Augsburger Panther

10.02.2015

"Mit geballter Faust in der Tasche"

"Eishockey ist ein Tagesgeschäft", weiß Panther-Hauptgesellschafter Lothar Sigl. Derzeit können die Tage für ihn nicht lang genug sein. Es gibt viel zu tun bei den Augsburger Panthern.
Bild: Ulrich Wagner

Panther Hauptgesellschafter Lothar Sigl über das Debakel gegen Nürnberg, die Trainersuche und den Saisonendspurt. Coach Greg Thomson setzte Straftraining an

Das peinliche Heim-Debakel vor der Länderspielpause wirkt noch immer nach. Lothar Sigl erzählt, wie er das 2:10 gegen Nürnberg erlebt hat: "Mit geballter Faust in der Hosentasche. Aber das hilft jetzt auch nicht weiter." Der Hauptgesellschafter hat sich kräftig geärgert über den unmotivierten Auftritt seines Eishockey-Personals und gewiss seine Schlüsse daraus gezogen. Doch über mögliche Konsequenzen hält sich der Gastwirt aus Rederzhausen in der Öffentlichkeit zurück.

Trainerfrage Gewohnt zugeknöpft gibt sich Sigl auch in der wichtigsten Personalentscheidung: "Ich kommentiere keine Spekulationen über den Trainer." Die Panther nehmen sich Zeit. "Das kann auch bis nach der Saison dauern." Wasserstandsmeldungen über den Stand der Verhandlungen will der in Deutschland bestens vernetzte Panther-Boss nicht abgeben, auch wenn die Fans diese Frage am meisten umtreibt. In dieser Woche spricht Sigl mit Trainer Greg Thomson, der sein Konzept vorstellen soll.

Neue Spieler Auch hier lässt sich der Hauptgesellschafter nicht in die Karten blicken. Die Tatsache, dass die Panther für 2015/16 noch keinen neuen Bandenchef benannt haben, bedeute nicht, dass nicht am Kader gebaut wird. Sigl: "Eishockey ist ein Tagesgeschäft. 365 Tage im Jahr." Zunächst muss diese Saison beendet werden, danach wird in Einzelgesprächen mit den Spielern und dem Trainer Bilanz gezogen.

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Gleichwohl stehen im Kader Profis, die einen Kontrakt auch für die kommende Spielzeit besitzen. Dazu zählen offenbar die Verteidiger Steffen Tölzer und Brady Lamb sowie der Stürmer Daniel Weiß. Als Neuzugang hat nach Informationen unserer Zeitung der Wolfsburger Aleksander Polaczek einen mehrjährigen Vertrag in Augsburg unterschrieben. Panther-Verteidiger Patrick Seifert wird dagegen als Neuzugang in Wolfsburg gehandelt.

Konsequenzen Greg Thomson ließ die Mannschaft im ersten Eistraining nach dem Debakel spüren, was er von sieben Gegentoren gegen Nürnberg in nur einem Drittel hält. Der Deutsch-Kanadier scheuchte die Profis 40 Minuten lang ohne Scheibenkontakt übers Eis. Auch wenn das Erreichen der Play-offs kein realistisches Ziel mehr ist, "muss man die Saison mit Herz und Stolz zu Ende spielen", sagt Thomson. Außerdem gibt der Trainer zu bedenken: "Ein 2:10 tut keinem Namen, der daran beteiligt ist, gut." Am Freitag um 19.30 Uhr beginnt der DEL-Endspurt für die Panther mit dem Auswärtsspiel in Berlin.

Ausfälle In der Hauptstadt treten die Augsburger weiterhin arg dezimiert an. Die Stürmer Dan DaSilva und Daniel Weiß sind gesperrt. Patrick Seifert (Schulterverletzung) konnte noch nicht trainieren. Sein Abwehrkollege Arvids Rekis klagte nach einem Belastungstest über Kopfschmerzen als Folge einer Gehirnerschütterung und musste wieder aussetzen.

Auch Torhüter Chris Mason (Rückenbeschwerden) und Angreifer Spencer Machacek (Ellbogen) sind nicht voll belastbar. Dafür soll der ansonsten an den Kooperationspartner Ravensburg ausgeliehene Verteidiger Patrick Kurz für die Panther auflaufen. Thomson: "Wir wollen ihn testen. Auch im Hinblick auf die nächste Saison."

Kampfansage Um seine Straubinger Mannschaft zu motivieren, hat der ehemalige Panther-Coach Larry Mitchell im Fachblatt Eishockey-News das Ziel ausgegeben: "Wir haben Augsburg im Blick." Die Niederbayern (42 Punkte) stehen direkt hinter den AEV-Profis (47). Seitdem Mitchell die Tigers Anfang Dezember 2014 übernommen hat, geht es bergauf. Nach seinem Rauswurf beim AEV ist der Rückstand der Straubinger auf Augsburg von zwölf auf fünf Zähler geschrumpft.

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