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Energieversorgung

30.01.2019

Strom kommt in Zusamaltheim künftig aus dem Boden

Die Staatsstraße in Sontheim ist nach Ansicht des Gemeinderates mit einer unzureichenden Deckschicht ausgestattet.
Bild: Manuela Winkelbauer

Bei der Sanierung der Alten Wertinger Straße hat die LEW Anschlüsse mit Erdkabel angeboten. Nicht alle Anlieger lassen sich darauf ein.

Die Planungen für den Ausbau der Alten Wertinger Straße in Zusamaltheim laufen auf Hochtouren. Das teilte Bürgermeister Wolfgang Grob mit, „Ende Februar soll das Ganze rausgehen“. „Das Ganze“ bezieht sich auf eine gemeinsame Ausschreibung von Kanal und Wasserleitung. Es vereinfacht die Durchführung, weil sich nicht unterschiedliche Firmen mit der Zeitplanung arrangieren müssen, die Gemeinde hat dann nur einen Ansprechpartner – und einen Verantwortlichen für die Durchführung.

Was ist neu in der Planung? Die Kugelberggruppe hat mitgeteilt, dass sie die Wasserleitung über die bestehende Notwendigkeit hinaus bis zur Einmündung Wiesenstraße erneuern will. Das bedeutet, dass im Bereich, der von der geplanten Komplettsanierung ausgenommen ist, trotzdem teilweise gebaut wird. Am Ende soll aber eine durchgehend neue Asphaltschicht aufgebracht werden, von der Einmündung der Staatsstraße beim Magg-Haus bis zur Einmündung Wiesenstraße. Was wird aber nun aus den Dachständern? Wie berichtet, hat die LEW den Anliegern einen Abbau angeboten und die Erdkabelversorgung vorgeschlagen. „Wir haben die Anlieger angeschrieben, zwölf sind dabei, einer sagt, er ist dabei, wenn es an ihm scheitern sollte“, so Grob. Vier wollen nicht, einer hatte zum Zeitpunkt der Sitzung noch keine Entscheidung getroffen.

Wer nicht zustimmt, wird weiterhin über das Dach versorgt

Der Bürgermeister sprach auch von der Alternative. Wer nicht zustimmt, wird weiterhin über das Dach versorgt. Aber: Um das gewährleisten zu können, wird jeweils ein Mast mit Abspannungen ins Grundstück gestellt werden, an dem das künftige Erdkabel dann doch wieder hochgezogen wird, um über das Dach reinzukommen. „Das muss geduldet werden, sonst kann kein Strom geliefert werden.“

Die Senke in Sontheim kennen nicht nur die Benutzer des öffentlichen Personennahverkehrs zur Genüge und bezahlen das regelmäßig mit einem Magenkribbeln. Wer hier spazieren geht oder wohnt, lernt oft eine weitere unangenehme Seite kennen: den Lärm. „Schlimm vor allem, wenn hier Lastwagen mit leerem Auflieger oder Hänger fahren“, so der Bürgermeister, „das rappelt und scheppert.“ Jetzt hat sich das Straßenbauamt der Sache angenommen und zunächst eine Reparatur geplant. Doch das reicht nicht, ist sich der Rat einig. Denn vor allem durch den Schwertransport wird diese Strecke besonders belastet, wofür die Asphaltschicht und der Unterbau nicht ausgelegt sind, wie sich zeigt. Der gesamte Unterbau leidet offenbar aufgrund der tonnenschweren Last unter einer nicht ausreichenden Deckschicht. Sollte die Straße doch saniert werden, wofür der Staat zuständig wäre, will die Gemeinde noch die Kanalisation angehen. „Je länger wir warten, desto größer werden die Schäden“, erklärt Grob. So fordert man nun vom Straßenbauamt eine Forcierung der Planungen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Bei der Finanzierung der Straße setzt man auf Sicherstellung durch den Freistaat, denn Zusamaltheim hat durch den Schwertransport schon mehrmals zusätzliche Kosten übernehmen müssen: „Der Kreisverkehr in Zusamaltheim hätte auch kleiner ausfallen können, wenn wir da nicht nach dem Schwertransporter hätten schauen müssen.“

Weitere Themen, die im Rat diskutiert wurden:

Volksbegehren Artenvielfalt: Ab dem heutigen Donnerstag liegen in den Kommunen die Eintragungslisten zum Volksbegehren „Rettet die Bienen – für die Artenvielfalt“ aus. Bürgermeister Grob informierte, dass die Eintragung in Zusamaltheim während der üblichen Öffnungszeiten der Gemeindekanzlei (Dienstag 8.30 bis 10 Uhr, Donnerstag 18 bis 19 Uhr, Gemeindehaus Zusamaltheim) erfolgen kann.

Bauangelegenheiten: Einem Antrag auf Errichtung eines Einfamilienhauses mit Einzelgarage und Stellplatz in der Wiesenstraße in Zusamaltheim stimmte der Gemeinderat zu. Für das relevante Gebiet gilt kein Bebauungsplan, der Rat bedingte eine Eindeckung in Rot, Braun oder Grau. Hinsichtlich der besonderen Dachform – versetztes Satteldach – bestehen keine Einwände, da die erforderliche Dachneigung eingehalten wird. Inwiefern die Abstandsflächen in Richtung Erschließungsstraße eingehalten werden, müssen die Anlieger selbst klären, da es sich um einen Privatweg handelt. Einer Voranfrage auf Neubau eines Wohnhauses mit Nebengebäude im Mühlweg in Zusamaltheim wurde ebenfalls entsprochen. Wie Bürgermeister Grob mitteilte, liegt das Areal im Überschwemmungsgebiet der Zusam, das neue Gebäude ersetzt allerdings das bestehende und „nimmt dem Hochwasser-Rückhalt keinen Raum weg“, so Grob. Laut seinen Worten herrscht eine grundsätzliche Bebaubarkeit. Darüber hinaus hat die Gemeinde eine Hochwasserfreilegung für dieses Gebiet beantragt, eine freiwillige Vorsorge, wie der Gemeindevertreter betont. Damit soll die Siedlung dort einen Hochwasserschutz bekommen.

Mehr zu Zusamaltheim: Vier Kommunen erhalten Energiesparprämie und Zusamaltheimer Rat diskutiert über neue Abwasserbeiträge sowie Die Hochlandrinder vom Zusamtal


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