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FC Augsburg

28.04.2019

Kämpfer mit großem Herz: Das sagt Stafylidis über seine Zukunft

Konstantinos Stafylidis (rechts) hatte gegen Mitchell Weiser und dessen Bayer-Kollegen einen schweren Stand.
Bild: Sebastian Widmann

Plus Unter dem neuen Trainer blüht Konstantinos Stafylidis beim FCA auf. Gegen Leverkusen stieß er aber auch an seine Grenzen. Was er über seine Zukunft sagt.

Eigentlich hätte es für Konstantinos Stafylidis die perfekte Woche werden können. Nach dem 6:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart holte sich am Sonntag vor einer Woche der Heimatverein des FCA-Linksverteidigers, PAOK Thessaloniki, die griechische Meisterschaft. PAOK gewann gegen APO Levadiakos mit 5:0 und ist damit von Erzfeind Olympiakos Piräus am letzten Spieltag nicht mehr einzuholen.

34 Jahre hatten die PAOK–Fans auf diesen Augenblick warten müssen. „Wahnsinn war das“, freute sich der Grieche am Freitagabend in der Mixed-Zone der WWK-Arena noch diebisch. Auch die 1:4 (1:1)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen konnte Stafylidis die Laune daran nicht verderben. „PAOK ist nicht nur ein Verein für mich, PAOK ist alles für mich“, erklärte er. In Thessaloniki geboren, war er schon als Kind Fan von PAOK, spielte dort in der Jugend und absolvierte mit 19 sein erstes Punktspiel in der griechischen Super League. PAOK, Bayer und der FCA – diese drei Vereine prägten bisher das Profi-Leben des 25-jährigen Griechen.

Denn als Stafylidis sein Debüt für PAOK gab, hatte sich Bayer schon das Talent gesichert, ihn aber direkt noch einmal zurück ausgeliehen. Ein Jahr später holte man ihn dann in die Bundesliga. Doch dort war der Sprung für Stafylidis zu groß.

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2015 griff der FCA für 2,5 Millionen Euro zu. Zunächst lief alles super, Stafylidis spielte, hätte den FCA in der Europa League im Februar 2016 beinahe gegen Liverpool weitergeschossen, sein Freistoß touchierte die Querlatte. Stafylidis verlängerte ein Jahr später seinen Vertrag bis 2019. Dann verlor er seinen Stammplatz an Philipp Max. Max, der offensiv ausgerichtete Außenverteidiger, war mehr gefragt als der zweikampfstarke, aber verletzungsanfällige Stafylidis. Zuletzt schien er unter Trainer Manuel Baum sportlich nicht mehr glücklich zu sein, er spürte kein Vertrauen in ihn, obwohl der FCA gerne seinen Vertrag schon längst verlängert hätte.

 

Philipp Max rückt beim FC Augsburg nach vorne

Doch dann musste Baum gehen, Martin Schmidt kam. Und der neue Trainer setzte auf Max und Stafylidis. Drei Spiele unter Schmidt – dreimal stand das Duo beim Anpfiff auf dem Platz. Max rückte auf der linken Außenbahn nach vorne, Stafylidis ist für die Defensivarbeit zuständig. „Seine Art und Weise wie er Fußball spielt und seine Mentalität ist für uns sehr wichtig, in der Kabine und auch auf dem Platz“, erklärt der Schweizer Schmidt.

Auch wenn Stafylidis gegen Leverkusen genauso im Offensivwirbel der Weisers, Havertz’ oder Brandts unterging wie seine Kollegen. „Es war in der ersten Hälfte schwierig für mich, weil ich nicht genau wusste, was ich tun sollte“, bilanzierte Stafylidis nach 90 ernüchternden Minuten. „Ich hatte viele verschiedene Spieler vor mir, weil sie viel gewechselt haben. Ich musste immer überlegen, gehe ich mit nach innen, bleibe ich draußen. Das war schwierig. In der zweiten Hälfte war es etwas besser. Aber Leverkusen hat auch wirklich gut gespielt“, sagt er und entledigte sich seines Verbands an der rechten Hand.

Die Geschichte über diese Verletzung sagt viel über den Charakter und das große Herz von Stafylidis. Im Februar 2017 brach er sich beim 2:1-Sieg in Darmstadt den rechten Mittelhandknochen. Doch Stafylidis ließ sich nicht operieren, um seine Kollegen und Trainer Baum im Abstiegskampf nicht alleine zu lassen. „Die Hand wurde eingegipst, am nächsten Tag habe ich ihn wieder wegmachen lassen, weil ich damit nicht spielen konnte. Ich bekam eine Carbonschiene“, erzählt Stafylidis. Sein Einsatz hatte Folgen. „Die Ärzte haben gesagt, ohne Operation werden ich immer wieder Probleme haben.“ Er kann die rechte Hand nicht voll bewegen, und er hat immer wieder Schmerzen. Wie gegen Leverkusen.

„Baum hat viel versucht, aber es fehlten die Resultate“

Doch Stafylidis jammert nicht, er trainiert und spielt. Seit Schmidt da ist mit noch mehr Einsatz. „Er motiviert mich und die anderen Spieler jeden Tag, und er macht auch Späße. Wenn du willst, dass sie für dich kämpfen, musst du mehr sein, als ein Trainer, du musst auch ein Freund sein.“ Er fügt auch an: „Er ist auch ein Lehrer und ernst, wenn es um Taktik geht. Aber danach ist er wie ein Freund, das ist wichtig für mich.“ Als Kritik am alten Trainer will er das nicht sehen. „Baum hat viel gearbeitet, er hat versucht, uns jeden Tag zu helfen, aber es fehlten die Resultate.“

Wie es mit ihm weitergehen wird, weiß er noch nicht. „Mein Vertrag läuft im Juni aus. Ich sehe, dass der FCA mich halten will und das macht mich glücklich.“ Stafylidis macht seine Entscheidung nicht von der Zukunft von Max abhängig: „Es ist nicht wichtig, ob er geht, oder bleibt.“ Stafylidis stehen alle Optionen offen. Er könnte ablösefrei wechseln, wenn man sich mit dem FCA nicht einigen kann. Das macht ihn für viele Klubs interessant. In seine Heimat wird er wohl nicht zurückgehen. „Dort gibt es nur PAOK für mich. Aber ich bin noch zu jung für Griechenland, nicht für PAOK. Jetzt müssen wir erst einmal 100-prozentig nächste Saison in der Bundesliga spielen, dann können wir weitersprechen.“

Die Zukunftsplanung muss warten. Es war nicht die perfekte Woche. Verfolger Schalke (30 Punkte) und Stuttgart (24) haben gewonnen, der FCA (31) den ersten Matchball vergeben. Am Sonntag (13.30 Uhr) folgt der nächste. Auf Schalke.

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02.05.2019

Seine Mentalität tut dem FCA gut.

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29.04.2019

Ich werde dem FCA gegen Schalke die Daumen drücken. Und zwar in der VELTINS-Arena!

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