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Königsbrunn

17.10.2020

Start 2021: Was neue Wasserwerk den Königsbrunnern bringt

Der technische Leiter Rudolf Willer freut sich, wenn das das neue Wasserwerk ans Netz gehen kann. Ein erster Probelauf soll in diesen Tagen stattfinden.
Bild: Andrea Collisi

Plus Der Bau des neuen Wasserwerks der Königsbrunner Stadtwerke geht in die Endphase. Die moderne Technik soll die Wasserversorgung sicherer machen.

Seit den 50er-Jahren kümmert sich die Stadt Königsbrunn selbst um ihre Wasserversorgung. Ein wichtiger Baustein für eine sichere Versorgung auch in Zukunft ist das neue Wasserwerk, das an der St.-Johannes-Straße entsteht. Viel leistet dabei die moderne technische AUsstattung. Ohne Mitarbeiter vor Ort will sich der technische Leiter der Stadtwerke, Rudolf Willer, das Werk aber nicht vorstellen.

Aus sechs Brunnen werden jährlich 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser für Königsbrunn gefördert

Viel Aufwand und Investition ist nötig, die zuverlässige Leistung an die immer höher werdenden Anforderungen anzupassen. Heute sind über 29.000 Menschen zu versorgen. Ein Leitungsnetz von mehr als 114 Kilometer Länge wird von fünf Mitarbeitern rund um die Uhr versorgt. 400.000 Kilowatt Strom wird dafür gebraucht.

Aus zwei Flachbrunnen bis zehn Meter Tiefe in der sogenannten Fohlenau und vier Tiefbrunnen mit bis zu 90 Meter „Wasserhausweg“ werden ca 1,8 Millionen Kubikmeter gefördert. 1,4 Millionen beträgt die Verkaufsmenge. Veraltete Rohrmaterialien, Risse und kleine Rohrbrüche sind der Grund für die Wasserverluste. 43 Jahre alt sind Pumpe und Kompressor.

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Seit der Havarie des Systems im Jahr 2017 wissen die Königsbrunner, wie viel eine funktionierende Versorgung wert ist. Das neue Werk soll dies auf Jahre hinaus sichern. Der Bau des Millionenprojekts hat sich wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten bei beteiligten Unternehmen stark in die Länge gezogen. Doch im Frühjahr 2021 soll das Projekt fertiggestellt werden.

Das neue Königsbrunner Wasserwerk bietet bessere Sicherheitsvorkehrungen

Rudolf Willer skizziert die Überlegungen der Stadt für den Neubau nach: Der erste Schritt sei die Brunnenstudie des Werkausschusses gewesen. Zudem sei ein qualifizierter Personalstamm wie Verbesserungen von Geräten und Maschinen notwendig gewesen, erklärt Willer. Das Ziel: garantiert gleichmäßige Wasserversorgung aller Stadtgebiete. Ein neuer und wesentlich größerer Windkessel sorgt dafür, dass der Druck in den neuen Rohren deutlich erhöht wird, von 2,5 Bar auf 4,5 Bar.

Zudem sind durch einen stärkeren Brandschutz sowie eine neue Technik mit verbesserten Schutzmaßnahmen gegen Fehler die Betriebssicherheit gestärkt und die Arbeit der Mitarbeiter erleichtert.

Die Alarmierung und der Mann vor Ort bleibt aber selbstverständlich bestehen. Rudolf Willer bekennt sich als ein strikter Gegner eines Wasserwerks, das per Tablet von zu Hause gesteuert wird. „Das Königsbrunner Wasserwerk arbeitet abseits des Internets - ganz bewusst“, erklärt Willer. Die Gefahr einer Sicherheitslücke sei zu groß.

Außerdem merkt er an, er wisse auch von Kommunen, die spätestens alle 15 Jahre die Sicherheitssysteme austauschen würden. Das sei dann auch eine Frage des Stadtrates. Doch weitere Zukunftsplanungen zur Optimierung beispielsweise auch des Katastrophenschutzes standen von Anfang an mit auf dem Programm.

Mehrwöchiger Probelauf soll etwaige Fehler des Neubaus in Königsbrunn aufdecken

Für einen Probelauf des neuen Wasserwerks sind alle Vorbereitungen getroffen, geplant ist er Mitte/Ende Oktober. „Unser Ziel war es, wenn wir starten mit dem neuen Wasserwerk, dass wir alle Schäden kennen und dass die Nachtversorgung gewährleistet ist“, unterstreicht der technische Leiter.

Nach mehreren Wochen Probelauf werden die Resultate analysiert und etwaige Fehler behoben. Bevor das neue Werk ans Netz gehen kann, gibt es noch eine Desinfizierungsaktion. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2021 geplant, weil vorher noch Restarbeiten an der Fassade anstehen.

Bleibt noch eine weitere brennende Frage, wie sich Neubau und technisch verbesserte Maßnahmen auf den Wasserpreis für die Bürger auswirken? Das könne man heute wirklich noch nicht sagen, sagt Willer. Er vermutet, dass sich der Endpreis, bei dem die Abschreibung und Zinsen mitbestimmend um mindestens 10 Cent/Kubikmeter erhöhe. Derzeit zahlen die Königsbrunner 0,73 Euro pro Kubikmeter zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer. So kommen sie recht günstig weg, vergleicht den Preis man mit dem Bundesdurchschnitt von 1,70 Euro je Kubikmeter oder dem bayerischen Durchschnittspreis von 1,30 Euro je Kubikmeter, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.

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