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Interview

17.03.2020

Hergehört! – So klingt Frauenpower

„Im Tonstudio haben wir viel gelernt, zum Beispiel, dass man auf der Aufnahme wirklich alles hört – niemand kann sich verstecken.“Nicht nur musikalisch gut drauf: Der „Lauterbacher Dreigesang“ mit dem Klarinettensextett „Klarischnättra“. Von links: Marlies Landherr, Ulrike Heindl, Johanna Wech, Julia Schachner, Stefanie Gaglio, Manuela Deil, Franziska Proschek-Rigel, Marika Harlacher und Daniela Schuster. Foto: Tobias Epp„Ungefähr zwei Jahre hat das Projekt von der ersten Idee bis jetzt gedauert.“„Weil wir zu neunt eine relativ große Gruppe sind, sind gemeinsame Termine nicht einfach.“

Der Lauterbacher Dreigesang und die Klarischnättra aus Binswangen haben eine gemeinsame CD aufgenommen. Die Harmonie stimmt bei den neun Frauen – nicht nur musikalisch

Am Weltfrauentag versammelten sich passenderweise gleich neun Damen im Binswanger Schillinghaus, um für ihren nächsten Auftritt zu proben. Das Gesangstrio „Lauterbacher Dreigesang“ und die „Klarischnättra“, sechs Klarinettistinnen aus Binswangen, haben zusammen eine CD aufgenommen. In lustiger Runde erzählen sie von spontanen Planänderungen, „Mordsgeschnatter“ und Wurstsalat.

Wie haben Sie zusammen gefunden und woher kommt der Name „Klarischnättra“?

Uns gibt es in dieser Besetzung schon 13 Jahre. Damals wurde für das „Aufspiel’n beim Wirt“ ein Holzbläserensemble gebraucht. Auf Initiative des Vorsitzenden Konrad Bühler haben wir spontan eine Gruppe gegründet. Aber es blieb nicht nur bei einem Auftritt. Deshalb brauchten wir einen Namen. Wir saßen alle bei Konrad Bühler auf der Terrasse und haben überlegt. Da ist der Julia „Klarischnättra“ eingefallen: Wir spielen Klarinette, können aber alle auch besonders gut „schnättra“, also schnattern oder ratschen. Wir arbeiten noch daran, beides gleichzeitig hinzubekommen (lachen).

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Woher kennen Sie sich und wie kam es zur Zusammenarbeit beider Gruppen?

Julia war mein Kindergartenkind, deshalb habe ich sie und ihren Papa Konrad Bühler schon gekannt. Der hat uns 2014 angerufen, weil die Sängerin bei einer Weihnachtsveranstaltung ausgefallen war, und uns gebeten einzuspringen. Dabei haben wir die Klarischnättra musikalisch erlebt und waren gleich beeindruckt. Dann haben wir verschiedene Veranstaltungen miteinander gestaltet, zum Beispiel ein Adventskonzert in Holzen. Die Initiative, jetzt eine CD aufzunehmen, kam von uns. 2006 hatten wir eine Weihnachts-CD gemacht. Wir wollten noch einmal eine aufnehmen, aber diesmal zusammen mit einer Musikgruppe. Da sind uns gleich die Klarischnättra eingefallen.

Wie war für Sie die CD-Aufnahme?

Der Lauterbacher Dreigesang und wir haben getrennt an zwei Wochenenden hier im Schillinghaus aufgenommen, das hat uns riesig Spaß gemacht. Unser Toningenieur Jochen Dannwolf war der Allerbeste, er hatte nämlich eine unglaubliche Ruhe, im Gegensatz zu uns. Wir haben unserem Namen alle Ehre gemacht: Immer, wenn wir nicht gespielt haben, ging es los: ein Mordsgeschnatter (lachen). Es war wirklich lustig. Auch unser „Klarinettenonkel“ Dr. Robert Erdt, der uns musikalisch unterstützt hat, passte super dazu. Und wir sind ja auch gut versorgt worden: Die Damen vom Dreigesang kamen sogar vorbei und brachten uns einen Wurstsalat mit. Das war ein sehr schönes gemeinsames Erlebnis. Marlies Landherr (Dreigesang): Eine Woche später waren dann wir dran: Wir haben vielleicht nicht so viel „gschnättert“, aber uns hat es auch sehr viel Spaß gemacht. Ulrike Heindl (Lauterbacher Dreigesang): Wir mussten hoch konzentriert sein, weil wir anders als gewohnt gesungen haben: Im Gegensatz zu den Klarischnättra wurden unsere drei Stimmen einzeln aufgenommen und wir haben uns nur über Kopfhörer gehört, das war eine spannende Herausforderung. Am Schluss hatten wir viel gelernt und waren sehr zufrieden. Auch für uns hatte Jochen Dannwolf viel Geduld und immer gute Ratschläge. Marika Harlacher (Klarischnättra): Im Tonstudio haben auch wir viel gelernt, zum Beispiel, dass man auf der Aufnahme wirklich alles hört – niemand kann sich verstecken. Man muss ganz präzise spielen, damit das Ergebnis schön wird. Deshalb hatten wir einen hohen Anspruch an uns selbst, sind aber mit dem Ergebnis umso zufriedener.

