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Augsburg

19.10.2020

Kuhsee-Duathlon: Laufen und Radfahren in Corona-Zeiten

Die Siegerstaffel: Die Brüder Bernard, Maximilian und Dominik Lindner waren nicht zu schlagen.
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Die Siegerstaffel: Die Brüder Bernard, Maximilian und Dominik Lindner waren nicht zu schlagen.
Bild: Michael Hochgemuth

Bei der Breitensport-Veranstaltung ist in diesem Jahr alles anders. Trotzdem sind die Athleten froh, dass sie starten können. Das macht Veranstalterin Katja Mayer Mut

Auch wenn Bernhard Lindner als Schlussläufer der Lindner-Brüder-Staffel (Maximilian, Bernhard und Dominik) mit weitem Abstand die Ziellinie beim Staffelwettbewerb des 1. Augsburg Kuhsee-Duathlons überquert hatte, waren sich die ambitionierten Amateur-Ausdauerathleten nicht sicher, ob sie auch gewonnen hatten. „Sind wir Sieger?“, fragte Bernhard. Eine berechtigte Frage. Denn im Corona-Jahr 2020 war beim Breitensport-Event am südlichen Ende des Kuhsees alles anders.

Sowohl beim Nachtlauf als auch beim Duathlon-Einzel und bei der Staffel gab es keinen Massenstart, sondern die Läufer mussten an gelben Markierungen beim Start den genauen Abstand halten. Und so war der Erste im Ziel nicht zwangsläufig der Schnellste. Das ergab erst die Auswertung der Zeitmess-Chips.

Kuhsee-Triathlon hätte 2020 zum 21. Mal stattgefunden

Und selbst deren Wechsel bei der Staffel hatte Organisatorin Katja Mayer vom Augsburger Gesundheitsamt absegnen lassen. „Ich wollte einfach nirgendwo ein Risiko eingehen“, sagte Mayer.

Eigentlich sollte Ende Juli der 21. Kuhseetriathlon über die Bühne gehen, doch die Covid-19-Epidemie machte alle Pläne zunichte. Die Veranstaltung wurde in den Oktober verschoben, aus dem Triathlon wurde ein Duathlon ohne Schwimmen. Aber dafür mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept. Es gab am Wochenende kein gemeinsames Aufwärmen, keine Massenstarts, sondern es durften immer nur zwei Athleten auf die Strecke. Auf dem Boden waren grüne Punkte als Startmarkierung aufgesprüht und losging es erst, als die eigens installierte Start-Ampel auf Grün sprang. „Wir haben die Corona-Ampel schon“, witzelte Mayer am Sonntag. Der Humor war ihr trotz der stressigen Vorbereitung nicht abhandengekommen.

Erst wenn die Ampeln auf Grün geschaltet waren, durften die Athleten loslaufen, damit der Abstand am Start gewahrt blieb.
Bild: Michael Hochgemuth

Doch am Ende war sie nach zwei nervenaufreibenden Tagen froh, dass alles problemlos über die Bühne ging. Ein besonderes Lob hatte sie für die Teilnehmer bereit: „Die Leute waren unheimlich diszipliniert und bemüht ja alles richtig zu machen.“ Allerdings verzichteten auch viele Angemeldete auf einen Start. Und so war auch die Arbeit der Percussionband Pica-Pau im Zielraum anders als sonst. Dort, wo sich normal bis zu 3000 Zuschauer tummeln und die Athleten anfeuern, herrschte gähnende Leere. Nur ihre Trommeln sind zu hören. „Klar ist das ungewohnt, aber wir geben alles, um die Athleten zu unterstützen“, sagt Sprecher Ulrich Bammer. „Wir können den Läufern zwar hinter der Maske kein Lachen schenken, aber wenn sie uns anlächeln, dann wissen wir, wir haben alles richtig gemacht.“

Die positive Resonanz der Teilnehmer ist auch der größte Lohn für Katja Mayer. Deshalb plant sie jetzt schon wieder den „normalen“ Triathlon 2021. Wie immer Ende Juli. „Meine Rechnung wird wohl Null auf Null aufgehen, aber wenn man die Leute sieht, wie dankbar sie sind, dass es eine Startmöglichkeit gibt, war das alles Wert.“

Organisatorin Katja Mayer mit der obligatorischen Maske.
Bild: Michael Hochgemuth

So sieht es auch Startläufer Dominik Lindner. „Wir sind froh, dass der Duathlon durchgezogen wurde.“ Die ambitionierten Leicht- und Triathleten aus Friedberg sind normalerweise fast jedes Wochenende auf einem Wettkampf. Dieses Jahr ist der Duathlon der erste: „Alles andere wurde abgesagt.“ Dementsprechend ehrgeizig war das Trio unterwegs. Und gewann am Ende mit eineinhalb Minuten Vorsprung. Dass sie das Ergebnis erst später erfuhren, war nicht so wichtig.

Es gab coronabedingt keine Siegerehrungen, die ausgelobten Preise werden verlost. So machten sich die Lindner-Brüder nach ihrem Sieg ganz einfach auf den Heimweg. 2011 bei ihrem ersten Kuhsee-Triathlon-Sieg war das noch anders. Aber da gab es auch noch kein Corona.

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