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05.03.2009

Neu in Wertingen: Professor behandelt Brustkrebs und Blasenschwäche

Wertingen Die Entscheidung, nach Wertingen an die Kreisklinik zu wechseln, sei dem früheren Chefarzt Professor Dr. Johannes Heidenreich, nicht schwer gefallen, sagte er in einem Gespräch mit der Wertinger Zeitung. Das Wissen um den Notstand der Geburtshilfe in der Zusamstadt, wo im vorigen Jahr rund 4500 Menschen für deren Erhalt demonstriert hatten, reizte den Mediziner außerordentlich. Als Retter in der Not will er jedoch nicht gesehen werden: "Hier wurde jemand dringend gebraucht. Und ich fühle mich noch fit und möchte weiter arbeiten."

Am 6. Januar verließ der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe die Muldentalklinik in Wurzen bei Leipzig - der Vertrag war dort abgelaufen. Nur einen Tag später trat er in Wertingen seinen Dienst an. Arbeit wartet auf den neuen Leiter der Gynäkologie zur Genüge. Seine Liste der Neuerungen ist lang: Zum einen will er das medizinische Spektrum ausbauen, gleichzeitig aber auch die wirtschaftliche Komponente unter die Lupe nehmen. Heidenreich bringt dafür nach eigenen Angaben umfangreiche Erfahrungen in beiden Gebieten mit. Die Brust- und Beckenbodenchirurgie gehört genauso dazu wie die Mikrochirurgie. Diese wird bei Frauen mit Kinderwunsch angewandt, welche Probleme in den Eileitern und Eierstöcken haben.

Mit dem Thema Blaseninkontinenz - des ungewollten Urinverlustes der Frau - beschäftigt sich Heidenreich intensiv bereits seit seinem Medizinstudium. Um den Ursachen der Blasenschwäche, die immer noch mit einem Tabu belegt sei, auf den Grund zu gehen, sind spezielle Messgeräte erforderlich. Diese sowie die komplette Praxisausstattung mit den erforderlichen Instrumenten für die neuen Operationsmethoden hat Heidenreich mitgebracht. Dies erklärt, dass trotz neuer Leistungen kaum Investitionen für den Landkreis Dillingen nötig waren.

Heidenreich entwickelte auch eigene Patente, die noch heute bei der Behandlung der Blasenschwäche Verwendung finden. So genannte urodynamische Messungen, die nun am Wertinger Krankenhaus möglich sind, zeigen die Funktion der Harnblase und des Verschlusses der Harnröhre sowie des Beckenbodens auf. Somit steht vor dem operativen Eingriff bereits die genaue Ursache fest.

Neu in Wertingen: Professor behandelt Brustkrebs und Blasenschwäche

Die Defizitzahlen, die jüngst für Schlagzeilen sorgten, erschrecken den Mediziner überhaupt nicht. Er gehörte 1977 zur ersten Ärzteschaft, die im Management geschult wurde. Aufgrund dieser Erfahrungen konnte Heidenreich in den 80er Jahren in Bremen eine gynäkologische Abteilung erfolgreich aus den roten Zahlen führen. "Mit dem erweiterten Leistungsangebot waren wir damals binnen drei Jahren in der Gewinnzone." So sieht Heidenreich auch für die Wertinger Klinik gute Chancen, mit modernster Medizin, gerade in der Krebstherapie, die Einnahmenseite zu verbessern.

Die Information, dass die Geburtshilfe in Wertingen defizitär arbeite, will Professor Heidenreich nicht ungeprüft hinnehmen. Wenn es nach ihm geht, sollen die Zahlen in allen Einzelheiten auf den Prüfstand, "sowohl bezüglich der Betriebskosten, der notwendigen Vorhaltung sowie der Aufteilung der Kostenfaktoren auf die Abteilungen und das Gesamthaus".

Eine Steigerung der Geburtenzahlen - als Ziel nannte Heidenreich 300 Babys jährlich - würde das Defizit ebenfalls mindern.

Information Professor Heidenreich will die neuen Operationsmethoden auf Informationsveranstaltungen vorstellen. In einem ersten Vortrag wird es um Brustkrebs und die Früherkennung durch Selbstabtasten gehen. Parallel dazu bietet er Kurse zur Selbstuntersuchung an.

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