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Wandern bei Mindelheim und Heimenegg: Auf historischen Spuren

Wandern bei Mindelheim und Heimenegg: Wir starten die Wanderung an der Eichetkapelle.
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Wandern bei Mindelheim und Heimenegg: Wir starten die Wanderung an der Eichetkapelle.
Foto: Johann Stoll

Bei Mindelheim und Heimenegg schlummern Reste einer Burg im Wald, die man beim Wandern entdecken kann. Die Wanderung startet im Süden Mindelheims.

Selbst Ur-Mindelheimer zucken schon mal verwundert mit den Schultern, werden sie auf jene Burg angesprochen, die da mitten im Wald bei Mindelheim im Dornröschenschlaf liegen soll. Bei Heimenegg, nur ein paar Kilometer südöstlich von der Unterallgäuer Kreisstadt, sollen Überreste einer Wehranlage zu finden sein. Zu diesem rätselhaften Burgstall, der weitgehend in Vergessenheit geraten ist, führt unser Weg.

Die Wanderung startet bei Mindelheim

Wir starten unsere gemütliche Familienwanderung an der Eichetkapelle im Süden Mindelheims. Das Industrie- und Gewerbegebiet ist hier nicht weit, das den immensen wirtschaftlichen Aufschwung der Kreisstadt in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sichtbar dokumentiert. Neue Werkhallen sprießen aus dem Boden, Arbeitslosigkeit in Mindelheim ist allenfalls eine Randerscheinung. Sorgen haben die Menschen aber auch hier. Die Eichetkapelle legt davon Zeugnis ab. Gläubige rufen hier Beistand beim heiligen Thaddäus und der Mutter Maria an. Hinter der geschnitzten Figur des Heiligen im Vorraum haben Frauen und Männer Fotos von sich gesteckt und auf der Rückseite Dankesworte für den Zuspruch draufgeschrieben.Ein Feldweg führt von hier direkt nach Osten, vorbei an Feldern und Äckern. Bis Heimenegg durchqueren wir das Mindeltal. Bretteleben geht es dahin, im Rücken die Mindelburg, vor unserem geistigen Auge die rätselhafte Burg mitten im Wald.

Wandertour: Erst kurz vor Heimenegg führt der Weg leicht nach oben

Aber auch diese kleine Steigung meistern selbst kleinere Kinder ohne Probleme. Heimenegg hat noch viel eines gepflegten Dorfes bewahrt. Bauern sind auf den Feldern unterwegs oder pflegen ihre Traktoren am Hof. Nur eine Wirtschaft gibt es leider nicht mehr. Ein Stück müssen wir auf der asphaltierten Straße gehen, die in Richtung B 18 entlang des Waldes führt. Weil kaum ein Auto fährt, stört das nicht weiter.

Unter einem Jägerstand zur Linken legen wir erstmals Pause ein. Es ist ein heißer, sonniger Sommertag. Obst und Getränke für alle müssen da sein. Unser Weg führt weiter Richtung Nordosten. Am Waldrand biegen wir rechts ab und gehen auf einem Trampelpfad ein Stück in Richtung Süden. Von der geheimnisvollen Burg immer noch keine Spur. Dafür freuen wir uns an weidenden Rindern.

Baumtafeln zeigen beim Wandern den Weg

Dann ein indirekter Hinweis: Eine Baumtafel markiert einen Schloßberg. Wir sind auf der richtigen Spur. Plötzlich sehen wir uns ein paar tiefen Gräben gegenüber – Überreste der Burg. Das Forstamt Mindelheim hat vor Jahren eine Tafel mit den wichtigsten Daten angebracht. Hinweisschilder sucht man indes vergeblich. Auf dem künstlich überhöhten Spitzenkegel stand im 13. bis 15. Jahrhundert eine Burg. 1296 war sie erstmals erwähnt worden. Chunrat de Haimenecke, Dienstmann der Mindelberger, hat hier gelebt. 1464 versinkt sie in den Wirren des ausgehenden Mittelalters. Die Burg gerät in die Auseinandersetzung der Rechberger zwischen Jörg und Bero. Überwucherte Gräben erinnern an das Gemäuer. Über einen Trampelpfad führt der Weg zurück nach Heimenegg. Die Mindelburg lockt von gegenüber.