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Fußball

14.11.2018

Style und das Geld: Jérôme Boateng gibt in "Boa" Lebenstipps

Im Lifestyle-Magazin Boa gibt Jérôme Boateng Tipps für den richtigen Style.
Bild: Felix Hörhager, dpa

Der Nationalspieler hat jetzt ein Lifestyle-Magazin: "Boa" soll das Lebensgefühl von hippen Großstädtern darstellen. Die müssen aber auch etwas Kleingeld haben.

Manchmal weiß man gar nicht, dass man etwas haben möchte – bis man von dessen Existenz erfährt. Aus der Werbung zum Beispiel. Oder aus einer Zeitschrift. Wer sein Herz leicht an einen Goldring verliert, dessen Front die Buchstaben „DAD“ zeigt, und bereit ist, dafür schlappe 135 Euro auszugeben, ist bei Boa richtig aufgehoben. Das Magazin, das am samstag erstmals bei Gruner + Jahr erschienen ist, hat mit Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng einen Paten, der nicht nur Namensgeber, sondern auch Sinnstifter ist. Beim Durchblättern des Lifestyle-Magazins, das laut Ver-lags-Info „das Lebensgefühl von urban millennials“ einfangen soll, meint man förmlich wummernde Hip-Hop-Bässe zu spüren.

In "Pick it like Boa" gibt Boateng Einkaufstipps

Laut Vorwort (im Heft als „The Message“ bezeichnet), als dessen Verfasser Boateng geführt ist, geht es in Boa um „Menschen mit Stil, die etwas zu sagen haben“. So viel darf gesagt sein: Um dezente Einkaufstipps geht es schon auch. Bis man beim Vorwort/Message angekommen ist, werden auf Doppelseiten zuerst Uhren, dann Sportwagen, schließlich Jeans und Schmuck beworben. In der Rubrik „Pick it like Boa“ gibt der Boss selbst exklusive Empfehlungen. Neben dem eingangs erwähnten Goldring legt er seiner Leserschaft eine Sonnenbrille aus eigener Kollektion (179 Euro) oder eine limitierte Armbanduhr zum Vorzugspreis von 29000 Euro ans Herz.

Die Sparfüchse unter den urban millennials haben da natürlich längst den weiter hinten versteckten Rabattcode entdeckt, mit dem Boa-Leser 17 Prozent (Rückennummer!) auf die Brillenkollektion ihres Idols erhalten. Es muss ja nicht gleich der Pool für 980000 Euro sein, der in der Rubrik „Gönnung des Monats“ aufgeführt ist. Dass Boa-Leser nicht in der zerlumpten Jogging-Hose ins Fitness-Studio gehen, unterstellt die Rubrik „Gym Gym Gym“ - mit Tipps für Kopfhörer oder Bodypeeling.

Veysel Gelin: „Rummenigge will halt auch unser Bruder sein“

Tatsächlich gibt es in dem Heft aber auch was zu lesen. Das Motto der Erstausgabe „Deutschland ist cooler“ beschäftigt sich mit der politischen Lage. Das ist ungewohnt für Fußballer, die sonst einen großen Bogen um alles Politische machen und sich lieber in Belanglosigkeiten flüchten. Boateng verrät im Doppel-Interview mit Herbert Grönemeyer, wie er Rassismus im Alltag und auf dem Fußballplatz erlebt hat und dass er seine beiden Töchter in manche Gegenden von Berlin nicht lassen würde: „Mit anderer Hautfarbe hast du da immer was zu befürchten.“ Überraschende Einblicke, gefärbt in der Boa-Lebenswelt, gibt Kida Ramadan, Star aus der Gangster-Serie „4 Blocks“, im Interview. Den Erfolg der Serie beschreibt er so: „Die heftigsten Leute zeigen plötzlich Respekt. Stars behandeln uns wie Stars. Ich kriege keinen Anruf von Coppola, aber Mails von Jogi Löw.“ Der Bundestrainer hat demnach „die Serie gefeiert“, ebenso wie die ganze Nationalelf. „Sogar Karl-Heinz Rummenigge will ein Foto von mir haben.“ Ergänzung seines Co-Stars Veysel Gelin: „Rummenigge will halt auch unser Bruder sein.“

Ob der Bayern-Boss und die beiden Schauspieler tatsächlich Brüder geworden sind, steht vielleicht in der neuen Boa. Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe. Kostenpunkt sind vergleichsweise günstige 4,90 Euro.

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