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Vortrag

29.10.2016

Soziale Roboter gegen die Einsamkeit im Alter

Mit den Fingern einen Ball fühlen? Sanft greifen? Menschliche Bewegungen? Hannes Ritschel hielt in Königsbrunn einen Vortrag über humanoide Roboter.
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Mit den Fingern einen Ball fühlen? Sanft greifen? Menschliche Bewegungen? Hannes Ritschel hielt in Königsbrunn einen Vortrag über humanoide Roboter.
Bild: Petra Manz

Informatiker spricht in Königsbrunn darüber, wie Maschinen den Menschen in Zukunft helfen können

Roboter werden Menschen immer ähnlicher – und das nicht nur im Aussehen und der Bewegung. Sie sollen in Zukunft auch lernen, was ihren „menschlicher Partner“ bewegt und wie sie am besten auf dessen Bedürfnisse eingehen können. Unter dem Titel „Bestärkendes Lernen für soziale Roboter“, aus der Reihe des Königsbrunner Campus, sprach Informatiker Hannes Ritschel vom Lehrstuhl für Multimodale Mensch-Technik Interaktion an der Universität Augsburg.

Was der Doktorand und Informatiker im Informationspavillon 955 in seinem einstündigen Vortrag anschaulich vorstellte, begeisterte, faszinierte und erschreckte die wenigen Besucher zugleich: Beginnend mit bekannten industriellen Anwendungen, über den aktuellen Forschungsstand spann Ritschel einen Bogen in die Zukunft zu einen visionären Ausblick mit Robotern, die mit den Menschen kommunizieren und interagieren. Dabei soll positives Verhalten „belohnt“, dass heißt bestärkt werden, damit sich die Maschinen durch Lernen zu sozialen Robotern entwickeln können.

Humanoide Roboter sind hoch entwickelte Maschinenwesen, deren Konstruktion der menschlichen Gestalt nachempfunden ist. Die Positionen der Gelenke und die Bewegungsabläufe entsprechen denen des Menschen. Unter anderem läuft ein humanoider Roboter meistens auf zwei Beinen. Eine dem Menschen in seinem Aussehen und Verhalten besonders ähnliche Form des humanoiden Roboters ist der Androide, für den der Referent anschauliche Beispiele in Forschung und Anwendung präsentierte.

Der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro schuf seinen persönlichen maschinellen Doppelgänger. Beim Anblick des Androiden gruselte sich so mancher Zuhörer. Dies sei ein wissenschaftlich recherchierter und natürlicher Reflex, so Ritschel. Diese als Uncanny Valley bekannte Reaktion erfolgt automatisch, wenn der Mensch einen kleinen, aber befremdenden Unterschied zwischen der täuschend echten und der tatsächlich echten Physiognomie erkennt. Ritschel stellte auch die Roboter der Universität Augsburg vor. Teilweise können deren manipulierbare Gesichter Stimmungen und Gefühle eindeutig zum Ausdruck bringen. Die wichtigsten Fragen in diesem Forschungsgebiet lauten: Was ist menschlich? Was ist sozial? Und was charakterisiert die menschliche und soziale Interaktion?

Der Informatiker erörterte dieses spannende Feld, bei dem komplexe Zusammenhänge und Abläufe unseres Denkens, Fühlens und sozialen Handelns erkannt, erfasst und in Algorithmen umgesetzt werden. Nur so kann der Roboter in der Zukunft beispielsweise lebensbegleitender Gefährte, Diener, Assistent oder therapeutische Unterstützer werden.

Dass die Robotertechnik die ersten Schritte zur Entwicklung in diese Richtung bereits gemacht hat, begeisterte nicht alle Zuhörer. Bei der Diskussion mit dem Referenten im Anschluss, äußerten sich die Besucher gleichermaßen skeptisch wie fasziniert und beeindruckt. Letztendlich hat die Vision vom bestärkenden Lernen für soziale Roboter, die den Menschen in allen Lebenssituationen des Alltags als Gefährte begleiten können, auch etwas Beruhigendes: Denn Einsamkeit im Alter gäbe es mit einem Androiden an der Seite bestimmt nicht mehr.

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