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Fußball
29.08.2018

Trotz Vorwürfen: Mesut Özil holt sich neuen Mercedes ab

Mesut Özil hatte seinen persönlichen Sponsor Mercedes scharf kritisiert.
Foto: Federico Cambarini, dpa

In seiner Rücktrittserklärung hatte der 29-Jährige den Autobauer noch kritisiert. Nun holte er sich einen neuen Sportwagen der Marke ab. Kostenpunkt: 165.000 Euro.

Es war ein Rundumschlag: Bei seiner Rücktrittserklärung im Juli hatte Mesut Özil mit allen Bereichen seines Umfelds abgerechnet - mit den Medien, dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Sponsoren. Besonders heftig traf es zwar den DFB, dem Özil Rassismus vorwarf. Aber auch Unternehmen, mit denen der Mittelfeldspieler Werbeverträge hat, waren ins Visier von Özil und seiner PR-Agentur geraten. Ohne den Namen Mercedes explizit zu nennen, kritisierte der Spieler von Arsenal London den Autohersteller scharf. Man habe ihn nach Erscheinen der Erdogan-Fotos aus einer Kampagne gestrichen und alle Werbeaktionen abgesagt.

Der Kicker hatte in seiner Erklärung mit Mercedes gebrochen und geschrieben, dass die Autos der Stuttgarter "das Risiko für den Kunden erhöhen" würde - eine Anspielung auf den Diesel-Skandal. Der Vertrag zwischen Mercedes und Özil läuft noch bis Ende 2018, soll aber nicht verlängert werden.

Der AMG-Mercedes ist offenbar Teil einer Honorarzahlung an Özil

Umso erstaunlicher ist es nun, dass Özil sich nach Informationen der Bild am Sonntag einen neuen Luxus-Sportwagen von Mercedes abgeholt hat. Der etwa 165.000 Euro teure schwarze AMG GT R stehe nun in der Garage des ehemaligen Nationalspielers. Die Karosse sei Teil einer Honorarzahlung an Özil für seine Werbedienste, schreibt das Blatt. Es ist nicht der einzige Wagen der Stuttgarter in Özils Fuhrpark: Er besitzt auch eine G-Klasse und ein S63 Coupé.

Mercedes hatte nach Veröffentlichung der Vorwürfe betont, die Anschuldigungen prüfen zu wollen. "Mercedes-Benz ist seit über 40 Jahren Partner des DFB und der Nationalmannschaft, in guten wie in schlechten Zeiten", hieß es in einem Statement von Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe bei Twitter. "Wir werden uns die Vorwürfe von Mesut Özil gegenüber den Medien, dem DFB und den Sponsoren in Ruhe ansehen, bewerten und anschließend entscheiden." Darüber hinaus wollte sich der Konzern bislang nicht äußern.

Löw kritisierte Özil in seiner WM-Analyse: "Hat überzogen"

Bundestrainer Joachim Löw äußere sich am Mittwoch in seiner lange erwarteten WM-Analyse zu Mesut Özil - und kritsierte seinen ehemaligen Spieler. Er habe das Thema Mesut Özil "absolut unterschätzt", fügte aber auch an: "Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äußerungen." Kontakt zu Özil habe er seit einiger Zeit keinen mehr gehabt, sagte Löw - und das, obwohl er mehrfach versucht habe, mit dem Arsenal-Spieler Kontakt aufzunehmen. Dass der 29-Jährige seinen Rücktritt bekannt geben werde, habe ihm im Vorfeld dessen Berater gesagt, sagte der Bundestrainer. Vom Spieler selbst habe er dazu noch keine Erklärung gehört.  (eisl)

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