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Krawalle beim ersten Spiel von RB Leipzi

11.08.2009

Ex-FCA-Profis schlägt Hass entgegen

RB Leipzig, Ausschreitungen
Bild: imago

Bedroht, beschimpft, bespuckt: Beim Saisonauftakt des RB Leipzig schlug vier ehemaligen FCA-Kickern der blanke Hass entgegen. Selbst ein alter Haudegen wie Ingo Hertzsch hat so etwas noch nie erlebt. Von Robert Götz

Dass sein Team beim ersten Auswärtsspiel inder Oberliga bei Carl-Zeiss Jena II nicht gerade mit offenen Armenempfangen würde, war Ingo Hertzsch (32) schon klar. Seit dieser Saisonist der Ex-FCA-Profi Kapitän bei RB Leipzig. Jener Retortenklub, dender österreichische Getränkehersteller "Red Bull" mitMillioneninvestitionen möglichst schnell aus der fünften Liga in dieBundesliga befördern will und damit zur Zielscheibe derUltra-Fangruppen im Osten wurde.

Dass der erste Auftritt so vonKrawallen überschattet würde, hatte sich auch Hertzsch, immerhin seitzehn Jahren Profi mit 227 Bundesligaspielen auf dem Buckel, nichtvorgestellt: "So etwas habe ich noch nie erlebt." Jenaer Hooligansmachten das erste Auswärtsspiel des neuen Klubs zum Spießrutenlaufenfür die Gäste. Mittendrin auch die vier Ex-Augsburger in LeipzigerDiensten Hertzsch, Thomas Kläsener, Lars Müller und Sven Neuhaus.

Schonbei der Anfahrt versuchten die rund 70 Hooligans den Leipziger Bus miteiner Sitzblockade zu stoppen. Der Bus wurde mit Flaschen beworfen, diePolizei musste mit Pfefferspray den Weg freimachen.

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BeimWarmlaufen und während der Partie, die auf einem Nebenfeld desErnst-Abbe-Sportfeldes stattfand, wurden die Spieler dann von denRandalieren bespuckt, mit Bierbechern beworfen und auf das Übelstebeschimpft ("Wir erschießen euch."). Während sich die Jena-Fans unterden Augen der Polizei fast ungehindert bewegen konnten, wurde diewenigen RB-Fans unter den rund 800 Zuschauern in einen umzäuntenBereich gezwängt. Hertzsch versteht besonders die Spielansetzung aufeinem Nebenfeld nicht: "Die Randalierer standen direkt amSpielfeldrand. Das hat man in Jena vollkommen unterschätzt und das istdie Quittung dafür. Ich frage mich da schon wer den Fußball kaputtmacht. Wir oder diese sogenannten Fans?"

Nach dem Abpfiff musstendie Leipziger dann ungeduscht sofort in den Bus einsteigen und wurdenmit einer Polizeieskorte aus der Stadt gebracht. "Wie die Verbrecher",sagt Hertzsch. "Die Polizei hat gesagt, das wäre besser so", erzähltLars Müller. Der war auf Ungemach schon vorbereitet, wenn auch nichtauf dieses Hass-Potenzial. "Im Prinzip haben wir gewusst, was unserwartet. Aber das war schon heftig."

Dass derSaisonauftakt mit einem blamablen 1:1 nicht nach Wunsch verlief, warangesichts der Umstände nicht so von Bedeutung. "Das war sportlichnicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir brauchen einfach noch einwenig Zeit", erklärt Hertzsch.

Zeit braucht anscheinend auchder Verband um sich auf die knifflige Situation mit dem neugegründetenVerein einzustellen. Diesen Eindruck hat auf jeden Fall RB-PräsidentAndreas Sadlo: "Wir müssen unsere Spieler schützen, haben bei derSicherheitsberatung dringend darum gebeten, im Stadion zu spielen. Manhat uns nicht ernst genommen, hat Ausschreitungen fast schon mutwilligin Kauf genommen."

Ein Ausstiegsszenario von Geldgeber Red Bullwürde es aber nicht geben. "Uns ist klar, dass einige mit dem ProjektRB Leipzig ein Problem haben, wir stellen uns jeder sachlichen Kritik",sagt Sadlo und fügt hinzu: "Wir werden uns diesen Gewalttätigen nichtbeugen, werden uns wehren, haben keine Angst."

Lars Müller setztauch auf eine sportliche Lösung des Problems: "Je weiter wiraufsteigen, desto besser werden die Stadien und auch die Fans."

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