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Wandern bei Thierhaupten und Baar: Ein erholsamer Gang ins Elend

Wandern bei Thierhaupten und Baar: Die Wallfahrtskapelle „Maria im Elend“: „Elend“ kommt hier von „elilenti“ und bedeutet „abgeschieden“. Sie ist eine Station auf der Wanderung.
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Wandern bei Thierhaupten und Baar: Die Wallfahrtskapelle „Maria im Elend“: „Elend“ kommt hier von „elilenti“ und bedeutet „abgeschieden“. Sie ist eine Station auf der Wanderung.
Foto: Jan Kandzora

Der Maria-im-Elend-Rundweg bietet beim Wandern Naturerlebnis und tolle Aussichten – und eine abgeschiedene, aber viel besuchte Kapelle. Die Wanderung verläuft zwischen Thierhaupten und Baar.

Wenn dann mitten im Wald auf einmal eine Kapelle vor einem aufragt, fallen einem zwei Dinge auf: zum einen, dass der Zusatz „im Elend“ nichts mit dem Zustand des Gebäudes oder dem des Waldes zu tun hat. Die Kapelle ist klein, gepflegt und gut erhalten – und der Wald, den man auf dem Weg zu ihr durchschreitet, ebenso ruhig wie wunderschön. „Im Elend“ bedeutet fern oder abgelegen – und wenn man vor der Kapelle steht und den Aushang liest, bemerkt man zum anderen, dass ihre Abgeschiedenheit Besucher nicht gerade fernhält.

Karte
Karte

Station auf der Wandertour: die Wallfahrtkapelle

Etwa alle zwei Wochen wird in der Wallfahrtskapelle „Maria im Elend“ geheiratet, die im Herzen des gleichnamigen Rundweges liegt. Am 24. August feiern gleich drei Paare dort goldene Hochzeit, wöchentlich pilgern Wallfahrtsgruppen zur Kapelle. Die Tour beginnt in Thierhaupten. Der Pfad, der sich von der Straße „Wolfschlag“ in den Wald schlängelt, ist gut ausgebaut. Auch Familien mit Kinderwagen können ihn begehen. Der Weg ist gesäumt von Laubbäumen – und wunderbar still. Nur vereinzeltes Vogelgezwitscher durchbricht das Idyll. Nach etwa einem Kilometer taucht ein Flurkreuz auf – ein erster Hinweis darauf, dass man sich auf dem Weg zu einem Wallfahrtsort befindet. Noch einen Kilometer später läuft man aus dem Wald an malerischen Weizenfeldern vorbei, ehe man wieder im Wald landet. Der Rundweg ist sehr gut ausgeschildert; Orientierungsprobleme sollte niemand bekommen.

Sie wandern von Thierhaupten nach Baar

Nach dem Abstecher auf die Felder verändert sich das Bild des Waldes – statt Laubbäumen dominieren nun Kiefern und Fichten, am Rande der Strecke glänzt Moos unter den Sonnenstrahlen, die es durch die Bäume schaffen. In einen Baum hat ein Specht faustgroße Löcher geschlagen, am Stamm hängt ein „Waldgedicht“, das Besucher auffordert, die Natur zu erhalten. Und wenige Augenblicke später steht, wie aus dem Nichts, die Kapelle im Wald.

Wer „Maria im Elend“ betritt, entdeckt an den Sitzbänken zahlreiche Rosensträußchen – Beweise der vielen Hochzeiten. In der Kirche hängen Bilder und Kunstwerke, die Besucher aufgehängt haben. Wer eine kurze Rast benötigt, kann sich auf Bänken vor dem Gebäude ausruhen. Der Waldspaziergang ist fürs Erste beendet – nach der Kapelle schreitet man an mehreren Maisfeldern vorbei in das Örtchen Baar. Wegzehrung gibt es im örtlichen Supermarkt, Interessierte können weiter zur Schlossbrauerei Unterbaar gehen. Zu verfehlen ist sie nur schwer: Der gesamte Ort riecht nach Malz und Bier, und der Geruch wird umso intensiver, je näher man der Brauerei kommt.

Das Schloss Unterbaar versteckt sich auf der Wanderung hinter Hecken

Das nahe gelegene Schloss Unterbaar ist ebenfalls einen Abstecher wert – auch wenn es in einem Zustand ist, den selbst das neutrale Internet-Lexikon Wikipedia „bedauerlich“ findet. Es ist von einem Dickicht aus Sträuchern und Bäumen umgeben und erinnert in seinem Verfall an ein verwunschenes Märchenschloss. Wer auf dem Rückweg das Ortsschild passiert und vor dem Maisfeld links abbiegt, erlebt zum ersten Mal leichte Steigungen – mit dem Kinderwagen oder dem Fahrrad kann es kurz anstrengend werden. Wenig später führt der Weg in den Wald auf ebenerdigen Boden. Wer genau hinschaut, kann auch das Waldgedicht noch mal entdecken – und Schätze wie eine moosbewachsene Bank, die falsch herum steht.