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Radiomuseum

20.09.2012

Klänge der 30er Jahre sind pure Nostalgie

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Ein Grammofon aus den 30er Jahren. Jakob Huber (rechts) setzt gerade die Nadel auf die Schellack-Platte. Alfred Sigg (links) hält weitere Platten bereit. Otto Killensberger lauscht dem Klang des alten Holzverstärkers, der immer noch funktioniert.

Die Stadt Wertingen eröffnet am Sonntag  eine Schau mit 260 Radios und Plattenspielern

Wertingen Genau weiß das niemand: Im neuen Wertinger Radiomuseum werden ab kommendem Sonntag, 23. September, rund 260 alte Geräte ausgestellt, darunter über zwei Dutzend Plattenspieler. Die meisten Apparate funktionieren noch. Sie sind repariert und auf Kommando kann Alfred Sigg, der Museumsreferent des Wertinger Stadtrats, ein Konzert aus allen Ecken und Regalen losbrechen lassen, vielstimmiger als die Töne aus einem Froschteich.

Sigg hat auch seltene Preziosen in der Sammlung. Er deutet auf ein Grammofon aus den 30er Jahren, das der Wertinger Rudolf Spiegler dem Museum als Dauerleihgabe überließ: „Das funktioniert noch!“ Im Nu schallt aus dem Holzmikrophon der Vorkriegs-Schlager „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist...“ Alles ohne Strom, nur mit einer Handkurbel betrieben“, versichert Sigg. Diese Klänge aus den 30er Jahren sind pure Nostalgie.

Wertingen ist keine Technikerstadt – hier wurden früher keine Radios produziert. Aber in der Vorstand Geratshofen lebt der heute 70-jährige Heinz Hippele, der schon als Bub vom „sonoren und satten Klang“ der alten Radiogeräte fasziniert war. Der gelernte Kfz-Mechaniker sammelte 70 antike Radiogeräte – alle funktionstüchtig. Und 2007 rief er spontan den MuseumsReferenten Sigg an und bot ihm seine Sammlung kostenfrei an.

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Die Stadt hat schon eine Kunstsammlung und zwei andere Museen in ihren Mauern: Das Heimatmuseum im Schloss und das Ofenmuseum der Familie Denzel. Wohin nun mit den Radios? Man schuf Platz in der Mansarde der früheren Berufsschule.

Schon 2009 wurde die Eröffnung des Radiomuseums verfrüht angekündigt und während der damaligen Wirtschaftsschau „Werta“ konnte man die ersten Besucher durch die Räume führen.

Doch dann lag das Projekt für drei Jahre auf Eis. Heinz Hippele hatte nämlich in früheren Jahren gute Kontakte zu einem Meitinger Sammler, Hans Wald. Dieser hatte 150 Geräte, viele aus den 30er Jahren in seinem Haus zusammengetragen. Der Feinmechanikermeister Wald war 2003 verstorben. Seine Witwe, Berta Wald, trennte sich von den Radiogeräten, die nun ebenfalls in Wertingen ausgestellt werden. Als sich herumgesprochen hatte, dass in Wertingen ein Radiomuseum entsteht, kamen weitere Geräte dazu, zwei Musikboxen des Wertingers Otto Killensberger und des Langenreicheners Erwin Fischer, aber auch Einzelstücke, Volksempfänger, Plattenspieler aus den 60er Jahren und Hunderte von Schallplatten. „Wir haben die Bestände noch nicht archivieren können. Wir benötigen einen Studenten oder Schüler, der uns da mal hilft, diese Schätze zu ordnen“, stöhnt Museumsreferent Sigg.

In den vergangenen Jahren hatten die Museumsleute alle Hände voll zu tun, um das Museum herzurichten, das heute drei Schauräume und zwei Lagerräume umfasst. Die Stadt Wertingen als Eigentümerin zahlte die Renovierungskosten. „Der Stadtrat segnete die Planungen ohne Diskussion ab“, freute sich Sigg. Der bei der Stadt angestellte Kirchenmaler Jakob Huber übernahm die Gestaltung der Räume im Stil der 50er Jahre. Kommentar

Info Am Sonntag, 23. September, 14 Uhr, eröffnet Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier das neue Radiomuseum der Stadt.

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