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Dorferneuerung

27.04.2015

Unterthürheim macht sich für die Zukunft fit

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Nach und nach wird der Ort der Zeit angepasst. Nutzungskonzepte gesucht

Ein langer Atem ist notwendig, um ein Dorf zukunftsfähig zu machen. Christian Knapp, örtlicher Beauftragter für die Dorferneuerung und Flurneuordnung im Buttenwiesener Ortsteil Unterthürheim, weiß, wovon er spricht. Im Jahr 2010 hatte sich ein Arbeitskreis gegründet, um Ideen zu sammeln, wie sich der Ort entwickeln soll. Und erst heute sind erste Ergebnisse sichtbar, wenn auch nur zum Teil ausgeführt. „Die Dorferneuerung ist ein Prozess über Jahre, ich denke, dass wir unsere Projekte etwa im Jahr 2022 abgeschlossen haben werden“, blickt der Zweite Bürgermeister der Großgemeinde voraus.

Knapp und seine Freunde vom Volkstanzkreis üben seit etlichen Monaten im neuen Anbau des Bürgerhauses ihre Schritte. Dort gibt es einen Mehrzweckraum mit Theke und Sitzecken. Eigentlich ist dies das Domizil des Hurga-Clubs, der Verein, der in Unterthürheim nicht nur sein großes Zeltfest im Donauried ausrichtet, sondern sich auch anderweitig engagiert.

Der Club teilt sich das Haus in der Dorfmitte mit dem Musikverein. Die wachsende Blaskapelle brauchte einen größeren Probenraum. So entstand die Idee, gemeinsam den Bürgerhaus-Anbau zu meistern. Jetzt hat Unterthürheim mitten im Ort zwei aneinander gebaute Häuser inklusive Turnhalle, die sich acht Vereine teilen und in denen sich zum Großteil das Dorfleben abspielt. „Eine beispielhafte Gemeinschaftsaktion“ nennt Knapp das Projekt und ein Glücksfall, so etwas mitten im Ort zu haben. Knapp ist der Kontaktmann für öffentliche Fördermittel - die Dorferneuerung sieht er als große Chance. Bis zu 50 Prozent staatliche Zuschüsse gibt es für Projekte, die im Programm aufgenommen sind. Die Gemeinde finanziert mit und kann so nach und nach die Infrastruktur in den Ortsteilen verbessern.

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Christian Knapp sieht darin eine „gigantische Chance und Anstrengung“, zumal sich Unterthürheim seit 2011 auch im Flurneuordnungsverfahren befindet, das etwa 2020 abgeschlossen sein soll.

Der Zahn der Zeit hat in Unterthürheim an vielen Stellen genagt. Wie in anderen Orten gibt es hier verwaiste Höfe und Bürgerhäuser, deren künftige Nutzung in Frage gestellt ist. Am Herrenberg stehen mehrere stattliche Altbauten, für die eine Neukonzeption erforderlich ist. Die alte Gastwirtschaft „Zum Bergweber“, inzwischen in Gemeindebesitz, wäre es nach Meinung von Knapp wert, wieder hergerichtet zu werden. Die Wirtschaft ist im Dorferneuerungsprogramm, die anderen nebenstehenden Gebäude nicht: Gleich in der Nachbarschaft das alte Vogtei-Anwesen mit geschwungenem Barockgiebel, in die Jahre gekommen, aber noch bewohnt von seinem betagten Besitzer. Und eine Ecke weiter ein idyllisches, aber verfallendes schwäbisches Bauern-anwesen, ebenfalls in privater Hand.

Auch wenn es um solche Gebäude schade sei, man werde nicht alles erhalten können, sinniert Knapp. Die Dorferneuerung aber biete eine Chance. Wichtig: „Die Bevölkerung muss mitmachen und dahinter stehen.“ Nur dann funktioniere das Konzept. So geht es in kleinen Schritten voran. Zunächst steht in Unterthürheim die Gartenanlage rund um das Bürgerhaus an – einen Landschaftsplan inklusive Rondell für kleine Freiluftkonzerte gibt es bereits, nächstes Frühjahr soll Baubeginn sein.

Eine Besonderheit in Unterthürheim sind die Gässchen, die zwischen den Häusern die Ortsstraßen verbinden. Sie zu erhalten ist ebenfalls Ziel im Dorferneuerungsprogramm. Weitere Anliegen sind das Nutzungskonzept für den Herrenberg, die Sanierung des Spielplatzes an der Pfarrstraße, die Ortsrandeingrünung und die dorfgerechte Gestaltung von Straßen. „Ich wünsche mir, dass wir lange im Dorferneuerungsprogramm bleiben können, dass uns zehn Jahre zur Verfügung stehen“, hofft Christian Knapp, „dann können wir hier noch einige Dinge umsetzen.“

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