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FC Augsburg

30.07.2019

Hinteregger kritisiert Baum: "Kann nichts Positives über ihn sagen"

Der FCA-Innenverteidiger Martin Hinteregger kritisierte nach der Niederlage in Mönchengladbach auch seinen Trainer Manuel Baum.
Bild: Fotostand, van der Velden

In Gladbach lagen die Nerven blank nach der 2:0-Niederlage des FCA gegen die Borussia. Vor allem Innenverteidiger Hinteregger nahm kein Blatt vor dem Mund.

Nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Sieg lagen bei Martin Hinteregger am späten Samstagnachmittag die Nerven blank. 0:2 hatte der österreichische Innenverteidiger mit dem FC Augsburg bei Borussia Mönchengladbach verloren, als er zuerst in einem Rundfunk-Interview und dann auch noch in der Mixed-Zone zur Generalabrechnung ansetzte. Dabei machte er auch vor Trainer Manuel Baum nicht halt.

Zuerst  gab der 26-Jährige dem Bayerischen Rundfunk Rede ein Interview.  Als der Radio-Reporter ihn auf Trainer Manuel Baum ansprach, machte Hinteregger, der schon früher mit klaren Worten für Aufsehen sorgte, aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Die Abwärtsspirale geht jetzt schon ein Jahr. Das ganze Jahr 2018 ist die Kurve eigentlich schon nach unten gegangen. Ich kann nichts Positives über ihn sagen - und werde auch nichts Negatives sagen.“

Gut möglich, dass  Hinteregger noch zu sehr unter dem Eindruck der vorausgegangenen 90 Minuten stand, die wieder einmal mit einer Enttäuschung endeten. Doch diese Aussage war eine deutliche Kritik am Trainer.

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Martin Hinteregger: "Es macht keinen Spaß, wenn du nur immer den Ball nachläufst"

Nach drei Monaten ohne Sieg, zuletzt hatte der FCA Ende September 2:1 in Hannover gewonnen, redete sich Hinteregger aber auch dann ein paar Meter weiter in der Mixed-Zone seinen Frust einfach von der Seele. Ihm war anscheinend egal,  dass diese Generalabrechnung durchaus  Konsequenzen für ihn haben könnte.  Manager Stefan Reuter kündigte schon ein  Gespräch an. Hinteregger sagte: „Wir waren heute einfach nur schlecht. Wir haben haushoch verdient verloren. Normalerweise muss es zur Halbzeit schon 4:0 stehen für Gladbach. Wenn man so spielt, sich nur hinten reinstellt und nur bettelt ein Tor zu bekommen, sieht ein Spiel so aus.“

Er wisse selbst nicht genau, „was heute unsere Taktik war“. Was er überhaupt nicht verstand und da schloss er sich mit ein, war das Auftreten auf dem Platz. Er sagte: „Wir haben unter der Woche alle zusammen gute Gespräche geführt und heute ist  wieder genau das Gegenteil rausgekommen. Nur darum zu betteln ein Tor zu bekommen, ist nicht richtig.“

Er hatte an diesem trüben Nachmittag die Lust an Fußball verloren. „Es macht keinen Spaß, wenn du nur immer den Ball nachläufst und hin und her verschiebst.“ Für ihn sei jetzt wichtig, „dass wir wieder eine Taktik finden, die zu uns Spieler passt“. Die ultradefensive Ausrichtung in Gladbach war es für ihn anscheinend nicht.

FCA: Andre Hahn schaut schon nach vorne

Wie weit  die Wahrnehmung des Spieles innerhalb der Mannschaft auseinander klaffte, zeigten dann die Aussagen von Andre Hahn, der nur wenige Minuten nach Hinteregger in die Mixed-Zone kam. Hahn sprach auch die Defizite an, doch anders als der deprimierte Hinteregger, versuchte er schon wenige Minuten nach der ernüchternden Niederlage wieder nach vorne zu schauen: „Ich will nichts schön reden, aber uns gegenseitig zu zerfleischen bringt nichts“, sagte der 28-jährige Ex-Gladbacher und fügte an: „Es bringt jetzt nichts den Kopf in den Sand zu stecken. Wir wissen, dass wir tief im Sumpf stecken und müssen uns jetzt als Mannschaft zusammen herausarbeiten. Wenn wir jetzt hier rumkotzen und sagen alles ist schlecht, kommen wir nicht weiter.“

Er verteidigte auch die taktische Marschroute des Trainers: „In meinen Augen haben wir heute die richtige Taktik gewählt. Wir hatten viel während der Woche miteinander gesprochen. Die Mannschaft war eingeschworen und wir wussten, wie wir heute spielen. Das war eine geschlossene Entscheidung. Da gibt es nichts zu rütteln. Wir stehen voll hinter dem Trainer.“ Wirklich alle?

Lesen Sie dazu auch: FCA: "Kobel hätte der Held des Spiels werden können"

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Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg
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FCA holt auch in Gladbach keine Punkte
Bild: Roland Weihrauch
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27.01.2019

Wie lange wollte der FCA nach dem Aufstieg in der ersten Liga spielen? Richtig ist dass ein Herr Weinzierl, Baum und Reuter Schuld sind dass es länger dauerte. Dass es momentan wieder Mal nicht gut läuft ist ja offensichtlich. Aber wieder Mal alles schlecht reden ist wohl nicht Zielführend. Wenn einem die familiäre Führung des FCA nicht gefällt, finde ich es in Ordnung. Aber es gibt doch momentan 14 andere Vereine die es besser machen. Als Alternative empfehle ich da jedem den FC Bayern, da kann man beruhigter Fussball schauen. Ich fand die letzten Jahre geil, wie sie gespielt haben und hoffe dass sie den Weg dahin wieder finden. Ansonsten kommt halt das Unvermeidliche. Aber dann mit Stil und Anstand.

