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Formel 1: Ferrari hofft in Italien auf einen Heimsieg

Formel 1

Ferrari hofft in Italien auf einen Heimsieg

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    Charles Leclerc (Mitte) weiß, wie sich Heimsiege anfühlen. 2019 hatte er mit Ferrari in Monza gewonnen.
    Charles Leclerc (Mitte) weiß, wie sich Heimsiege anfühlen. 2019 hatte er mit Ferrari in Monza gewonnen. Foto: Antonio Calanni, dpa

    Diese kurzzeitige Rückkehr nach Europa war nicht geplant. Zumindest nicht längerfristig. Eigentlich hätte die Formel 1 in China starten sollen statt nun an diesem Wochenende in Imola. Die Corona-Pandemie hat aber nicht nur die Welt verändert, sondern auch maßgeblich den Kalender der Formel 1. Imola war zunächst als Ersatzort für Schanghai eingesprungen, hat sich aber zumindest vorerst als fester Standort etabliert.

    Der kurze Abstecher nach Europa, ehe es in zwei Wochen in die USA nach Miami geht, hätte zeitlich kaum besser gewählt sein können. Ferrari-Heimspiel im Autodromo Enzo e Dino Ferrari, das alleine sorgt für Begeisterung bei den Tifosi. In Massen aber kommen sie auch wegen Charles Leclerc. Der Monegasse führt die WM-Wertung an.

    Schon am Freitag werden beim Training volle Tribünen erwartet. 100.000 Fans sollen über das gesamte Wochenende dabei sein. Sie bekommen viel geboten: ein erstes Sprintrennen in dieser Saison am Samstag, wo es bereits um acht WM-Zähler geht, zudem den Großen Preis am Sonntag (15 Uhr/RTL). Läuft alles nach Wunsch, wird sogar ein Fahrer in Rot jubeln. Ferrari-Herz, was willst du mehr?

    Ferrari hat den stärksten Motor

    Charles Leclerc ist der Hoffnungsträger. Nach Jahren der Enttäuschung hat sich Ferrari wieder dorthin gearbeitet, wo sich der Traditionsrennstall selbst sieht: an die Spitze. Leclerc ist dafür verantwortlich. Und ein Auto, dessen rasante Entwicklung auch die Entscheidungsträger bei der Scuderia überrascht hat.

    Die Italiener haben aber bislang die Regelveränderungen in dieser Saison am besten umgesetzt, zudem ist ihr Motor der stärkste. Das mag überraschen, war doch genau dieser Antrieb in der Vergangenheit den Herausforderungen nicht immer gewachsen. Nun aber hat sich Ferrari einen Vorteil erarbeitet, der vor allem im Vergleich mit Mercedes auffällig ist. Während Leclerc an der Spitze zu enteilen scheint, kämpft Lewis Hamilton gerade mal im Mittelfeld.

    Leclerc hatte in der Woche des Heimspiels zunächst einen Schreckmoment erlebt. In einer schwach beleuchteten Straße in einem ligurischen Küstenort war er Anfang der Woche auf Fans getroffen, die ihn nach Fotos und Autogrammen gefragt hatten. Dabei nutzten sie offenbar aus, dass Leclerc abgelenkt war – sie stahlen eine Luxusuhr im Wert von 311.000 Euro. Leclerc hatte den Verlust zunächst nicht bemerkt, erst später registrierte er den Diebstahl und zeigte ihn bei der Polizei an. Ein denkbar ungünstiger Beginn für eine Rennwoche. „Das war keine schöne Erfahrung, aber mir geht es gut. Mehr will ich dazu auch nicht sagen“, meinte Leclerc.

    Für Leclerc läuft es bislang rund

    Ab Freitag gilt seine Konzentration eh nur noch der Strecke. „Wir kommen nach Hause, Tifosi“, schrieb sein Rennstall auf Twitter. Leclerc erwartet ein „unglaubliches“ Wochenende. Wie sich Heimsiege anfühlen, weiß er seit der Saison 2019. Damals hatte er für Ferrari das Rennen in Monza gewonnen. Seitdem hatte er lange auf seinen nächsten Sieg warten müssen.

    Erst in dieser Saison ist ihm der gelungen, es war beim Auftakt in Bahrain. In Saudi-Arabien holte er sich Platz zwei, zuletzt in Australien gewann er wieder. Es läuft für Leclerc. Die Hoffnungen sind groß, dass endlich mal wieder ein Ferrari-Fahrer Weltmeister wird. Der letzte Titel liegt lange zurück: 2007 triumphierte Kimi Räikkönen.

    Die Italiener lieben Ferrari fast so, wie sie Fußball lieben. Ihre Nationalmannschaft aber bereitet den Tifosi Sorgen, sie hat die Weltmeisterschaft in Katar verpasst. Einen Tag vor Beginn des Turniers beendet die Formel 1 ihre Saison. Womöglich mit einem Weltmeister Charles Leclerc, was zumindest das Leid etwas mildern würde.

    Nach Jahren des Frusts blickt Ferrari nun entspannt in die Zukunft. Das liegt neben dem aktuellen sportlichen Erfolg auch daran, dass die Fahrerpaarung bis Ende 2024 feststeht. Leclercs Vertrag war ohnehin bis dahin datiert, nun haben die Italiener auch mit Carlos Sainz verlängert. Der Spanier ist seit der vergangenen Saison bei der Scuderia, er war als Nachfolger von Sebastian Vettel verpflichtet worden. Der 27-Jährige belegt in der WM-Wertung Rang drei. Ferrari habe die beste Fahrerpaarung in der Formel 1, bekräftigte Teamchef Mattia Binotto am Donnerstag in Imola. So sieht Zufriedenheit aus.

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