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FC Augsburg

31.03.2021

"Wie ein Messerstich in den Bauch": Der FCA bangt um Florian Niederlechner

Florian Niederlechner droht beim Heimspiel am Samstag gegen die TSG 1899 Hoffenheim auszufallen.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Der Stürmer des FC Augsburg wollte im Test gegen Heidenheim für sich werben. Jetzt droht er am Samstag in der Bundesliga-Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim verletzt auszufallen.

Ein bisschen gewurmt hat es Florian Niederlechner schon, dass ihn Trainer Heiko Herrlich zuletzt beim 3:1-Sieg gegen Gladbach gar nicht und beim 0:2 in Mainz nur ein paar Minuten spielen ließ. „In der Rückrunde war ich wieder in guter Form. Darum war es überraschend für mich, dass ich gegen Gladbach nicht gespielt habe“, sagte Niederlechner am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Also wollte der 30-Jährige am Freitag beim Test gegen seinen Ex-Klub 1. FC Heidenheim Werbung in eigener Sache betreiben. Doch nach 18 Minuten war sein Auftritt beendet. Sein Kopf sagte: weiter, seine Bauchmuskulatur: nein, so nicht mehr.

Florian Niederlechner hatte Schmerzen wie nach einem Messerstich

Sein Drängen auf Spielpraxis sei im Nachhinein „die falsche Entscheidung“ gewesen, gibt er zu. Eine schmerzhafte Einsicht: „Ich habe schon die komplette Rückrunde Probleme mit meiner Bauchmuskulatur. Das zieht sich vom Muskelansatz bis zum Schambein runter. Nach dem Heidenheim-Spiel war es echt brutal. Wenn ich genossen habe, dachte ich, ich bekomme ein Messer in den Bauch gestochen.“

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Foto: Ulrich Wagner

Doch Niederlechner kämpft darum, um für das wichtige Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen die TSG 1899 Hoffenheim wieder fit zu werden. „Wir versuchen alles, aber wenn morgen das Spiel wäre, könnte ich wohl nicht spielen.“ Noch hat er die Hoffnung aber nicht aufgegeben. Strom- und Magnetfeldbehandlungen stehen anstatt Torschussübungen auf seinem Trainingsplan. Dazu kommen spezielle Stabilisationsübungen, die vor allem die Bauchmuskulatur kräftigen sollen. „Am wichtigsten sind immer noch die Massagen, die Hände unserer Physios. Davon bin ich der größte Fan“, sagt Niederlechner.

Die zusätzlichen Therapien gehören bei ihm mittlerweile schon zum Alltag. „So oft wie ich in den vergangenen drei Monaten behandelt wurde, wurde ich noch nie in meiner Karriere behandelt.“ Verletzungen im Bauchmuskelbereich können schmerzhaft und vor allem langwierig sein. Nach seiner mehr als durchwachsenen Vorrunde wollte Niederlechner aber zu Beginn der Rückrunde nicht pausieren. Er wollte wieder den Niederlechner präsentieren, der in seinem ersten Jahr nach seinem Wechsel vom SC Freiburg zum FCA mit 13 Tore und acht Vorlagen einer der Garanten für den Klassenerhalt war. Die Behandlungen zeigten auch immer wieder Erfolge. Zudem half Niederlechner mit Medikamenten nach, wenn es nötig war: „Ich habe auch schon mal eine Schmerztablette am Spieltag genommen.“

FCA-Stürmer Florian Niederlechner zwingt Torhüter zu Fehlern

Sportlich gingen seine Planungen auf. Niederlechner traf beim 3:1-Sieg gegen Union zwei Mal, brachte beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen den FCA mit 1:0 in Führung und bereitete beim 1:0-Sieg in Mainz den Siegtreffer von André Hahn mustergültig vor. Gerade die letzten beiden Scorerpunkte machten deutlich, wie wichtig Niederlechner für das frühe Pressing beim FCA-Spiel ist. Zweimal lief der Stürmer die gegnerischen Torhüter an, zweimal zwang er sie zu Fehler. Gegen Leverkusen trat Niklas Lomb über den Ball, Niederlechner musste nur noch verwandeln. Gegen Mainz spielte Robin Zentner einen Rückpass genau in die Beine von Niederlechner – der den Ball reaktionsschnell zu André Hahn weiterleitete, der zum Siegtreffer einschob.

Augsburgs Andre Hahn (links) bejubelt sein Tor mit Mannschaftskamerad Florian Niederlechner.
Foto: Torsten Silz, dpa

Doch langsam verlangt der Körper nach Ruhepausen. Niederlechner hat die Warnzeichen zwar registriert, will sie aber (noch) ignorieren: „Wenn wir an Freiburger Stelle wären und wir hätten einen größeren Vorsprung auf die Abstiegszone, würde ich jetzt nicht auf Biegen und Brechen versuchen, bis zum Samstag fit zu werden. Dann würde ich eine etwas längere Pause machen, aber ich bin einer, der immer helfen will.“ Ein Blick auf die Tabelle reicht, um zu sehen, um was es am Samstag geht. Mit einem Sieg würde der FCA (29 Punkte) nicht nur die Hoffenheim (30 Zähler) überholen, sondern auch den Vorsprung auf die direkte Abstiegszone vergrößern, zumal Mainz (24 Punkte) und Bielefeld (22) im direkten Duell aufeinandertreffen.

Und dann könnten sich Niederlechner und der FCA vielleicht bald über eine vorzeitige Vertragsverlängerung (derzeit ist das Arbeitspapier bis 2022 datiert) unterhalten. Niederlechner würde gerne darüber reden: „Jetzt müssen wir erst mal unser erstes Ziel, den direkten Klassenerhalt schaffen, dann werden wir auf jeden Fall Gespräche führen. Ich denke, jeder im Verein und auch die Fans wissen, wie gerne ich für den FCA spiele.“

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit Florian Niederlechner von September 2020 an:

Lesen Sie dazu:

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