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Abiturscherz in Königsbrunn

23.06.2009

Vier Touchdowns und ein Rektor in Handschellen

Rockige Klänge in der Pausenhalle und ein sportliches Kräftemessen zwischen Lehrern und Schülern standen im Mittelpunkt des Abiturscherzes am Gymnasium. Die 102 Abiturienten setzten zwischen 8 und 10 Uhr den Schulbetrieb außer Betrieb - etwas länger, als sie zuvor mit der Schulleitung vereinbart hatten. Von Hermann Schmid

Königsbrunn. Rockige Klänge in der Pausenhalle und ein sportliches Kräftemessen zwischen Lehrern und Schülern standen gestern im Mittelpunkt des Abiturscherzes am Gymnasium. Die 102 Abiturienten setzten zwischen 8 und 10 Uhr den Schulbetrieb außer Betrieb - etwas länger, als sie zuvor mit der Schulleitung vereinbart hatten.

Oberstudiendirektor Werner Liessel konnte wenig dagegen ausrichten - ihm waren im wahrsten Sinne des Wortes die Hände gebunden. Er hatte sich mit Handschellen befristet an "Leibwächter" Alexander Leib ketten lassen. "Ich vertraue auf die Kollegen, dass sie mich auslösen", kommentierte er gelassen seine Lage und fügte lächelnd an: "Als Schulleiter muss man ja immer vollstes Vertrauen zu seinem Kollegium haben."

Es schien, als sei über Nacht die Sanierung des Gymnasiums, für die in den Pfingstferien schon Teile des Altbaus abgerissen wurden, ins Innere der Schule gerückt. Tische und Stühle aus den Klassenzimmern standen auf den Gängen, das offene Treppenhaus war in der Pausenhalle komplett mit Folie umhüllt. Darauf hatten sich die Abiturienten mit ihren Spitznamen verewigt sowie ihr Motto " Abi 09 - Die Elite braucht kein Motto!" aufgesprüht.

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Hier begeisterten fünf Abiturienten vor allem jüngere Mitschüler mit rockigen Klängen. "Wir sind raus und ihr bleibt hier!", johlte Sänger Tim Schöndorfer ins Mikrofon, als er mit Matthias Eingh, Lars Henke, Dieter Fleischer und Christopher Wintermeyer "Bye bye" von Sascha anstimmte. "Abgefahren" fand das Fünftklässlerin Nadja.

Kurz vor neun Uhr drängten sich dann die Schüler vor der Turnhalle, wo Lehrer und Abiturienten zu einem Spiel Flag-Football antraten. Bei dieser sanfteren Variante des amerikanischen Football werden die Gegenspieler nicht körperlich attackiert, um das Spiel zu stoppen, reicht es, dem Angreifer ein Stoffband vom Gürtel zu reißen. Die Idee hatte Abiturientin Anne Engelhardt von ihrem Jahr in den USA mitgebracht und mit Klaudia Biedrzynska den Abischerz organisiert.

Da beim Football Angriff und Verteidigung von unterschiedlichen Mannschaftsteilen gespielt werden, traten sieben Abiturienten gegen den Angriff der Lehrer an, während sieben Abiturientinnen versuchten, den ovalen Ball hinter die Reihen der Lehrerinnen zu tragen.

Spannend aber fair verlief das sportliche Ringen, bei dem die vielen Zuschauer unter anderem gutes Passspiel der Lehrer, einen beeindruckenden Lauf über die ganze Halle zum Touchdown der Abiturientinnen und danach erfolgreiches Abwehrspiel der Lehrerinnen erlebten.

Kurz vor der Pause stand es schließlich 2:2. Das blieb dann auch der Endstand, denn Konrektor Wolfgang Götz machte mit Hinweis auf anstehende Englisch-Tests dem Spiel ein rasches Ende. Er empfahl den Abiturienten nachdrücklich, "diese schönen Barrikaden vor den Klassenzimmern" wieder wegzuräumen, manche hatten riskante Dimensionen angenommen.

Zum Abschluss versteigerten die Abiturienten noch Sachspenden aus der Lehrerschaft, etwa einen Füller von Schulleiter Werner Liessel, einen Tropenhelm von Wolfgang Berchtenbreiter oder ein Fahrradtrikot von Alexandra Lickfett. Der Erlös dieser Aktion kommt einem Hilfsprojekt in Afrika zugute, für das gerade die ehemalige Gymnasiastin Theresa Müller in Tansania aktiv ist (wir berichteten).

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finden Sie noch viel mehr Bilder vom Abischerz unter

schwabmuenchner-allgemeine.de/bilder

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