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Skispringen

05.01.2019

Das Warten geht weiter

Zu früh gelandet: Markus Eisenbichler konnte in Innsbruck nicht an seine vorherigen Leistungen anknüpfen. In der Tournee-Wertung liegt er zwar immer noch auf dem zweiten Platz, der Gesamtsieg ist allerdings außer Reichweite.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Markus Eisenbichler wird die Sehnsucht nach dem ersten deutschen Tournee-Erfolg seit 2002 nicht erfüllen. Andere deutsche Springer senden dagegen positive Signale

Im Duell mit dem überragenden Ryoyu Kobayashi sind die deutschen Skispringer um Markus Eisenbichler schon nach drei Stationen bei der Vierschanzentournee geschlagen. Der bis dahin überzeugende Eisenbichler schwächelte auf der dritten Station in Innsbruck und belegte nach Sprüngen auf 129 und 123,5 Meter nur Rang 13. Auf den führenden Japaner Kobayashi verlor „Eisei“ rund 24 Meter. Als bester Deutscher landete Stephan Leyhe bei wechselnden Windbedingungen auf Rang vier. Der Japaner schwang sich auf dem Bergisel mit zwei überragenden Sprüngen und dem dritten Sieg bei der Tournee in Serie endgültig zum Dominator auf.

„Kobayashi ist einfach zurzeit eine brutale Macht“, sagte Eisenbichler im ORF. Bundestrainer Werner Schuster sagte in der ARD: „Man hat natürlich schon mehr Hoffnungen gehabt. Es wäre mehr möglich gewesen.“ Auf Jubelbilder seines 27-jährigen Top-Springers mussten die deutschen Fans unter den 17200 Zuschauern diesmal verzichten. Stattdessen sahen sie einen Siegestanz von Kobayashi, der in einer eigenen Liga springt und sich nach seinem erneuten Erfolg von den Teamkollegen feiern ließ.

In Bischofshofen hat der 22-Jährige nun die Chance, als dritter Skispringer nach Sven Hannawald und Vorjahressieger Kamil Stoch alle vier Tournee-Wettkämpfe zu gewinnen. Der DSV muss dagegen auf den ersten Tournee-Gesamtsieg seit Hannawalds Triumph 2002 warten. Nach zwei zweiten Plätzen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen hatte Eisenbichler in der Gesamtwertung nur knapp hinter Kobayashi gelegen, nun beträgt der Rückstand bereits etwa 26 Meter.

Der japanische Überflieger ließ sich auch von der anspruchsvollen Schanze und einem sehr holprigen Aufsprunghügel nicht beeindrucken. Nach seinem ersten Sprung meisterte er die komplizierte Landung beeindruckend, im zweiten Durchgang strauchelte er kurz, fing sich dann aber. Für Eisenbichler war es schon bei der Tournee vor zwei Jahren in Innsbruck nicht wie gewünscht gelaufen. Damals war er auf Gesamtrang vier liegend in Innsbruck als 29. deutlich zurückgefallen. Diesmal war er besser, doch für ganz große Ziele reichte seine Leistung nicht.

Für das DSV-Team ist der wetteranfällige Bergisel nicht nur ein Ort großer Siege, sondern auch die Anlage, die in den vergangenen Jahren zu einer Art Gesamtsieg-Fluch wurde. Immer wieder zerplatzten in der Tiroler Idylle die Träume vom Triumph beim Traditions-Event. Richard Freitag überkreuzte vor einem Jahr – im Gelben Trikot und bestens in der Tournee platziert – seine Ski-Enden und stürzte. Vor drei Jahren verlor Severin Freund trotz starker Leistung am Bergisel den Anschluss auf den überragenden Slowenen Peter Prevc.

Das Finale in Bischofshofen (Sonntag, 17 Uhr) ist zwar traditionell etwas für Flieger und lässt große Aufholjagden zu, die Vorentscheidung fällt aber häufiger schon ein paar Tage vorher am unberechenbaren Bergisel. Auf der für ihn so speziellen Schanze machte Richard Freitag einen Schritt nach vorne. Nach Rang 16 in Oberstdorf und Platz 24 beim Neujahrsspringen belegte der 27-Jährige Rang acht und konnte sich über sein bislang bestes Saisonergebnis freuen. Andreas Wellinger freute sich ebenfalls über ein kleines Erfolgserlebnis. „Es ist ein kleiner Schritt, aber der richtige“, sagte der 23-Jährige, der zum ersten Mal bei dieser Tournee den zweiten Durchgang erreichte und auf Rang 20 kam. (dpa)

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