis Fahrten ermöglichen, die die Busse bisher nicht nutzen konnten. Vor Ort nutzten Mitglieder der Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Augsburg die Möglichkeit, den neuen Bus zu testen. Von Erdgas Schwaben gab es dazu einen Gutschein für eine Tagesfahrt. Diese soll schon nächste Woche stattfinden und an den Bodensee führen. Zugleich ist dieser Ausflug der erste Einsatz für „Bobo III“, und seine Bewährungsprobe.

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