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Tour de France 2014

14.07.2014

Nächster Favorit raus: Tour-Träume von Contador enden im Graben

Umsonst gekämpft: Mitfavorit Alberto Contador schied am Montag nach einem Sturz aus.
Bild: Kim Ludbrook/ dpa

Nach einem schweren Sturz in den Vogesen verliert die Tour de France ihren nächsten Protagonisten - nach Froome, Schleck und Cavendish. Damit könnte der Weg frei sein für Nibali.

Alberto Contador legte  seinen Arm kurz um Kollege Michael Rogers, dann stieg er vom Rad und setzte sich völlig frustriert in den Begleitwagen zu Teamchef Bjarne Riis. Es ging nicht mehr weiter für den sichtlich mitgenommenen zweimaligen Tour-Champion, die Schmerzen waren offensichtlich zu groß. Nach einem schweren Sturz des Madrilenen auf der zehnten Etappe von Mulhouse nach La Planche des Belles Filles in den Vogesen hat die 101. Tour de France am Montag ihren zweiten Anwärter auf den Gesamtsieg verloren. Fünf Tage nach dem Abschied von Vorjahressieger Chris Froome musste auch Contador das Rennen aufgeben.

Nur ein Kandidat des Top-Trios ist noch übrig

Damit ist womöglich nun der Weg für den Italiener Vincenzo Nibali frei. Der Sieger des Giro d'Italia von 2013 ist der einzig verbliebene Kandidat des einstigen Top-Trios. Bereits vor dem Ausfall Contadors war er zum Favoriten avanciert, nachdem er Contador auf der Kopfsteinpflaster-Etappe mehr als zwei Minuten abgeknöpft hatte.

Contadors folgenschwerer Sturz ereignete sich auf der Abfahrt des Petit Ballon gut 95 Kilometer vor dem Ziel. Dabei verletzte er sich am rechten Knie, das bandagiert werden musste.

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Mit zerfetzter Hose fuhr Contador zunächst weiter

Sein Bein war blutverschmiert, das Trikot verdreckt und die Hose zerfetzt. Der Tour-Champion von 2007 und 2009 musste Rad und Schuhe wechseln. Er verlor vier Minuten bei dem ungewollten Zwischenstopp. Wie paralysiert ließ er die Behandlungen durch den Tour-Arzt über sich ergehen, stieg aber trotzdem noch einmal auf sein Rad. Zusammen mit seinen Teamkollegen setzte er die Fahrt fort, 15 Kilometer später sah er die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein.

Kreuzbandriss, Gelenksprengung, Brüche: Das Favoritensterben geht weiter

Damit verliert die Frankreich-Rundfahrt einen weiteren Protagonisten wegen einer Sturzverletzung. Erst am vergangenen Mittwoch war Froome nach einer Sturzserie ausgestiegen. Er erlitt Brüche am linken Handgelenk und an der rechten Hand. Noch schlimmer war es Anfang vergangener Woche Andy Schleck, dem Gesamtsieger von 2010, ergangen. Nach einem Sturz auf das rechte Knie war für ihn ebenfalls das Rennen beendet.

Er trug einen Kreuzbandriss, einen Seitenband- und Meniskusriss sowie Knochenprellungen davon. Schleck wird monatelang ausfallen. Und bei den Sprintern war bereits nach dem ersten Tag die Rundfahrt für Mark Cavendish beendet. Er war beim Zielsprint zu Fall gekommen und hatte Bänderrisse in der Schulter sowie eine Eckgelenksprengung erlitten.

Bei schlechtem Wetter gab es heuer schon viele Stürze

Damit steht die Tour de France in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Immer wieder war es - auch dem schlechten Wetter geschuldet - zu Stürzen gekommen. Seit der Rückkehr aus England hatte es nahezu an jedem Tag geregnet, auf der schweren Arenberg-Etappe sogar ohne Unterbrechung.

Für Contador ist der Ausfall besonders bitter. Der Spanier war in herausragender Form angereist, die er mit 2009 verglich, als er die Tour beherrscht hatte. Schon im Februar hatte er bei der Algarve-Rundfahrt seinen ersten Sieg nach über einem Jahr geholt.

Contador war nicht der einzige gestürzte Fahrer am Montag

Kurz darauf gewann er die Fernfahrt Tirreno-Adriatico. Auch bei der Katalonien-Rundfahrt und der Dauphiné entschied er die direkten Duelle gegen Froome für sich. Contador sprach "vom besten Frühjahr" seiner gesamten Karriere. So gut war er nach seiner Dopingsperre im Zuge des positiven Clenbuterol-Befunds bei der Tour 2010 nicht mehr gewesen.

Der Spanier war am Montag nicht der einzige Fahrer, der gestürzt war. Auch der bisherige Gesamtdritte Tiago Machado vom deutschen NetApp-Team kam auf der Etappe nach La Planche des Belles Filles zu Fall, konnte seine Fahrt aber fortsetzen. Immer wieder einsetzender Regen hatte die Strecke rutschig gemacht.

Stefan Tabeling und Andreas Zellmer/ dpa

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