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17.08.2018

„Ein hoher Anteil an Quatsch“

Kroos über seinen Teamkameraden Özil

Zum Wunsch von Toni Kroos nach einer Sonderrolle meldete sich der Bundestrainer schnell zu Wort. Zur hitzigen Debatte um Mesut Özil schweigt Joachim Löw weiter. Die Aufarbeitung des deutschen WM-Debakels in Russland nimmt Fahrt auf – allerdings noch immer ohne Löw als offensiven Hauptdarsteller. Während der Freiburger im Hintergrund am Umbruch in der Nationalmannschaft bastelt und am Donnerstag lediglich die Entscheidung von Kroos zum Weitermachen begrüßte, äußerten sich seine Ex-Weltmeister zu den brisanten Themen. „Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet“, sagte Kroos in der Bild zu Özils Rücktritt.

Der Mittelfeldspieler des FC Arsenal hat ohne ein Gespräch mit Löw und mit vielen Vorwürfen das Ende seiner DFB-Karriere verkündet und speziell DFB-Präsident Reinhard Grindel Rassismus im Umgang mit ihm vorgeworfen. „Ich denke, dass er selbst weiß, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt“, bemerkte Kroos. „Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns ja immer wieder aus Überzeugung für Vielfalt und Integration ein. Mesut war dafür ein gutes Beispiel, wie viele andere unserer Mitspieler auch.“ So deutlich wie Kroos hat sich noch kein Nationalspieler über Özils Aussagen geäußert. Er selbst wolle seinen Weg bis zur Fußball-EM 2020 weitergehen. „Wir werden gemeinsam Lösungen finden, damit ich auch hier und da eine Ruhepause bekomme.“ Das sei aus seiner Sicht „der einzige Weg und ich bin Jogi für sein Verständnis dankbar“. Löw meldete sich über die DFB-Kanäle zu Wort: „Mit seiner Erfahrung, Klasse und Persönlichkeit ist er natürlich ein Schlüsselspieler, dem in unseren weiteren Planungen eine ganz wichtige Rolle zukommt – auf und neben dem Platz.“

Auch Sami Khedira, 31, will bleiben und setzt auf das „Leistungsprinzip“. „Wenn es aktuell Bessere gibt, dann werde ich das akzeptieren, dafür habe ich Verständnis. Sollte ich aber nominiert werden, ist das für mich immer zugleich Ehre und Verpflichtung“, schrieb der Profi von Juventus Turin am Donnerstag in seinen sozialen Kanälen.

Über andere Themen hält sich Löw bedeckt. Der Plan sieht vor, dass der Bundestrainer vor dem Bundesliga-Auftakt mit dem Spiel des FC Bayern am 24. August gegen 1899 Hoffenheim in München dem DFB-Präsidium die Konsequenzen aus dem blamablen WM-Aus präsentiert. Am 29. August soll bei der Vorstellung des ersten Länderspiel-Aufgebots nach der WM die Öffentlichkeit informiert werden. (dpa)

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