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FC Augsburg

10.02.2018

Hitz: Leipzig war immer einen Schritt schneller

Nichts zu halten: FCA-Keeper Marvin Hitz war beim 0:2 gegen Leipzig chancenlos.
Bild: Jan Woitas, dpa

Letztlich war der FC Augsburg beim 0:2 gegen starke Leipziger chancenlos. Was die Spieler zur Niederlage sagten.

Sein Gefühl trog Marwin Hitz am Freitagabend nicht. Als der Torhüter des FC Augsburg in der 17. Minute beim 0:1 von RB Leipzig den Ball aus dem Netz holen musste, schwante ihm nichts Gutes. „Das war die Szene des Spiels“, erklärte er 90 Minuten später in der Mixed-Zone der RB-Arena.

Der 19-jährige Dayot Upamecano hatte nach einer schönen Ballstafette über Kevin Kampl und Lukas Klostermann und einem tollen Volleyschuss von Yussuf Poulsen mit seinem ersten Bundesligator zur Leipziger Führung abgestaubt. Allerdings hätte die FCA-Verteidigung zweimal eingreifen können, was aber nicht gelang. „So ist das Spiel heute gelaufen. Leipzig war immer einen Schritt schneller. Wenn du gut im Spiel bist, dann klärt da noch einer“, bilanzierte Hitz. 

Auch der 0:2-Endstand - der ansonsten gut spielende Martin Hinteregger fälschte in der 70. Minute einen Freistoß von Naby Keita ab -  passte ins Bild. Und hätte Hitz nicht des Öfteren seine derzeit gute Form unter Beweis gestellt, das Ergebnis hätte auch höher ausfallen können.

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FC Augsburg enttäuschte nicht

Dabei enttäuschte der FCA gar nicht mal, sondern trug seinen Teil dazu bei, dass die etwas über 34.000 Zuschauer, darunter auch 300 Augsburger, die dem Boykott-Aufruf der Fanszene nicht gefolgt waren, ein intensives und interessantes Spiel sahen. Auch der FCA hatte einige Chancen (Gregoritsch, Baier, Khedira) und erzielte kurz vor Schluss ein Abseits-Tor durch Koo, aber gegen eine qualitativ hochwertig ausgestattete RB-Mannschaft reichte das gestern nicht.

Schon nach dem Bundesliga-Aufstieg  war der RB-Kader mit einem 30 Millionen Euro-Darlehen von Hauptsponsor und Hauptgesellschafter Red Bull  mit jungen, hochtalentierten Spielern aufgerüstet worden. Und auch vor dieser Saison investierte man weiter (Kampl, Laimer, Bruma).  

Von so einem fast unerschöpflichen Geld-Fluss kann FCA-Manager Stefan Reuter nur träumen. Doch die Neiddebatte wollte er erst gar nicht anstimmen. Er erklärte: „Wir haben heute einfach keine Top-Leistung abgeliefert. Wir haben aber heute gesehen, warum Leipzig in der Champions League gespielt hat und jetzt Zweiter ist. Sie haben enorme Qualität und wenn nicht alles passt, tut man sich schwer.“

Dabei hatte sich FCA-Trainer Manuel Baum einiges einfallen lassen. So agierte Rani Khedira, der nach seiner Gelbsperre wieder für Jan Moravek in die Startelf kam, über die 90 Minuten hinweg gleich  auf  mehreren Positionen. Doch alles, was Baum auch versuchte, sein Gegenüber Ralph Hasenhüttl hatte die bessere Antwort. Wenn man es ganz genau nehmen wollte, schlug der RB-Trainer seinen FCA-Kollegen mit dessen Waffen. Schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinnen, aber nur eine dosierte Offensive. Hasenhüttl: „Wir haben heute etwas anders gespielt, haben den Gegner Raum gegeben und uns Raum geschaffen. In Augsburg hatten wir viel Ballbesitz und wenig Chancen. Heute hatten wir weniger Ballbesitz und wesentlich mehr Chancen.“

Es spricht für den FCA, dass Hasenhüttl seine Taktik nach den Gästen ausrichtete, auf Konter spielte anstatt das RB-Markenzeichen, Angriff total, durchzuziehen. FCA-Mittelfeldspieler Khedira, der vor der Saison von RB zum FCA gewechselt war, verstand das Abrücken von der RB-Philosophie aber nicht: „Ich weiß nicht, ob man das zu Hause gegen den kleinen FC Augsburg so machen muss.“

FCA mit vielen Ballbesitz überfordert

Allerdings überforderte den FCA der viele Ballbesitz in vielen Phasen. Torhüter Marwin Hitz gestand offen: „Man hat gesehen, dass wir mit dem, was Leipzig uns angeboten hat, nicht klar gekommen sind und dass wir verdient verloren haben.“

FCA-Kapitän Daniel Baier war selbstkritisch, bat aber auch um Nachsicht: „Wir müssen uns schon bewusst sein, dass es heute zu wenig war, dass wir in fünf Tagen zwei unterschiedliche Spiele gezeigt haben. Wir haben bisher aber insgesamt gesehen eine sehr konstante Leistung gezeigt. Da muss man uns auch mal zugestehen, dass es nicht so klappt. Wie heißt es so schön: Mund abwischen und weiter geht’s.“

Und am unterschiedlichen Dienstplan der beiden Mannschaften ist gut zu erkennen, wie  weit der Abstand zwischen beiden Vereinen eigentlich ist. Während RB Leipzig am Donnerstag nach dem Champions-League-Aus  in der ersten Ko-Runde der Euro-League auf internationaler Bühne beim SSC Neapel auftritt, muss der FCA  am Sonntag (15.30 Uhr)  gegen den  VfB Stuttgart im Ligaalltag  bestehen.

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10.02.2018

Gegen die Millionentruppe RB in Leipzig zu verlieren ist sicher keine Schande. Man kann stolz sein, was der FCA bisher erreicht hat.

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