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FC Augsburg

24.01.2021

FCA-Stürmer Niederlechner ist mal wieder der Held

So sieht Freude und Erleichterung aus: Florian Niederlechner beendete gegen Union Berlin seine Torkrise und führte den FC Augsburg mit zwei Treffern zum Erfolg.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Beim Heimerfolg gegen Union Berlin beendet der 30-Jährige seine Torkrise. Nicht nur der Angreifer des FC Augsburg befreit sich von einer schweren Last.

Die Nachspielzeit in der Bundesliga-Begegnung zwischen dem FCA und Union Berlin läuft. Knapp führen die Augsburger, nichts wünschen sie sich in diesem Moment sehnsüchtiger herbei als das Spielende. Physiker werden es verneinen, Florian Niederlechner hingegen wird es bejahen. Als der ausgewechselte Angreifer des FC Augsburg an der Seitenlinie verharrt, verstreichen die Sekunden langsamer als wissenschaftlich belegbar.

Dann der Abpfiff. Niederlechner ballt beide Fäuste und betritt brüllend den von Stollen zerfurchten Arena-Rasen. Der 30-Jährige freut sich nicht nur, er wirkt zugleich extrem erleichtert: wegen des Erfolgs, der eine Serie von drei Niederlagen am Stück beendet hat; vor allem aber wegen des Endes der eigenen Torkrise. Seine Saisontreffer eins und zwei führen letztlich zu einem 2:1 (1:1)-Erfolg, der den FCA durchatmen lässt.

Vor Duell mit Borussia Dortmund lastet weniger Druck auf dem FC Augsburg

Statt den negativen Trend fortzusetzen und sich wachsender Kritik auszusetzen, findet die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich Halt im unaufgeregten Tabellenmittelfeld. Vor den kommenden Duellen mit Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr), Wolfsburg, Leipzig und Leverkusen lastet somit weit weniger Druck auf Trainer und Team.

Niederlechner genießt nach Spielschluss sichtlich die Interviews, statt einmal mehr eigenes Unvermögen erklären zu müssen, erzählt er breit grinsend von zurückgekehrten Glücksgefühlen. Niederlechner gibt im Sky-Interview Einblicke. „Es war echt eine sehr schwere Zeit. Wenn man in der Vorsaison 23 Scorerpunkte macht und das dann nicht erfüllen kann, dann ist das für die Psyche sehr schwer.“

Wie sehr die Torkrise aufs Gemüt geschlagen hat, verdeutlichen die folgenden Sätze. Ähnlich einer Oscarverleihung sieht sich Niederlechner veranlasst, seinen Liebsten zu danken. „Die wichtigste Person für mich ist mein kleiner Sohn. Da habe ich mich wenigstens immer gefreut, wenn ich heimgekommen bin.“ Seine Frau Melanie, merkt er noch an, hätte des Öfteren nach Spielen seine schlechte Laune ertragen müssen. Auch sie dürfte also froh sein, dass das unleidige Thema ihres Mannes sich fürs Erste erledigt hat.

Im Frühjahr, als Niederlechner ebenfalls eine längere Phase ohne Treffer beendet hatte, sinnierte der bullige Angreifer, vom Deppen zum Helden geworden zu sein. Ähnlich dürfte er sich am Samstagabend gefühlt haben. Wie er vor dem ersten Treffer den Ball mitgenommen hatte, aufs Berliner Tor zugestürmt war und kühl den Ball versenkt hatte, das erinnerte an einen selbstbewussten Stürmer, frei von jeglichen Selbstzweifeln. Nicht aber an den zaudernden Niederlechner der Hinserie. Im Kopf hätte er hinter die vermaledeite Vorrunde einen Haken gesetzt, betont Niederlechner. Seine ersten Treffer standen folglich für einen persönlichen Neuanfang.

Florian Niederlechner wollte Rafal Gikiewicz eine Limo spendieren

Herrlich beorderte Niederlechner in die Startelf, weil er das Gespür gehabt hätte, „dass der Knoten platzt“. Vor ein paar Tagen noch hatte Niederlechner seinem Cheftrainer in einer Teambesprechung deutlich die Meinung gesagt, der Erfolg gegen Union schien alle zu versöhnen.

Die Begegnung mit erstaunlich agilen Berlinern zeigte, worauf die erreichten 22 Punkte fußen: Spielerische Mängel gleicht der FCA durch Kampfkraft und Effektivität aus. Und durch einen Torhüter, der die Diskussionen vergangener Tage verstummen lässt. Niederlechner traf nicht nur doppelt, er verschuldete ebenso – wenngleich unabsichtlich – einen Foulelfmeter. FCA-Torwart Rafal Gikiewicz wehrte nicht nur Ingvartsens Versuch ab, er parierte wenig später ähnlich bravourös einen Schuss von Unions Awoniyi. Niederlechner wollte sich gegenüber Gikiewicz erkenntlich zeigen – bei passender Gegenleistung. „Er trinkt ja keinen Alkohol. Deswegen werde ich ihm einen Almdudler spendieren. Aber er kann mir gerne ein Bier ausgeben.“

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