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American Football
16.10.2021

Vorbild London: Wie NFL-Spiele in München aussehen könnten

Volle Hütte im Tottenham Hotspur Stadium: Über 60.000 Fans haben das Spiel zwischen den Atlanta Falcons und den New York Jets angeschaut.
Foto: Luke Maguire

Die NFL trägt ab spätestens 2023 Spiele in Deutschland aus. München ist im Favoritenkreis der Bewerber. Wie das ablaufen könnte, berichtet unser Autor, der bei einem der London Games dabei war.

Links brüllen die Engländer, rechts singen die Deutschen. Ein Pulk von 20 großgewachsenen Kerlen steht in einem Kreis - alle mit dem Trikot der Langfeld Longhorns. Als sie anfangen zu singen, scharen sich die Menschen um das deutsche Team: "Everywhere we go, people wanna know, who we are. So we tell them. We are the Longhorns, the mighty, mighty Longhorns." Die Leute stimmen mit ein - wohl jeder Footballfan kennt das Lied aus dem Film "Remember the Titans".

Die Stimmung ist atemberaubend. Die Menschen feiern bereits vor dem Spiel miteinander. Zu Tausenden strömen Football-Fans aus ganz Europa ins Tottenham Hotspurs Stadion in London. Die Straße vor dem Stadion ist komplett voll. Bereits zum 29. Mal findet in der englischen Hauptstadt ein American-Football-Spiel statt und erneut war der Andrang auf Tickets enorm.

Nicht nur Fans der Atlanta Falcons und New York Jets machen sich auf den Weg ins Stadion.
Foto: Luke Maguire

Über 60.000 Zuschauer machen sich auf den Weg in die Arena – ausverkauft. Und das obwohl sich diesmal mit den Atlanta Falcons und den New York Jets zwei eher schwächere Teams gegenüberstehen. Doch die Fanbase in Europa ist riesig – alleine im deutschsprachigen Raum soll es laut Angaben der NFL bereits 19 Millionen Fans geben. Kein Wunder, dass 2022, spätestens aber 2023, ein reguläres Ligaspiel der NFL in Deutschland ausgetragen werden soll.

München, Frankfurt und Düsseldorf sind in der engeren Auswahl

In die engere Auswahl haben es nun München, Düsseldorf und Frankfurt geschafft, wie die NFL mitteilt. Die finale Entscheidung über den deutschen Spielort soll voraussichtlich im Dezember fallen, sagt NFL-Europa-Chef Brett Gosper.

Bis dahin werden sich die drei Städte noch intensiver mit der NFL austauschen. Dabei muss der Austragungsort eine Reihe von Auflagen erfüllen: eine Stadionkapazität von mehr als 45.000 Zuschauern sowie große Kabinen, die Platz für etwa 60 Spieler und deren Ausrüstung bieten.

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Foto: Matthias Balk, dpa

Außerdem seien eine gute Verkehrsanbindung, einfache Transportmöglichkeiten und die Nähe zu einem Flughafen wichtige Kriterien bei der Vergabe. Denn zu solchen Großereignissen erwarten die Verantwortlichen tausende Football-Fans aus ganz Europa.

In Fanzonen vor dem Stadion können Fans verschiedene Aktivitäten ausprobieren: Beim Werfen, Tackeln und Kicken konnten sie ihr Können zeigen; Cheerleader sorgten für gute Stimmung.
Foto: Luke Maguire

So wie diesmal im Tottenham Hotspur Stadium. Bereits im Vorfeld ist für die Zuschauer viel geboten: In extra angelegten Fanzonen vor dem Stadion haben die Verantwortlichen neben den üblichen Fanshops - dort gibt es wirklich alles zu kaufen - Areale errichtet, wo jeder Fan sein Können unter Beweis stellen kann. Egal ob beim Kicken, Tackeln, Werfen und Fangen - hier kann jeder seine Stärken zeigen.

NFL will eine vierjährige Partnerschaft mit dem deutschen Standort

Die Partnerschaft mit der deutschen Stadt will die NFL dann auf mindestens vier Jahre ansetzen. "Wir wollen mit einem Gastgeberkonsortium zusammenarbeiten, das lokale und regionale Behörden, Stadionbesitzer, lokale Interessengruppen und potenzielle kommerzielle Partner umfasst. Wir möchten, dass dies eine langfristige Partnerschaft wird", sagte Brett Gosper. Neben Deutschland sollen auch weiterhin in Mexiko und London NFL-Spiele ausgetragen werden.

Die Londoner Partnerschaft ist für die NFL ein Paradebeispiel. Bereits seit 2007 finden jährlich reguläre Ligaspiele in Englands Hauptstadt statt - das Corona-Jahr 2020 ausgeschlossen. In diesem Jahr hat es die New York Jets und die Atlanta Falcons über den Atlantik gezogen. Und die beiden Teams haben den Fans einiges geboten. Neben dem Spiel selbst zeigten die US-Amerikaner einmal mehr ihr Talent beim "Entertaining".

Nationalhymne mit Düsenjets und Feuerwerk

Als die englische Hymne beginnt, herrscht erst einmal Stille im Stadion. Dann steigen die Fans mit ein: "[...] happy and glorious, long to reign over us, God save the Queen." Die amerikanische Nationalhymne "The Star-Spangled Banner" setzt dem ganzen noch die Krone auf. Marisha Wallace steht auf dem Dach des Stadions, überragt die Menge und beginnt zu singen. Beim letzten Vers kommt es zum Gänsehaut-Moment: Vier Düsenjets fliegen über das Stadion und ein Feuerwerk in den Farben der britischen und amerikanischen Nation bringt die Stimmung unter den Fans zum Kochen.

Gänsehaut-Moment vor dem Spiel: Die amerikanische Nationalhymne "Star-Spangled Banner" vor dem NFL-Spiel zwischen den Atlanta Falcons und den New York Jets.
Video: Christopher Hood

Das Spiel selbst überzeugt auch die neutralen Zuschauer. Die Atlanta Falcons bezwingen die New York Jets verdient mit 27:20. Zu schwach präsentiert sich die Offense der Jets um Rookie-Quarterback Zach Wilson und zu abgeklärt spielt dessen Pendant Matt Ryan bei den Falcons.

Die vielen Pausen, die es beim Football eben gibt, sind alles andere als langweilig. Die meisten holen sich frische Getränke und etwas zu essen. Wer am Platz bleibt, wird von Musik, Cheerleadern und Interviews unterhalten oder freut sich bereits auf den nächsten Spielzug.

Und nach dem Spiel? Da geht's für die Fans natürlich in einen nahegelegenen Pub. Denn egal, ob das eigene Team gewonnen oder verloren hat: Feiern ist trotzdem noch möglich.

Jacksonville Jaguars treffen in London auf die Miami Dolphins

Am Sonntag geht es mit den „London Games“ schon wieder weiter: Dann treffen ebenfalls im Tottenham Hotspur Stadium im 30. NFL-Gastspiel die Jacksonville Jaguars und die Miami Dolphins aufeinander.

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