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31.01.2019

Spielraum für Wetter und Praxis

Martin Mayr warnt vor Details im Forderungskatalog.
Bild: Marcus Merk

Dem Bauern-Obmann im Landkreis ist manche Forderung zu starr

Augsburg Als Obmann des Bayerischen Bauernverbands im Landkreis Augsburg sieht Martin Mayr das Volksbegehren kritisch. Er betont zwar: „In der Landwirtschaft brauchen wir Nutz- und Wildbienen“, aber die Maßnahmen, die das Volksbegehren vorschlägt, schießen in seinen Augen über das Ziel hinaus. „Es geht einseitig gegen die Landwirtschaft“, sagt Mayr und ergänzt: „Das Volksbegehren sieht Wirtschaftserschwernisse vor, die so nicht umsetzbar sind.“

Dazu gehört in seinen Augen die Regelung, dass Wiesen, die über einen Hektar groß sind, zum Schutz der Insekten nur noch von innen nach außen gemäht werden sollen. Ansonsten würden Tiere in einem immer kleiner werdenden Stück Wiese gefangen, erklärt der Text des Volksbegehrens. Ebenso nennt Mayr den Vorschlag, dass nach dem 15. März nicht mehr gewalzt werden darf. Ein Problem für die Landwirtschaft wäre auch die Vorschrift, dass zehn Prozent aller Grünflächen bis Mitte Juni nicht gemäht werden dürfen. Das alles sei nicht immer mit Praxis und Wetter vereinbar. Mayr kritisiert außerdem die Forderung des Begehrens, dass bis 2025 auf zwanzig Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen Biolandbau stattfinden soll. Ökologische Landwirtschaft sei zwar „in Ordnung“, aber man müsse den Markt im Auge behalten. Bei einem Überangebot drohe Preisverfall, warnt Mayr.

Alles in allem greife das Volksbegehren vor allem die Landwirte an, „weil die sich am wenigsten wehren können“, so Mayr. Er verweist auf andere dringende Probleme, die den Insekten zu schaffen machen. Als Beispiele nennt er den Autoverkehr und die Lichtbelastung.

Viele Wähler, die dem Volksbegehren ihre Stimme geben, würden sich überhaupt nicht mit den Details auseinandersetzten, unterstellt Mayr. „Da sagen alle einfach pauschal: Bienenretten, ja klar“, meint der Landwirt. Die Bayerische Jungbauernschaft pflichtet ihm in einer Stellungnahme bei: Den Antragsteller des Volksbegehrens und die Bevölkerung allgemein sollten sich mehr Fachwissen aneignen, bevor „ein ideologisch geprägtes Volksbegehren ins Rollen kommt“.

Mayr sieht außerdem nicht nur sich selbst und seine Kollegen, sondern auch Privatpersonen in der Pflicht. Anstatt den Vorgarten zu betonieren, könnte man Blumen pflanzen. Anstatt den Mähroboter jeden Tag loszuschicken, der Wiese eine Chance geben, zu blühen. Schließlich verweist er auf das Kulturlandschaftsprogramm der bayerischen Staatsregierung. Das Programm entschädige Landwirte für solche Maßnahmen, wie sie das Volksbegehren fordert. Dieses System sollte in seinen Augen weiter bestehen, denn es sei erfolgreich: „Jeder zweite Landwirt arbeitet mit dem Kulturlandschaftsprogramm auf freiwilliger Basis zusammen“, erklärt er. Die Jungbauernschaft betont: „Ein starrer gesetzlicher Rahmen schränkt die Möglichkeiten freiwilliger Naturschutzmaßnahmen ein.“ (karrt)

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