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Umleitungstest in Wertingen

16.04.2015

Frieden in der Innenstadt

Hinweisschilder mit Logos wiesen auch ausländische Lkw-Fahrer vorsorglich auf die größten Industrieziele in Wertingen hin (linkes Bild). Zu Verkehrsproblemen kam es an den drei Testtagen nicht. Das rechte Bild zeigt einen Bus im Zusamkreisel: Alltag in der Wertinger Innenstadt.
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Hinweisschilder mit Logos wiesen auch ausländische Lkw-Fahrer vorsorglich auf die größten Industrieziele in Wertingen hin (linkes Bild). Zu Verkehrsproblemen kam es an den drei Testtagen nicht. Das rechte Bild zeigt einen Bus im Zusamkreisel: Alltag in der Wertinger Innenstadt.
Bild: Wandschneider

Drei Tage ohne Verkehrsprobleme. Grünes Licht für acht Wochen im Sommer

Eine gewisse Vorsicht erschien laut Stadtbaumeister Anton Fink allen Fachleuten ratsam: Würde in der Wertinger Innenstadt ein Verkehrschaos entstehen und würden schwere Lastzüge vielleicht sogar Bordsteine und Fahrbahnen ramponieren, wenn die Großbaustelle „Laugnakreuzung“ im Sommer 2015 eine Umleitung durch Wertingen erzwingt? Gestern gab Fink der WZ erleichtert die Antwort: „Der Umleitungstest war zwar berechtigt, aber es stellte sich heraus, dass der Verkehrsfluss durch die Innenstadt vollkommen harmlos ist!“

Der dreitägige Test begann nach intensiver Vorbereitung am vergangenen Dienstag. Fink und Bürgermeister Willy Lehmeier beobachteten unter anderem am Nachmittag eine Stunde lang am Zusamkreisel den Verkehr. Lorenz Gufler von der Fahrschule Gufler hatte der Stadt an diesem Tag einen großen Sattelschlepper zur Verfügung gestellt, der wiederholt die Umleitungsstrecke abfuhr. Im Gufler-Sattelzug saßen neben dem Fahrer auch Karl Benz, der Leiter des Ordnungsamts, der den Test verkehrstechnisch organisiert hatte, und Bauhofleiter Johann Deisenhofer. Der Bauhof und die Dillinger Straßenmeisterei hatten für die Ausschilderung gesorgt.

Und das Chaos? Es blieb aus! Fink zählte eine Stunde lang, wie viele Großlastzüge am Zusamkreisel auftauchten: „Es war in dieser Zeit nur einer: unser Gufler-Sattelzug!“ Selbst als drei Schulbusse gegen 13 Uhr dicht hintereinander durch den Kreisel kurvten, entstand keine brenzlige Situation: „Alltag auf Wertingens Innenstadtstraßen war angesagt. Die Straßen schluckten problemlos die zusätzlichen Autos“, so der Stadtbaumeister.

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Warum konzentrierten sich die Bedenken auf den Bennpunkt Zusamkreisel? Die Stadt hatte diesen Kreisverkehr 2009 an einer engen Stelle gebaut und damals Einschränkungen in Kauf genommen: Busse und Sattelzüge müssen dort täglich auf die Gegenfahrbahn ausschwenken, um den Kreisel zu durchfahren. Ein großes Problem ist das allerdings nicht, denn Autos müssen ja alltäglich auf die Gegenfahrbahn ausscheren, wo ein parkender Wagen die Durchfahrt versperrt: „Wenn die anderen Verkehrsteilnehmer mit Rücksichtnahme reagieren und den Bus oder Sattelzug rausfahren lassen, entsteht kein Problem“, so argumentiert Fink. Während der vergangenen drei Testtagen wurde kein Problem bekannt – und das obwohl einzelne Firmen wie Holz Denzel gewarnt hatten, dass sie von täglich bis zu 60 Großtransportern angefahren würden.

Bei der Planung des Tests waren Benz, Fink und Deisenhofer davon ausgegangen, dass auch viele ausländische Brummifahrer die großen Wertinger Betriebe anfahren. Um Sprachunkundige nicht zu verwirren, hatte man eigene Umleitungsschilder geschaffen, die mit den Firmenlogos auf den Weg zu Holz Denzel, Glas Trösch oder Metallbau Eitle hinwiesen.

Noch bevor der gestrige dritte Testtag zu Ende war, fasste Stadtbaumeister Fink das Ergebnis des Versuchs zusammen: „Wenn der Test negativ ausgefallen wäre, hätten wir eine provisorische Baustraße anlegen müssen – von den Kosten her ein Bau im sechsstelligen Bereich. Weil der Umleitungsverkehr aber nachweislich für die Innenstadt annehmbar ist, verläuft nun auch die tatsächliche Umleitung im Sommer durch die Innenstadt!“ Acht Wochen lang – voraussichtlich von Mitte Juli bis Mitte September – wird diese Umleitung nötig sein. Fink weist darauf hin, dass der Löwenanteil dieser Zeit in den Sommerferien liegt: „Keine Schulbusse und insgesamt weniger Verkehr!“

Zwei kleine Ärgernisse gilt es dann im Sommer noch zu bedenken:

l Die Kanalstraße ist seit jeher für Lastwagen gesperrt. Während des Tests wurde sie von uneinsichtigen Brummifahrern als Schleichpfad benutzt. Fink warnt: „Es geht dort um die Standsicherheit der drei Meter hohen Böschung zum Zusamkanal hin. Schwere Fahrzeuge sind deswegen grundsätzlich verboten!“ Fink geht davon aus, dass die Kanalstraße im Sommer von der Polizei scharf überwacht wird.

l In acht Wochen Umleitungszeit könnte durch den zusätzlichen Schwerverkehr Schaden an innerstädtischen Fahrbahnen, Randsteinen und Pflasterungen entstehen. Die Stadt will mit der für die Laugnakreuzung zuständige Baufirma „LS-Bau“ (Ziemetshausen) verhandeln, dass die Reparatur eventueller Schäden ohne Mehrkosten zum Gesamt-Bauauftrag gehört.

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