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Binswangen

04.01.2021

Ein Binswanger erhält den Eisernen Gustav 2020

Johann Grandel bei einer Übungsfahrt dieser Tage mit Falko (links) und Flamme (rechts). Der Binswanger hat den Titel „Eiserner Gustav 2020“ von der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland erhalten.
Bild: Marion Buk-Kluger

Plus Johann Grandel erhält die Auszeichnung der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland.

Zum ersten Mal verlieh die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland gemeinsam mit dem Fachmagazin „Der Kutschbock“ 2019 den „Eisernen Gustav“. Auch 2020 gibt es den Preis zur Förderung der Reisekultur zu Pferde. Die VFD vergibt diesen Preis in den Kategorien „Wanderfahren“ und „Wanderreiten“. Und in der Sparte Fahrer geht die Auszeichnung nach Binswangen.

„Die Aktivitäten von Johann Grandel als Fahrer weisen in bemerkenswerter Weise Bezüge zu den Anliegen und Unternehmungen des Eisernen Gustav vor nun über 90 Jahren auf. Wie bei dem Namensgeber des Preises finden wir auch beim diesjährigen Preisträger einen vergleichbaren Spannungsbogen zwischen der Verbundenheit zu Pferden und einer bewusst wahrgenommenen Vereinnahmung des Lebens durch industrielle Entwicklungen“, heißt es in der Begründung zur Wahl Grandels.

Als Bub fuhr er noch Milch mit dem Pferd nach Binswangen

Der 74-Jährige war 45 Jahre Kfz-Meister, davon 35 Jahre als Werkstattleiter bei Deil in Wertingen im Schwerlastverkehr aktiv. Seit 2001 macht er nun Kutschfahrten. „Ich bin in der Einöde Riedschreiner Hof aufgewachsen, habe das Pferdefahren von meinem Vater gelernt und als Schuljunge noch Milch mit dem Pferd nach Binswangen gefahren.“

Für ihn war klar, wenn er mal Zeit hat, kauft er sich ein eigenes Pferd. Doch es sollte noch etwas dauern, zwar übte er zeitgleich mit seiner Tochter, als diese im Alter von sieben mit dem Reiten begann, zehn Jahre den Pferdesport aus.

Ob Plärrer- oder Oktoberfestumzug, überall war der Binswanger schon dabei

Mittlerweile hat er sich den Traum, eigene Pferde zu besitzen, jedoch längst erfüllt, nennt vier Schwarzwälder Füchse – „die sind sehr robust und gute Fahrpferde“ – sein Eigen. Und er macht Kutschfahrten. Ob für den Plärrer- oder Oktoberfestumzug, weitere Brauchtumsfahrten wie etwa seit 15 Jahren den Leonhardiritt in Inchenhofen, Planwagenfahrten, private Fahrten für Kameraden oder Hochzeiten, Johann Grandel hat auch immer die passende Kutsche parat.

Jahrelang kaufte er alte Stilkutschen, restaurierte diese und kann unter neun Varianten wählen. „Ums Geldverdienen mit meinen Fahrpferden geht es mir nicht, das ist kein Geschäft, ich mache es aus Leidenschaft, weil ich dieses Brauchtum aufrechterhalten möchte.“ Der Lohn dafür ist nun eben die Auszeichnung als „Eiserner Gustav 2020“.

In Gundelfingen hätte die Verleihung stattfinden sollen

Am Sonntag (3. Januar) beim traditionellen Winterzauber in der Kutscherschänke in Gundelfingen hätte die Verleihung sein sollen. „Wie auch alle Fahrten in 2020, musste das ausfallen, es wird aber baldmöglichst nachgeholt“, so Johann Grandel, der nichtsdestotrotz mit seinen Pferden Übungsfahrten macht, denn das Training der Tiere muss weitergehen, damit diese sich bei einem nächstmöglichen Einsatz sicher und mit den Anforderungen vertraut bewegen.

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