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FC Augsburg

14.07.2017

Herr Baum, was hat sich mit Ihrem Trainerjob beim FC Augsburg verändert?

Zehn Tage lang beobachtete Manuel Baum seine Spieler im Trainingslager in Mals (Südtirol). 41 Akteure hatte er unter seiner Aufsicht.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Manuel Baum vergleicht die Arbeit als Trainer des FCA mit seinem vorherigen Job als Lehrer. Ein Interview über informelle Gespräche mit Spielern und ein Luxusproblem.

Sind Sie froh, dass es jetzt nach zehn Tagen wieder nach Hause geht?

Manuel Baum: Froh wäre das falsche Wort. Es hat sich hier schon rentiert und ich denke, wir hatten eine super Zeit. Alle waren mit Begeisterung dabei. Aber klar, mich freut es, wenn ich meine Familie wiedersehe, denn der Kopf und die Beine sind auch ein bisschen müde.

Ein Thema war immer der große Kader des FC Augsburg. 41 Spieler sind schon ein Rekordwert...

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Baum (lacht): Uns war es auch nicht langweilig. Für uns hat der Tag um 7 Uhr begonnen und um 21 Uhr geendet. Das Ziel war eine flüssige Situation und ich denke, das haben wir gut hinbekommen. Als Lehrer hatte ich früher ja auch 35 Schüler und war allein. Hier habe ich mehr Personal dabei.

Wie sieht es jetzt beim normalen Trainingsbetrieb in Augsburg aus?

Baum: Zunächst werden die fünf Jugendspieler wieder zu ihren Teams zurückkehren. Ansonsten mache ich mir da keine großen Gedanken. Uns war wichtig, dass hier jeder seine Chance bekommen hat. Wie sich das weiterentwickelt, werden wir sehen.

"Das ist so wie in der Schule"

Wie waren Sie denn mit Rösch, Greisel, Stanic, Malone und Scherzer aus dem eigenen Nachwuchs zufrieden?

Baum: Wir werden noch mit jedem Einzelnen ein Gespräch führen, damit auch wir ein Feedback bekommen. Es ist wichtig, mit den jungen Spielern zu kommunizieren, dass man ihnen sagt: Das habt ihr gut gemacht und wo ihre Entwicklungsfelder sind. Wir haben jedenfalls gesehen, dass wir sehr gute Talente in unseren Reihen haben.

Sie hatten mit Hitz, Giefer, Luthe und Gelios vier Torhüter dabei. Irgendwann müssen Sie vielleicht eine unpopuläre Entscheidung treffen. Stefan Reuter hat gesagt, alle sind auf einem hohen Leistungsstand. Hat man da vor einer Entscheidung ein bisschen Angst?

Baum: Wirklich nicht. Ich habe das doch oft in der vergangenen Saison gesehen. Du hast eine Aufstellung im Kopf und im Abschlusstraining verletzt sich einer. Nein, mir war wichtig, dass in der Torwartgruppe um Trainer Zdenko Miletic ein guter Teamgeist geherrscht hat.

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Trainingslager: Der FCA lässt seine Muskeln spielen
Bild: Klaus Rainer Krieger

Mit Giefer, Heller Khedira, Gregoritsch und Cordova waren fünf Neue dabei...

Baum: Das ist so wie in der Schule. Wenn in eine 7. Klasse Neue kommen, müssen sie zunächst auf den gleichen Wissenstand gebracht werden. Wir haben gesehen, die sind variabel einsetzbar und die Informationen, die wir vorher hatten, haben sich fast zu 100 Prozent gedeckt.

Was gibt es für neue Erkenntnisse?

Baum: Wir haben vieles probiert. So haben wir zum Beispiel Usami, der sonst auf den Flügeln spielt, auch mal auf der Zehn spielen lassen. Ja-Cheol Koo, der eher vorne spielt, haben wir mal auf der Sechs probiert oder Cordova, der ebenfalls meist auf dem Flügel gespielt hat, haben wir auch mal auf die Mittelstürmerposition beordert.

"Wichtiger sind die informellen Gespräche"

Es gab ja in der vergangenen Saison auch ein paar Sorgenkinder. Ist so ein Trainingslager auch dafür da, um Einzelgespräche mit den Spielern zu führen?

Baum: Formelle Gespräche zu führen ist nicht so einfach. Wichtiger sind die informellen Gespräche. Das nützen wir dann beim längeren Weg zum Trainingsplatz oder abends nach dem Essen. Das ist wichtig, damit sich nichts aufstaut.

Vielleicht ein Wort zu Erik Thommy, der lange Zeit ausgeliehen war?

Baum: Erik hat in der vergangenen Saison einen Riesensprung gemacht und war auf seiner Position einer der besten in der 3. Liga. Er ist dynamisch und technisch richtig gut und einer, der sich nie hängen lässt.

Das erste Pflichtspiel steht am 13. August auf dem Programm im DFB-Pokal beim FC Magdeburg. Da hat der FCA schon einmal in der ersten Hauptrunde verloren. Haben Sie Angst davor, dass Ihre Spieler Magdeburg wieder unterschätzen könnten?

Baum: Nein, habe ich nicht. Ich denke, es ist wichtig, dass man Respekt zeigt, aber als Bundesligist muss auch ein gewisses Selbstbewusstsein vorhanden sein. Wichtig ist aber Respekt. Egal ob ich zu den Bayern fahre oder nach Magdeburg.

 

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