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Exklusiv-Umfrage

10.09.2019

Mehrheit der Deutschen lehnt "Strafgebühr" für zu häufige Arztbesuche ab

Nicht mit jedem Wehwehchen sollten Patienten in die Notaufnahme gehen. Oft genügt ein Anruf beim ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Bild: Dittrich, dpa (Symbolbild)

Exklusiv Der Chef der Kassenärzte fordert, dass Patienten für unnötige Arzttermine zahlen sollen. Sechs von zehn Deutschen halten davon nichts, zeigt unsere Umfrage.

Sollen Patienten in Zukunft für zu häufige Arztbesuche zahlen müssen? Nicht nur aus der Politik hagelte es Kritik an dieser Forderung des Chefs der Kassenärzte. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag unserer Redaktion zeigt, lehnt eine klare Mehrheit der Deutschen den Vorschlag ebenfalls ab.

Umfrage: Sechs von zehn Deutschen lehnen "Strafgebühr" ab

Andreas Gassen, Chef der kassenärztlichen Bundesvereinigung, will eine Art "Strafgebühr" für Patienten, die mit zu häufigen Arztbesuchen für lange Wartezeiten und überlastete Notfallambulanzen sorgten. „Es kann dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen, und oft noch zwei oder drei Ärzte derselben Fachrichtung“, hatte Gassen in einem Interview gefordert.

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, fordert eine Art 'Strafgebühr' für zu häufige Arztbesuche.
Bild: Britta Pedersen, dpa (Archiv)

Die Mehrheit der Deutschen hält allerdings nichts von einer solchen "Strafgebühr". Sechs von zehn Deutschen bewerten die Idee in unser Umfrage als negativ (59,3 Prozent). Weniger als ein Drittel der insgesamt 5007 Befragten steht der Forderung positiv gegenüber (28,3 Prozent). Etwa jeder Zehnte ist in der Frage unentschieden (12,3 Prozent).

Linke-Wähler stehen "Strafgebühr" am negativsten gegenüber

Dieses Verhältnis zeigt sich bei Wählern aller Parteien. Geringe Unterschiede gibt es dennoch: Am deutlichsten lehnen Anhänger der Linken den Vorschlag nach einer "Strafgebühr" ab, während Wähler der Unionsparteien sowie von FDP und AfD die Idee tendenziell weniger negativ bewerten.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der Bevölkerung Deutschlands gewichtet. Für die Frage wurden die Antworten von 5007 Teilnehmern aus Deutschland berücksichtigt. Gefragt wurde: „Wie bewerten Sie die Forderung der kassenärztlichen Bundesvereinigung, häufige Arztbesuche mithilfe einer „Strafgebühr“ für Patienten zu reduzieren?". Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent. Der Befragungszeitraum war vom 9. bis 10. September 2019.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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