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Wertingen

25.01.2019

Neue Wohnungen im Wertinger Erasmusfeld

Auch Bürgermeister Lehmeier will dem Bauvorhaben keine Abfuhr erteilen: „Wir wollen nichts verhindern.“
Bild: Berthold Veh (Archivfoto)

Ein Bauträger will dort ein Mehrfamilienhaus errichten. Die Stadträte begrüßen das Projekt, stoßen sich aber an der "kuriosen Konstruktion".

Die Zusamstadt braucht dringend Wohnraum. Bürgermeister Willy Lehmeier wird nicht müde, immer wieder an Grundstücksbesitzer zu appellieren, endlich die vielen freistehenden Bauplätze im Stadtgebiet – 93 an der Zahl – zu bebauen. Mit der Bauvoranfrage eines ansässigen Bauträgers kommt jetzt Bewegung in den angespannten Wohnungsmarkt. An einem „Schmuckkästchen“, so bezeichnete Stadtrat Franz Bürger die Lage, will ein Bauträger ein Mehrfamilienhaus errichten. Im Winkel Erasmusfeld/Amselweg sollen sechs Wohneinheiten mit zwölf Autostellplätzen entstehen. Die Mitglieder des Wertinger Bauausschusses begrüßten grundsätzlich das Ansinnen. Doch der eingereichte Plan löste am Mittwochabend eine Debatte aus.

"Im Süden entsteht eine massive Wand"

Dabei ging es vor allem um die Geschossanzahl. Von einer kuriosen Konstruktion war die Rede. Stadtbaumeister Anton Fink stellte seine Bedenken vor: „In Richtung Süden entsteht eine massive Wand. Nachbarn könnten vier Geschosse vor sich sehen.“ Die steile Hanglage will der Bauträger nutzen, indem er das Kellergeschoss weit herausbaut. Gleichzeitig ist auch ein voller Dachausbau mit überdachten Gauben und Balkonen vorgesehen.

Ein weiteres Problem kam zutage: Der Bebauungsplan, so Fink, sehe aktuell nur ein Geschoss mit Satteldach vor. Allerdings habe der ursprüngliche Plan von 1970 noch drei Stockwerke erlaubt. Erst in den 80er Jahren wurde auf Wunsch von Anliegern der Bebauungsplan abgeändert. Er gilt bis dato.

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Stadtrat Reinhold Wörle dazu: „Nach dem ursprünglichen Bebauungsplan wäre dieses Mehrfamilienhaus möglich.“ Er machte außerdem deutlich: „Wir brauchen in Wertingen dringend Wohnraum.“ Auch Bürgermeister Lehmeier will dem Bauvorhaben keine Abfuhr erteilen: „Wir wollen nichts verhindern.“ Eine Nachverdichtung sei wichtig. Fink erläuterte, dass durch das Haus „kaum Schatten“ nach Süden und Westen fallen würde. „Das Gelände lässt viele Möglichkeiten zu“, so Lehmeier. Er könne sich vorstellen, den Keller zu nivellieren und die Gauben zurückzuziehen. So würde eine andere Optik entstehen. Das Gebäude wäre feingliedriger und würde sich besser in die Lage einfügen.

Das Landratsamt hat das letzte Wort

Die Ausschussmitglieder stimmten einhellig der Bauvoranfrage zu. Jetzt habe die Genehmigungsbehörde beim Landratsamt Dillingen das letzte Wort. Sie entscheidet, ob der Bebauungsplan erneut geändert wird oder dem Bau gegebenenfalls eine Befreiung erteilt wird. Schließlich stünden in der Umgebung des Platzes bereits mehrgeschossige Gebäude. Lehmeier: „Wir werden uns die Lage und den Plan nochmal in Ruhe zusammen mit Investor und Landratsamt anschauen.“ Die Hanglage lasse viele Möglichkeiten zu. Der Bauherr selbst signalisierte gegenüber unserer Zeitung bereits, an den gewünschten Punkten feilen zu wollen. Ein Baubeginn sei nicht vor 2020 geplant.

Hier lesen Sie ein Interview mit Bürgermeister Willy Lehmeier: Wertingen: Willy Lehmeiers Weihnachtswünsche

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