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Seminar

23.09.2015

Junge Leute sollen Feuer fangen für die Politik

Europa rückte im Bliensbacher Schullandheim für die Dauer einer Woche zusammen: (von links) Geschäftsführer Hubert Götz, Organisatorin Susanne Zach, Angel Tasevski aus Mazedonien, Marie Cazaux aus Frankreich, Gintautas Keras aus Litauen und Veronika Sporer aus Wertingen.
Bild: Ulrike Hauke

Internationale Begegnung im Bliensbacher Schullandheim

Jugendliche aus Litauen, Frankreich und aus der Region trafen sich für eine Woche im Schullandheim in Bliensbach. Sie tauscht sich über die Frage „Europa gestalten - Welches Europa wollen wir?“ aus.

Interessante Aussagen gaben beispielgebend einige der jungen Teilnehmer von sich. So würde die 17-jährige Marie Cazaux aus Frankreich es begrüßen, wenn alle Länder an einem Strang ziehen und nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen würde wie aktuell in der Flüchtlingsfrage. Für den ebenfalls 17-jährigen Gintautas Keras aus Litauen gehören die Lobbyisten raus aus dem Brüsseler Tagesbetrieb, die Politiker sollten für das gemeinsame Europa agieren und nicht nur im Sinne der Firmen, Unternehmen sowie der eigenen Länder. Und Veronika Sporer, 18 Jahre alt und Auszubildende in der VG Wertingen sagte: „Hätte ich die Möglichkeit, in der EU etwas zu verändern, dann würde ich sofort eine einheitliche Sprache einführen, denn Kommunikation ist das A und O im Miteinander der verschiedenen Kulturen und Gebräuche.“

Die jungen Menschen erwartete während ihres Aufenthalts in Deutschland und im Schullandheim ein abwechslungsreiches Programm, das Hubert Götz, Geschäftsführer des Trägervereins Schullandheim Bliensbach e.V., gemeinsam mit der Europäischen Akademie Bayern und der Stadt Lauingen erstellt hatte. Dazu gehörten Ausflüge nach München in das Büro der Europäischen Union, eine Fahrt nach Nürnberg in das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände und ein Besuch im Lauinger Rathaus, wo die jungen Leute von Bürgermeister Wolfgang Schenk begrüßt wurden.

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Susanne Zach, aus Berlin angereist, begleitete die jungen Menschen auf den Fahrten und während des Seminars in Bliensbach. Als Mitverantwortliche des einwöchigen Projekts resümierte sie das Ergebnis des Treffens: „Jugendliche aus drei Ländern haben sich hier kennengelernt, sich ausgetauscht, es wurden Freundschaften geschlossen, das ist die Basis für die Umsetzung des europäischen Gedankens, es gibt nichts Besseres dafür.“ Für die Berlinerin ist dies eine Chance, „den jungen Menschen die Politikverdrossenheit zu nehmen, sie sollen Feuer fangen, Europas Zukunft gestalten zu wollen.“

Hubert Götz sieht die internationale Veranstaltung als eine Bereicherung angesichts der aktuellen Situation in Europa, beispielsweise in der Asylpolitik, der Konflikte mit Russland sowie in der Ukraine oder den EU-Austrittsbestrebungen der Briten.

Für den 27-jährigen Angel Tasevski aus Mazedonien, der als IT-Spezialist die Jugendlichen in Bliensbach betreute, gibt es bereits eine Lösung für all diese Konflikte: „Mazedonien ist nicht in der EU, deshalb denke ich viel darüber nach. Für ein besseres Miteinander auf dem Kontinent käme für mich nur ein Präsident in einem „United States of Europe“ in Frage.“

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