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Rückkehr in die Bundesliga: Sami Khedira auf dem Weg in die Eckkneipe

Kommentar Von Tilmann Mehl
31.01.2021

Sami Khedira steht vor einer Rückkehr in die Bundesliga. Sehr schön! Aber muss es die Berliner Hertha sein? Was ist eigentlich mit den 2014-Weltmeistern los?

Als würde der Partygänger nach einer rauschhaften Nacht in Nobeldiscos noch einen letzten – wie immer vollkommen sinnlosen – Absacker in der angeranzten Eckkneipe runterspülen. Sami Khedira hat die vergangenen elf Jahre für Real Madrid und Juventus Turin gespielt. Nun steht der Wechsel zu Hertha BSC bevor. Die ehedeme Pinte, die auf Schickimicki machen will. Gentrifizierung in der Fußball-Edition.

Khedira hat ganz offensichtlich noch Spaß daran, Fußball zu spielen, ansonsten könnte er 33-jährige seine Laufbahn beenden und befreit von finanziellen Ängsten in die Zukunft blicken. In den vergangenen Jahren durfte er das Feld für die Turiner nur noch höchst unregelmäßig betreten. Wenn aber einer nun Lust auf gepflegten Fußball hat: Was treibt ihn in Herthas Arme?

Zieler, Draxler, Schürrle: Die haben sich das doch anders vorgestellt

Khedira scheint ein weiteres Beispiel jener 2014er Mannschaft zu sein, deren Mitgliedern es teilweise schwerfällt, einem würdevollen Karriereende entgegenzublicken. Mesut Özil ist immerhin abzunehmen, dass sich mit seinem Transfer zu Fenerbahce ein Kindheitstraum erfüllte.

Mesut Özil während der Vorstellung bei seinem neuen Fußballverein Fenerbahce Istanbul.
Foto: dpa

Ähnliches gilt für Kevin Großkreutz, der fortan mit einigen Freunden in der sechsten Liga für den TuS Bövinghausen aufläuft. Zuvor allerdings hatte er sich bei dem nur mittelmäßig beleumundeten Investor Mikhail Ponomarev in Uerdingen verdingt.

Kaum glaubhaft auch, dass es der Jugendtraum Ron-Robert Zielers war, den finalen Abschnitt seiner Laufbahn hinter einem häufig irrlichternden Timo Horn auf der Kölner Bank zu verbringen. Julian Draxler hat in Paris genug Zeit, Museumsführer im Louvre zu werden – auf dem Spielfeld wird er nur selten benötigt. André Schürrle: Karriereende in Moskau mit 29 Jahren.

Die Nationalmannschaft: Dorfdisco mit harter Tür

Demgegenüber stehen unter anderem Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski. Beide behaupteten gar nicht erst, ihre Wechsel nach Chicago (Schweinsteiger) beziehungsweise Kobe und Antalya (Podolski) seien von sportlichem Ehrgeiz geprägt.

Dann gibt es noch drei Ausnahmefälle: Toni Kroos, Jérôme Boateng und Thomas Müller. Sie spielen immer noch für die edelsten Adressen des europäischen Fußballs. Zwei von ihnen sind aktueller Triple-Gewinner und führen die Tabelle ihrer Liga an. In der Nationalmannschaft spielt aber nur einer. Kroos. Selten, dass es so schwer ist, Einlass in die Dorfdisco zu erhalten.

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