Wie haben Sie die Stücke für die CD ausgewählt und einstudiert?

Es sind je sechs Stücke pro Gruppe und sechs gemeinsame. Wir singen vor allem Volksmusik wie das Lied „Gschupfte Nudla“, aber auch klassische Stücke sind auf der CD zu hören. Franziska Proschek-Rigel (Klarischnättra): Dr. Robert Erdt hat die gemeinsamen Lieder für uns arrangiert. Die Stücke ohne Gesang waren welche, die wir gerne spielen und die die Leute gerne hören. Wir waren uns da ziemlich einig, was auf die CD kommt. Unsere Favoriten sind wohl der Radetzky-Marsch und „Donner und Blitz“. Ulrike Heindl (Dreigesang): Die Proben waren sehr unregelmäßig. Wir mussten uns immer auf WhatsApp absprechen, denn dass neun Frauen gleichzeitig Zeit haben, kommt nicht so oft vor. Ungefähr zwei Jahre hat das Projekt von der ersten Idee bis jetzt gedauert. Wenn wir bei der Stückauswahl unsicher waren, haben wir den Klarischnättra Lieder vorgesungen und besprochen, was davon auf die CD passt. Aber ein Stück war gar nicht geplant. Daniela Schuster (Klarischnättra): Stimmt, das haben wir am letzten Tag ganz zum Schluss noch spontan eingespielt, „Mein kleiner grüner Kaktus“ – ungeübt und nur, weil wir Lust hatten. So hat es das auch noch auf die CD geschafft.

Wie lautet der Titel der CD?

Als Titel war lange „Horch’, was kommt von draußen rein“ geplant, weil Ulrike den Liedtext extra für uns umgeschrieben hat. Aber das war uns dann doch zu brav. Aus „Klarischnättra“ und „Lauterbacher Dreigesang“ wurde dann der Titel „Lauter schnättra“.

Wie ist Ihr Fazit am Ende dieses langen Projekts?

Wir hatten am Anfang gar nicht abgesehen, dass zu einer CD viel mehr gehört, als nur das Musikspielen. Zum Beispiel mit dem Booklet waren wir jetzt wochenlang beschäftigt, dafür mussten wir gemeinsam Fotos und Texte auswählen. Natürlich muss man auch aufpassen, dass man nichts vergisst und Fristen einhält. Aber unsere Julia hatte immer alles im Blick. Marlies Landherr (Dreigesang): Weil wir zu neunt eine relativ große Gruppe sind, sind gemeinsame Termine auch nicht einfach. Als wir zum Beispiel Fotos gemacht haben, mussten nicht nur wir und der Fotograf Zeit haben, auch das Wetter musste passen. Manchmal vergehen zwei Monate, bis das alles zusammenkommt. Ulrike Heindl (Dreigesang): Es war uns ein Anliegen, auch ein paar Lieder im schwäbischen Dialekt einzusingen, weil es davon sehr wenige gibt. Eine CD bedeutet für uns aber vor allem etwas Unvergängliches, etwas, das bleibt. Julia Schachner (Klarischnättra): Zu erwähnen ist da ganz besonders Helmut Storr, der die schönen Texte für das Booklet verfasst hat – eine lustige Anekdote zu jedem Titel. Helmut kennt uns schon von Kindesbeinen an, ist also seit langem unser Wegbegleiter.

Wie kann man die CD erwerben?

Demnächst bekommt man sie über die Webseite des Musikvereins Binswangen und über uns Musikerinnen. Und natürlich bei unseren künftigen Konzerten, sobald diese wieder stattfinden.

Interview: Andrea Baumann

werden musste aus gegebenem Anlass die Präsentation der neuen CD, die ursprünglich am Sonntag, 29. März, in der Synagoge Binswangen stattfinden hätte sollen. Das gleiche gilt für das Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen der Hoigartamuse Binwangen, das für 22. März im Landgasthof Stark vorgesehen war. Die neuen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben, ebenfalls ab wann die CD definitiv erhältlich ist.

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