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Wie Unions Trainer Urs Fischer seine Klasse zeigt

Kommentar Von Florian Eisele
22.09.2019

Der Aufsteiger hat in fünf Spielen drei Platzverweise gesammelt. Wo andere mit Verschwörungstheorien ankommen, reagiert der Union-Coach ganz anders. Gut so.

Rein sportlich ist die bisherige Bilanz für Union Berlin nicht gerade prickelnd: Vier Punkte nach fünf Spielen sind eine Ausbeute, die auf die gesamte Saison hochgerechnet, in aller Regel nicht zwingend für den Klassenerhalt reichen dürfte. Zur Verteidigung des Aufsteigers sei aber auch gesagt, dass es das Auftaktprogramm mit Dortmund, Leipzig oder Leverkusen in sich hatte. Es gibt aber eine Tabellem, in der die Eisernen ganz oben stehen: bei den Platzverweisen. Kein anderes Team sieht so oft Rot.

Mit der jüngsten roten Karte von Sebastian Polter gegen Leverkusen sind es schon zwei Rote und eine Gelb-Rote Karte. Vor allem Polters Platzverweis dürfte bei Union-Trainer Urs Fischer für ein paar zusätzliche graue Haare gesorgt haben: Der Stürmer war gerade mal 151 Sekunden auf dem Platz, als er diesen schon wieder verlassen musste. In dieser Zeit sammelte er einen Ball- und einen Knöchelkontakt.

Fischer: "Damit schwächst du dich selbst"

Der Schweizer Coach kam nach Spielschluss zu einem klaren Urteil: "Das sind dumme Rote Karten." Dass Union bei dieser Quote in der Bundesliga bleibt, scheint unwahrscheinlich, so Fischer: "Damit schwächst du dich selbst. Und das darf in dieser Häufigkeit nicht passieren. Wenn wir unser Ziel erreichen wollen, müssen wir aus solchen Situationen lernen."

Die Aussagen des Schweizers sind zwar zu einem gewissen Grad Allgemeinplätze. Im Kontext dessen, was man sonst in der Bundesliga zu hören bekommt, sind sie aber bemerkenswert. Denn kaum ein Wochenende vergeht, an dem nicht ein Spieler, Trainer oder Vereinspräsident die große Verschwörung gegen seinen Klub wittert, den man ja sowieso nicht in der Bundesliga haben wolle und der deswegen systematisch benachteiligt werde.

Manch andere Trainer oder Funktionäre kommen mit Verschwörungstheorien

Fischer – der Trainer eines Bundesliga-Neulings, dem die Spieltagsplaner ein knallhartes Auftaktprogramm beschert hatten – verzichtete auch an diesem Wochenende auf jegliche Schuldzuweisungen, hanebüchene Verschwörungstheorien oder Beleidigungen in Richtung Schiedsrichter. Er kündigte stattdessen an, intern nach Lösungen suchen zu wollen. In dieser Situation zeigte der Berliner Coach eine Klasse, die man einigen seiner Berufskollegen und vielen Funktionären in der Bundesliga ebenfalls nur wünschen würde.

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