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Wertingen

17.12.2020

Im Wertinger Hallenbad wird bald geimpft

Das Impfzentrum des Landkreises Dillingen ist betriebsbereit. Die Räume in der Dreifachturnhalle und im Hallenbad in Wertingen sind fertig ausgestattet, unter anderem wurden bereits die Arzneimittelkühlschränke angeliefert.
Bild: Elli Höchstätter

Plus Bis zu 400 Menschen am Tag sollen im Landkreis Dillingen die Spritze gegen das Virus erhalten. Mobile Teams und ein Impfbus sollen zum Einsatz kommen.

Spritzen statt schwimmen. Das Wertinger Hallenbad und Teile der Dreifachturnhalle wurden umfunktioniert. Sie bilden nun das Impfzentrum des Landkreises Dillingen. Das machen nicht nur die weißen Fahnen am Eingang deutlich. Im Inneren finden sich viele Aufkleber auf den Böden, die die Laufrichtung mit großen weiß-roten Pfeilen vorgeben. Der eigentliche Impfbereich, sprich das Zimmer, in dem die Spritze verabreicht wird, ist unspektakulär. Es ist ein nicht sonderlich großer Raum. Darin steht ein Tisch samt zwei Stühlen.

„Das Impfzentrum des Landkreises Dillingen ist betriebsbereit“, erklärte Landrat Leo Schrell bei einem Vor-Ort-Termin mit den Verantwortlichen. Dabei konnte aber eine der wichtigsten Fragen nicht geklärt werden – und das ist die nach dem Starttermin. Derzeit stellen sich die Bundesländer auf einen Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein. Dies teilte die Berliner Senatsverwaltung mit, die derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz innehat. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Impfstoff von Biontech und Pfizer noch kurz vor Weihnachten die europäische Zulassung erhält.

Ab 19. Dezember wird das Personal für das Impfzentrum in Wertingen eingestellt

„Wir stehen in Wertingen bereit. Das entsprechende Personal wird ab 19. Dezember eingestellt“, so die Auskunft der Verantwortlichen des Wertinger Impfzentrums, das von dem externen Dienstleister „EcoCare“ betrieben wird. Das Impfzentrum werde insgesamt über eine Kapazität von bis zu 400 Impfungen täglich verfügen, erklärte Landrat Schrell. Es soll zwei mobile Impfteams geben, die beispielsweise in die Seniorenheime gehen. Bei Bedarf soll ein Impfbus eingesetzt werden, der auch in die entlegenen Orte fahren könnte. In jedem Team werde es jeweils mindestens einen Arzt und weiteres Fachpersonal geben. Die Gesamtzahl der täglichen Impfungen teilt sich aber auf. So werden im Impfzentrum in Wertingen bis zu 100 Impfungen täglich vorgenommen, während die Kapazität der beiden mobilen Impfteams bis zu 300 am Tag beträgt.

In diesem Raum wird geimpft. Unser Bild zeigt von links Dr. Thomas Liedtke von EcoCare, Dr. Alexander Zaune, Landrat Leo Schrell, Willy Lehmeier, Bürgermeister von Wertingen, und Wolfgang Piontek vom BRK-Kreisverband Dillingen.
Bild: Elli Höchstätter

Nach dem Piks in den Oberarm geht es übrigens für die frisch Geimpften in einen kleinen Wartebereich, wo sie sich etwa 15 Minuten unter ärztlicher Aufsicht erholen können – und anschließend den zweiten Termin vereinbaren sollen. Denn die Corona-Impfung wirkt nur, wenn sie 21 bis 28 Tage später wiederholt wird.

Zuletzt hatte es einige Kritik am Standort des Impfzentrums in der Zusamstadt gegeben. Moniert wurde, dass Wertingen für viele Bürger aus dem Landkreis Dillingen nur schwer zu erreichen sei. Landrat Schrell erklärte, dass dieser Standort ausgewählt wurde, weil sich das Krankenhaus samt Notaufnahme sowie das Rote Kreuz gleich in der Nachbarschaft befinde. Außerdem gebe es in Wertingen eine Polizeistation und die Struktur der Gebäude sei sehr geeignet gewesen.

Der Aufbau des Impfzentrums in Wertingen lief bislang reibungslos

„Der Aufbau des Impfzentrums lief bislang reibungslos, obwohl die Einrichtung des Corona-Impfzentrums innerhalb von gut vier Wochen zweifelsohne eine Herausforderung und ein Kraftakt war“, sagte Schrell. Zwischenzeitlich wurde mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) erstes Material beim Impfzentrum angeliefert, wie Arzneimittelkühlschränke, Kühlboxen mit Temperaturloggern sowie Spritzen, Kanülen und Schutzausrüstung.

So sieht der Anmeldebereich des Impfzentrums in Wertingen aus. Von dort aus gibt es auch einen Blick auf das Wasser des Hallenbades sowie auf einen Monitor, der Informationen zur Impfung zeigen wird.
Bild: Elli Höchstätter

Nun würde man auf die detaillierte Priorisierung warten, sprich die Vorgaben, wer zuerst geimpft werden darf. Nach der jüngsten Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege richtet sich die Priorisierung der Impfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und befindet sich derzeit in Abstimmung mit Bund und Ländern. Laut Staatsministerin Melanie Huml steht jedoch bereits fest, dass insbesondere Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen und hochbetagten Menschen eine hohe Priorität eingeräumt werden wird. Vor allem für die alten Menschen in den Heimen werden die mobilen Impfteams im Einsatz sein, von denen es im Impfzentrum des Landkreises Dillingen zwei geben wird. Sobald ausreichend Impfstoff vorhanden ist, werde das Impfangebot auf die gesamte Bevölkerung ausgedehnt und soll später auch im Rahmen der Regelversorgung durch niedergelassene Ärzte erfolgen, so die Auskunft aus dem Landratsamt.

Das Impfzentrum in Wertingen wird grundsätzlich von Montag bis Freitag voraussichtlich von 8 bis 17 Uhr sowie bei Bedarf auch am Wochenende und an Feiertagen geöffnet sein.

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