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Kreis Dillingen

05.07.2011

Großbrand hält Bliensbach in Atem

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Das schwelende Heu, das über dem Stall der Bullen gelagert war und von wo der Brand ausging, wird mit einem Bagger auf einen Wagen umgeladen, mit Wasser begossen und dann im Dorf zwischengelagert.
Bild: Foto: Sofia Kurek

Bis zu 200.000 Euro Schaden gab es bei einem Großbrand in Bliensbach (Landkreis Dillingen).

Bliensbach Es ist Montagmittag und noch immer steigt Rauch in Bliensbach auf. Der Geruch von Feuer und Verbranntem liegt in der Luft. Die Straßen um den Hof von Christoph Schmid werden von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Bliensbach gesperrt, viele Schaulustige sammeln sich vor dem Hof und schauen gebannt dem Treiben der Aktiven zu – Bliensbach im Ausnahmezustand.

Kurz nach drei Uhr nachts wird der Brand bemerkt. „Ich habe irgendetwas klappern hören“, so der Hofbesitzer Christoph Schmid. Davon seien er und seine Frau wach geworden. „Ich habe auf den Hof geschaut und gesehen, wie es aus dem Luftschacht des hinteren Gebäudes von innen geleuchtet hat. Ich habe sofort die Feuerwehr benachrichtigt.“ Innerhalb von zehn Minuten hätte die ganze Dachseite gebrannt, nach einer knappen halben Stunde war das Feuer bereits über dem benachbarten Kuhstall und wütete auch dort.

Ein Großeinsatz für die Feuerwehr der Stadt Wertingen mit fast alle Ortsteilwehren. „Es waren ungefähr 150 Feuerwehrmänner dabei“, so der Wertinger Kommandant Rudolf Eser, „22 Fahrzeuge mit Polizei und Rettungsdienst.“ Der Kommandant der Feuerwehr Bliensbach, Christian Maiershofer, erzählt weiter, dass zuerst der Brand bekämpft wurde und es dann „an die Tierrettung“ ging. „Die Rinder sind glimpflich davongekommen“, ist Michael Scherfling, Tierarzt aus Wertingen, froh. „Einen Jungbullen haben wir eingeschläfert, der hatte durch das Rauchgas eine sehr schwere Rauchvergiftung.“ Ansonsten gäbe es noch eine Kuh, die jetzt aufgrund der Folgen einer Rauchvergiftung behandelt wird.

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Die Bullen wurden mit einem Viehtransporter in einen anderen Stall gebracht, „einige auch geschlachtet, aber nicht wegen des Brandes, die hätten so oder so geschlachtet werden müssen“, erklärt Hofbesitzer Schmid. Aber auch nachdem die Lage im Griff ist und der Brand gelöscht, gibt es noch eine Menge Arbeit. Das Heu, das immer noch schwelt und die Luft im Hof mit beißendem Rauch füllt, wird auf einen Wagen geladen und zwischengelagert. „Das kommt in eine Kiesgrube, dort wird es mit Wasser behandelt und muss dann von einer Fachfirma entsorgt werden“, so Kommandant Eser.

Der Dachstuhl über dem Kuhstall wird mittlerweile komplett abgerissen und auch die Stromleitung neu gelegt. Für einen Teil in Bliensbach war der Strom für drei, vier Stunden ausgefallen, da „beim Brand der Dachständer mit der Stromleitung auch abgebrannt war“, erklärt Stefan Gaugler, ebenfalls Landwirt und auch schon seit der Großbrandmeldung um halb vier Uhr morgens mit der Wehr im Einsatz.

Beamte der Kripo Dillingen haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der entstandene Sachschaden wird auf circa 150000 bis 200000 Euro geschätzt. „Wie im Krieg. Das ist der Wahnsinn“, meint Hofbesitzer Schmid beim Betrachten seiner abgebrannten Gebäude fassungslos.

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