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Protest gegen Rassismus: Die Sportfamilie wehrt sich

Protest gegen Rassismus: Die Sportfamilie wehrt sich
Kommentar Von Anton Schwankhart
03.06.2020

Der politische Protest im Weltsport, besonders jener gegen Rassismus, hat eine lange Tradition. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd machen die Sportstars Druck auf die Politik.

Der politische Protest im Weltsport, besonders jener gegen Rassismus, hat eine lange Tradition. Sie beginnt nicht erst mit den Olympischen Spielen 1968, als die beiden Sprinter Tommie Smith und John Carlos, Olympiasieger und Drittplatzierter im 200-m-Lauf, gesenkten Hauptes ihre schwarz behandschuhten Fäuste in den Nachthimmel von Mexiko-City reckten.

Und er endete, das war vorauszusehen, nicht mit dem NFL-Footballer Colin Kaepernick, der beim Abspielen der US-Hymne niederkniete, was für aufrechte Amerikaner eine Respektlosigkeit darstellt.

Footballer Colin Kaepernick kniete bei der US-Hymne nieder - und wurde gefeuert

Kaepernick wollte so lange in die Knie gehen, bis Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze aufhörten. Bald darauf entließ ihn sein Verein. Ein anderer Club wollte ihn nicht mehr haben. Kaepernick müsste heute noch immer zur Hymne knien.

Protest gegen Rassismus: Die Sportfamilie wehrt sich

Inzwischen übernehmen das andere für ihn. Als Folge des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in den USA gehen Sportler in der ganzen Welt in die Knie. Sie protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt. Dafür bedarf es keiner Organisation. Der Sport ist die Verbindung, Romantiker sprechen auch von der Sportfamilie, die zusammenhält.

Dass die Breite der Bewegung auch daraus resultiert, dass mancher dabei sein möchte, der für sein eigenes Leben noch keine Verantwortung übernimmt, aber starke Parolen auf T-Shirts kritzelt, lässt sich nicht vermeiden. Bleibt zu hoffen, dass die geschmeidigen Jungmillionäre in diesem Prozess etwas für sich lernen. Helden, die sie gerne wären, werden sie nicht. Es gibt keine Neigung der Sportverbände sie für ihre Statutenverstöße zu bestrafen.

Der Protest der Kniefälligen macht Druck auf die Politik

Es wäre ja auch absurd. Der Versuch des Sports sich die Politik vom Hals zu halten, hat häufig nicht funktioniert. Erinnert sei an Olympia 1936, an die Boykottspiele 1980 und 1984, an München 1972. Überall dort hat sich die Politik des Sports bedient.

Nun ist es über den Weg der öffentlichen Solidaritäts- und Sympathiegesten der Sportfamilie umgekehrt. Der Protest der Kniefälligen macht Druck auf die Politik.

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