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Kommentar

01.02.2018

Personalrochade bei den Löwen: Das Problem heißt Ismaik

Der umstrittene Löwen-Investor Hasan Ismaik hat sich von seinen Ämtern zurückgezogen. Seine Nachfolger stehen ihm aber loyal gegenüber.
Bild: Andeas Gebert, dpa (Archiv)

Löwen-Investor Hasan Ismaik zieht sich zurück - und wird bei Entscheidungen doch mitmischen können. Eine Annäherung zwischen Verein und Investor wird es nicht geben. Ein Kommentar.

Hasan Ismaik, der umstrittene Investor des TSV 1860 München, wird auch nach der personellen Neubesetzung der Vereinsgremien sein Ohr an dem Verein haben. Die neuen Ratsmitglieder Peter Cassalette und Saki Stimoniaris stehen dem Jordanier loyal gegenüber, werden nach seinem Willen abstimmen und im Gegensatz zu ihm auch die Zeit haben, stets an den Sitzungen teilnehmen zu können.

Beide hatten zuvor Posten bei den Löwen bekleidet: Cassalette war Präsident, Stimoniaris Verwaltungsrat bei den Löwen. Und beide hatten ihren Rücktritt von diesen Posten unter anderem damit begründet, wegen ihrer investorenfreundlichen Haltung Probleme bekommen zu haben.

Ismaik sprach von Blockadehaltung

Im Rückzug von Ismaik liegt zwar eine zarte Chance auf einen Neuanfang. Zwischen dem Jordanier und den anderen Ratsmitgliedern war die Stimmung derart verfahren, dass Ismaik selbst von einer „Blockadehaltung“ sprach.

Zugleich zeigt auch die Vereinsseite ein Entgegenkommen: Markus Drees, der als Intimfeind Ismaiks galt, wird den Aufsichtsrat verlassen. Vor zwei Wochen waren E-Mails aufgetaucht, in denen Drees von einer „Politik der Nadelstiche“ gegen Ismaik geschrieben haben soll, um den Jordanier loszuwerden.

Mai 2017: Polizisten formierten sich vor dem 1860-Fanblock. Beim Relegationsspiel gegen Regensburg kommt es zu Ausschreitungen, Zuschauer werfen Eisenstangen und Sitzschalen aufs Spielfeld. Die Partie wird für rund 15 Minuten unterbrochen, ein Abbruch droht. Am 30. Mai 2017 um 20.01 Uhr steht fest: Die Löwen steigen in die 3. Liga ab.
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Der Niedergang des TSV 1860 München in Bildern
Bild: Peter Kneffel/dpa

Eine Annäherung wird es nicht geben

Wird jetzt alles besser beim TSV 1860? Mitnichten. Denn eine echte Annäherung wird es zwischen beiden Parteien – auf der einen Seite der Investor, auf der anderen der Verein – niemals geben. Zu gegensätzlich sind die Ansichten darüber, was sportlich und wirtschaftlich sinnvoll und machbar ist.

Immer wieder traf Ismaik im Alleingang Personalentscheidungen, die sich als falsch erwiesen, wie etwa die Verpflichtung von Ex-Trainer Vítor Pereira. Wirklich Ruhe kann in diesen Verein nur einkehren, wenn Ismaik seine Anteile verkauft und sich komplett zurückzieht.

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