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07.09.2015

Begeisterte Zuhörer spenden großzügig

Das Saxofonquartett Quattrofoglio - von links Valentin Steinhart, Barbara Mayr, Viktoria Wörle und Andreas Kapfer -  spielte ein Benefizkonzert zugunsten einer Gehörlosenschule in Malawi. Der Abend war in vieler Hinsicht ein voller Erfolg. 
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Das Saxofonquartett Quattrofoglio - von links Valentin Steinhart, Barbara Mayr, Viktoria Wörle und Andreas Kapfer -  spielte ein Benefizkonzert zugunsten einer Gehörlosenschule in Malawi. Der Abend war in vieler Hinsicht ein voller Erfolg. 
Bild: Jakob Viets

Benefizkonzert Neu gegründetes Quartett überzeugte großes Publikum. Wertinger Gäste und Malawische Schüler profitieren

Wertingen Mit einem Benefizkonzert gab das neu gegründete Saxofonquartett Quattrofoglio am vergangenen Samstag in der Wertinger Bethlehemkirche ihr Debüt. Und das Konzert entpuppte sich als voller Erfolg – nicht nur für die Gehörlosenschule in Malawi. Das Interesse des Publikums war so groß, dass die Veranstalter die Trennwände des Kircheninnenraums öffnen mussten und den Eingangsbereich zusätzlich bestuhlten.

Stellvertretend für die Evangelische Kirchengemeinde freute sich Wolfgang Plarre, mit der Kirche als Konzertsaal den Freundeskreis „Sunganani“ unterstützen zu können. Dieser leiste wichtige Arbeit.

Begeisterte Zuhörer spenden großzügig

Der Anblick der großen Zuhörerschar steigerte vor Beginn des Konzerts die Anspannung bei den Musikern, die jedoch im ersten Stück schnell zusammenfanden. Bereits hier zeigten sie ihre technischen Fähigkeiten sowie ihr musikalisches Interpretationsvermögen. Mit „Diffusion for Saxophone Quartet“, einem viersätzigen Stück von Gordon Goodwin war ein jazzig frischer Anfang gemacht.

Bei der Begrüßung übersetzte Barbara Lienert ihren Vater und Hauptorganisator Gotthard Lienert in die Gebärdensprache. Mithilfe dieser Sprache verständigt sich die 29-Jährige mit den Schülern der Mountain View School in Malawi. Fünfmal war sie mittlerweile vor Ort, das erste Mal vor zehn Jahren für ein ganzes Jahr. Anschließend gründete die Wertingerin gemeinsam mit ihren Eltern einen Freundeskreis, der die Schule regelmäßig unterstützt. Während des Konzerts erläuterte Barbara Lienert immer wieder charmant und für das Publikum sehr anschaulich die Arbeit mit den Schülern an der Mountain View School in Malawi.

Mit „Andante et Scherzo“ von Eugène Bozza erklang eine weitere Perle der Originalliteratur für Saxofonquartett. Der malerische erste Satz lud zusammen mit der beruhigenden Atmosphäre des Kircheninnenraums dazu ein, zur Ruhe zu kommen und die Gedanken schweifen zu lassen. Immer wieder war die technische Fähigkeit und Exaktheit im Zusammenspiel der vier Musiker gefragt. In „Suite Hellénique“ von Pedro Iturralde kam jede Stimme einmal solistisch zur Geltung und wird von den anderen begleitet. Der zweite Satz ist ganz der ersten Stimme im Quartett, dem Sopransaxofon gewidmet: Andreas Kapfer glänzte mit einem sehr anspruchsvollen Solo über dem „funky“ Grundrhythmus von Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon. Viktoria Wörle, Barbara Mayr und Valentin Steinhart nahmen sich währenddessen mit rhythmischer Präzision dynamisch zurück. Die Akustik in der voll besetzten evangelischen Kirche erlaubte es den Musikern, sowohl sehr leise als auch laut zu spielen, was das Konzert für die Zuhörer umso reizvoller machte.

Für Gotthard Lienert war das vierte Stück „Introduction et variations sur une ronde populaire“ von Gabriel Pierné das Highlight des Konzerts. Die Atmosphäre war während des Abends immer dichter geworden. Während dieses Stücks mit seinen Tempowechseln und immer wiederkehrenden Themen konnte sich das Publikum nochmals ganz im Moment verlieren.

Manche erzählten nach dem Konzert von Ergriffenheit und echter Rührung. Viele waren sehr angetan vom neu formierten Ensemble. Der Kulturreferent der Stadt Wertingen, Dr. Friedrich Brändle, sagte begeistert, das Konzert sei eines der „herausragendsten musikalischen Ereignisse“ gewesen, die Wertingen in diesem Jahr gehört habe. Der Benefit sei zunächst dem Publikum zuteil geworden.

Der eigentliche Anlass war, Spenden für die Gehörlosenschule „Mountain View School“ in Malawi zu erspielen. In dieser Hinsicht war der Abend ebenfalls ein voller Erfolg. Sowohl Organisatoren als auch die Musiker von Quattrofoglio staunten und freuten sich über die Großzügigkeit der Zuhörerschaft, die ihre Begeisterung über das Konzert so zum Ausdruck brachte.

Das letzte Stück im Programm war die erste Bearbeitung für Saxofonquartett: Andante du Quatuor N˚1 von Tschaikowski. Es zauberte so manch einem Zuhörer ein erkennendes Lächeln ins Gesicht, dem die Melodie bekannt war.

Nach lang anhaltendem Applaus des Publikums spielten die vier Musiker erneut den schnellsten Satz der „Suite Hellénique“ und den allseits bekannten Kanon von Pachelbel. 

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