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Kroos über Interview-Abbruch: "Habe mich über ihn geärgert"

Champions-League-Finale

Kroos über Interview-Abbruch: "Habe mich über ihn geärgert"

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    Fünfmaliger Champions-League-Sieger und Interview-Kritiker: Toni Kroos hat am Samstagabend für Aufsehen gesorgt.
    Fünfmaliger Champions-League-Sieger und Interview-Kritiker: Toni Kroos hat am Samstagabend für Aufsehen gesorgt. Foto: Kirsty Wigglesworth, AP/dpa

    Seit seinem fünften Triumph in der Champions League gehören Toni Kroos die Schlagzeilen in Deutschland. Dummerweise aber nicht vorrangig wegen des erarbeiteten Titels, sondern wegen des abgebrochenen Live-Interviews im Nachgang.

    Auch mit einigen Tagen Abstand verteidigt der Mittelfeldstar von Real Madrid sein Verhalten gegenüber ZDF-Reporter Nils Kaben. Im wöchentlichen Podcast "Einfach mal Luppen" mit seinem Bruder und Ex-Profi Felix erklärte der 32-Jährige: "Ich habe mich auch nur in dem Moment geärgert, ich habe mich auch mehr über ihn selbst geärgert."

    Die neue Folge erscheint am Dienstagabend (31. Mai). Darin moniert er die Fragestellung des Journalisten: "Aber direkt so dieses 'Ja ich will hören, dass ihr unverdient gewonnen habt.' Das ist mir scheißegal im Finale, das musst du gewinnen, das Finale."

    Kroos zu Kaben: "90 Minuten Zeit für vernünftige Fragen"

    Nach dem 1:0 über den FC Liverpool hatte Kaben Kroos nach anfänglichen emotionalen Einlassungen auch nach dem Spielverlauf befragt, worauf der Weltmeister von 2014 entgegnet hatte: "Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen. Das ist Wahnsinn."

    So ging es etwa darum, ob Kroos überrascht gewesen sei, dass die "Königlichen" gegen die "Reds" teilweise arg unter Druck geraten waren. Dazu sagte der Ex-Nationalspieler im Podcast: "Wir hatten natürlich zwei, drei Druckphasen zu überstehen, aber da habe ich auch gesagt, das ist doch normal, was erwartest du. Dass wir Liverpool 90 Minuten dominieren? Das ist eine Weltklassemannschaft, die musst du halt schlagen, das haben wir gemacht."

    Besser gefallen hätte Kroos eine offenere Frage, nach dem Motto: "Wie hast du das Spiel an sich gesehen? Da hätte ich nicht gesagt, wir haben sie an die Wand gespielt. Ich bin der Erste, der sagt, es ist ausgeglichen, vielleicht sogar ein paar mehr Chancen Liverpool." Dann legte der dreifache Familienvater nach: "Aber wir haben es halt gewonnen, wie die letzten K.o.-Runden auch. Da hätte er seine Antwort schon bekommen."

    ZDF-Reporter Kaben: "Sind nun mal keine Fans"

    Zuvor hatte sich auch Kaben zu Wort gemeldet. Im Spiegel räumte er ein, dass er eine Frage "ganz klar" besser hätte formulieren können. Allerdings betonte der ZDF-Interviewer auch: "Kroos hätte die Frage auch als Vorlage dafür nutzen können, darauf hinzuweisen, dass Real sich schon durch den ganzen Wettbewerb immer in schwierigen Situationen gerettet hatte."

    Ganz allgemein gibt Kaben zu bedenken: "Wir und auch die allermeisten anderen Medienhäuser sind nun mal keine Fans. Wir sind die Begleiter der Teams." Folglich müssen kritische Fragen in jeder Situation erlaubt sein.

    Nach Rücksprache mit Kolleginnen und Kollegen sei man "ganz deutlich zu dem Schluss gekommen, dass man sich als Spieler so nicht benehmen sollte". Eine sachliche Frage zum Spielverlauf so ins Persönliche zu kippen, gehe nicht. (mit dpa)

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