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Schwabmünchen

20.01.2020

Was beim Thema Organspende zu beachten ist

Jeder sollte einen Organspendeausweis haben.
Bild: Marcus Merk

Die Wertachklinik Schwabmünchen bietet einen Vortrag zu einem brandaktuellen Thema an: Organspende.

Rund 9500 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Auf der anderen Seite gab es im Jahr 2019 bundesweit 932 Organspender. Der Deutsche Bundestag hat sich gerade für die Zustimmungs- und gegen die Widerspruchsregelung entschieden.

Dr. Oana-Maria Ionus-Ceres ist Transplantationsbeauftragte der Wertachklinik Schwabmünchen und hat 2019 den Bayerischen Organspendepreis verliehen bekommen. Im Vortrag erklärt sie, welche Aufgaben sie hat und informiert über die Organspende in Deutschland. Außerdem werden eine Transplantierte und ein Angehöriger eines Organspenders von ihren Erfahrungen berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Ionus-Ceres führt als Transplantationsbeauftragte ergebnisoffene Gespräche mit den Angehörigen eines Patienten, der als Organspender infrage kommt. „Der Gesetzgeber verpflichtet uns dazu, diese Frage zu stellen. Aber die Angehörigen entscheiden, ob Organe gespendet werden. Im Idealfall hat der Verstorbene einen Organspendeausweis und hat auch im Vorfeld bereits mit seinen Angehörigen über seine Einstellung zur Organspende gesprochen. Ist das nicht der Fall, müssen die Angehörigen die Frage alleine beantworten. Das ist natürlich im Moment des Abschiedes sehr schwer“, so die Ärztin. Niemand werde zur Spende überredet. „Deshalb gilt grundsätzlich: Falls es irgendwelche Zweifel gibt, werden keine Organe entnommen“, sagt sie.

Was beim Thema Organspende zu beachten ist

Jeder sollte einen Organspendeausweis haben

Sie empfiehlt jedem, sich Gedanken darüber zu machen, ob er bereit ist, Organe zu spenden. „Natürlich hoffen wir alle, gesund zu bleiben, aber leider kann niemand wirklich ausschließen, beispielsweise in einen Unfall verwickelt zu werden. Wenn das Thema Organspende bereits besprochen wurde, kann das die Angehörigen eines Verunglückten entlasten, weil sie die Einstellung des Betroffenen kennen, das gibt ihnen Sicherheit.“ Wichtig ist dabei: Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende habe keinerlei Einfluss auf die medizinische Versorgung vor dem Tod, versichert Ionus-Ceres.

Dr. Oana-Maria Ionus-Ceres, Transplantationsbeauftragte der Wertachklinik Schwabmünchen, hält einen Vortrag über Organspende.
Bild: Matthias Baumgartner

Sie würde sich wünschen, dass jeder einen Organspendeausweis hat: „Egal, ob darauf Ja oder Nein angekreuzt ist, es hilft den Angehörigen, die Entscheidung zu fällen, mit der sie dann weiterleben müssen.“ (wido)

Der Vortrag „Organspende – rechtliche und medizinische Fakten eines emotionalen Themas“ von Dr. Oana-Maria Ionus-Ceres, Oberärztin der Anästhesiologie und Transplantationsbeauftragte der Wertachklinik Schwabmünchen, findet am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Ferdinand-Wagner-Saal Schwabmünchen (Fuggerstraße 20) statt. Der Eintritt ist frei.

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