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27.01.2019

Jetzt sind die Schiedsrichter schuld, Hinteregger wird wegen einer "Verletzung" voraussichtlich fehlen. Die Mannschaft hat alles richtig gemacht, nur die Gegner "spielen" nicht mit! Jeder hat's gesehen, dass der FCA speziell in der 1 HZ grottenschlecht gespielt hat, in der 2. "nur" schlecht. Aber einige Spieler in der Mannschaft und die "Führung" sehen das anders! das problem mit Baum ist, dass er eben aus dem Verein kommt und menschlich ganz OK ist. Ihn zu "feuern" ist schwierig. Einen anderen, adäquaten, Platz im Verein anzubieten, ist momenta (wahrscheinlich) nicht möglich. Allerdings sollte ein Trainer auch einsehen, dass er, wenn er die Mannschaft nicht mehr erreicht und/oder mit seinem Latein am Ende ist, von selber einen Rücktritt anbietet. Die Vereinsführung ist momentan nicht in der Lage, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Auch das zeigt den desolaten Schwund/Zustand in der letzten Zeit.

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27.01.2019

Warum soll der ehemalige Meistertrainer der Walter-Klingenbeck-Realschule in Taufkirchen seinen Rücktritt anbieten? Sooo schlecht wird die Bezahlung beim FCA auch nicht sein.

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27.01.2019

Martin Hinteregger ist....Gott sei Dank....ein realistisch denkender Spieler und Mensch und hebt sich wohltuend von der Masse der gegerbten und "gleichgeschalteten" Profis ab, deren Interviews in der Regel auch noch im Vorfeld von den Vereinsverantwortlichen oder sonstigen Aufpassern nach Vereinsgusto geschliffen werden.
So viel vorab.....zudem scheint er Einer zu sein, der endlich einmal Klartext geredet hat. Herr Reuter und Herr Baum lullen uns immer nur ein, um von ihren Fehlern und dem nun schon ein Jahr lang anhaltenden Abwärtstrend abzulenken....dazu kommt ein Präsident, der die beiden gewähren lässt und unfähig erscheint, zumindest in der Öffentlichkeit zementiert sich dieser Eindruck, ein Machtwort zu sprechen und endlich auf die Misere zu reagieren. So geht es ungebremst in Liga zwei....und wichtig, wir haben kein Zeitfenster mehr, um endlich die Reißleine zu ziehen, weder im Hinblick auf das Ende der Transferperiode am kommenden Donnerstag, als auch bezüglich des endgültig wegweisenden Spiels heute in einer Woche gegen Mainz.

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27.01.2019

Endlich mal einer der sich hinstellt und sagt was los ist. Und es ist ja nicht der erste der Kritik übt. Baier hat letzte Woche ja schon die ersten kritischen Worte von sich gegeben. Schieber hat in der HR schon das ein oder andere Mal nach dem Spiel gesagt, ja wir waren schlecht.
Ich finde diese Ansage deutlich ehrlicher und dem Fan gegenüber auch fairer, als die wöchentlichen Aussagen wir sind gut Aufgestellt, haben Pech gehabt etc
Die Herren Baum, Reuter und Co sollten aufhören sich selbst in die Tasche zu Lügen und meinen den Fan veräppeln zu können und von unserem Präsidenten, der ja so ein großer FCA Fan ist, erhoffe ich mir endlich klare Worte, zur Not mit der Faust auf den Tisch hauen und ein sich durchsetzten gegenüber Reuter. Denn unser Kader ist definitiv aktuell nicht stärker wie letzte Saison, wir sind auch nicht breit gut genug aufgestellt und die Spieler sind zu 90% weit entfernt von ihren Fähigkeiten. Die erst 2 Spiele in der RR haben mehr als deutlich gezeigt, wie weit wir von einem mutig und stark aufspielendem FCA zu Saisonbeginn, entfernt sind. Das sind nicht keine Meilen, das sind Lichtjahre!
Wieso, weshalb und warum dies so ist, kann aber anscheinend intern allein nicht mehr aufgearbeitet werden, sonst würde nicht immer mehr und mehr Kritik in den Interviews laut.

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27.01.2019

So schaut´s aus. Mit Hinteregger scheint jetzt tatsächlich einer aus dem Koma erwacht zu sein, in dem man sich der Verein seit Monaten befindet.


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27.01.2019

Der "FCA-Baum" nadelt. Wenn jetzt der "Obertrainer" Reuter nicht reagiert wird's herbstlich.

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27.01.2019

Das FCA- Kartell ( Hofmann, Reuter, Baum, Schwarz wird reagieren (müssen). Allerdings nicht so wie es für den sportlichen Erfolg nötig wäre. Wette dass der Spieler Hinteregger bald muskulöse Beschwerden oder so ähnlich haben wird ( für die Öffentlichkeit).

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27.01.2019

So eine Aussage müßte man eigentlich vom Manager erwarten oder vielleicht vom Präsidenten. Aber der taucht nur selten auf, man könnte den Eindruck gewinnen, nur dann, um im Mittelpunkt zu stehen.
Ändert endlich etwas ! Hinteregger hat völlig recht, seit 1 Jahr nur noch Rückschritt und Verunsicherung.

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